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| Di-So von 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 24-49 €, Menüs: 50-80 € |
Sukzessive hat sich der generationsübergreifend familiengeführte Engel in Sasbachwalden in den vergangenen Jahren immer mehr herausgeputzt und ist mittlerweile nicht nur einer der erfolgreichsten traditionellen Hotel- und Gastronomiebetriebe der Ortenau, sondern auch einer der zeitgemäßesten. Dies verdeutlichen längst nicht nur die plakativ großen, goldenen Buchstaben des gerelaunchten Namens „Der Engel“, die direkt an der gegenüberliegenden Straßenseite am Parkplatz prangen, man erkennt es auch drinnen ganz deutlich in jeder Ecke.
Wie kaum anderswo in der weiten Region ist es den Inhabern dort nämlich im Rahmen umfangreicher An-, Umbau- und Renovierungsarbeiten gelungen, die Schwarzwaldromantik des Traditionshauses ins Hier und Jetzt zu transportieren. Auch und besonders in den weitläufigen Gaststuben, die sich inzwischen durchgängig sehr proper, wie aus dem Ei gepellt präsentieren, trotzdem aber die DNA und Historie des romantischen Fachwerkhauses nicht kaschieren.
Nichts kaschiert wird auch auf den Tellern, für die die beiden Küchenmeister Herbert Decker und dessen Schwiegersohn Christian Mamber seit Jahren als Doppelspitze verantwortlich zeichnen. Die beiden stehen für eine substanzstarke badisch-französische Kulinarik ein, für die sie sich ebenfalls auf die guten alten Traditionen besinnen, aber hier und da auch mal modernisieren, wo es sinnvoll und zeitgemäß erscheint. Und das längst nicht nur im Rahmen des „Chefmenü“, das neben „Engelmenü“ und dreigängiger vegetarischer Speisefolge sicher die repräsentativste Option ist, sondern auch im umfassenden À-la-carte-Programm.
Badisch-französische Kulinarik bedeutet hier Ochsen-Kraftbrühe vom Schaufelstück mit Flädle und Markklößchen neben schaumiger, mit Estragon abgeschmeckter Hummercremesuppe und karamellisierten Jakobsmuscheln oder Schweinefilets mit von Hand vom Brett geschabten Spätzle in Morchel-Estragonsauce neben einem pochierten Medaillon vom Winter-Kabeljau mit Rotweinschalotten, Lauch, Boursin-Kartoffelpüree und Sauce Béarnaise. Aber auch lauwarmer Hummer, der in größeren Schwanzstücken und als gebackene Krokette zusammen mit frisch gepalten knackigen Erbsen und Zitronengelee auf einem Bett aus Erbsenmousseline angerichtet ist.
Dass das Duo Mamber-Decker auch im vegetarischen Bereich gute Ideen hat, das bewies zuletzt ein sehr guter, allenfalls etwas üppig dimensionierter, auf die Fläche eines großen flachen Tellers gestockter Flan vom aromatischen Roquefort-Käse, der mit verschiedenen Bete-Stücken (unter anderem für einen süßlich-herzhaften Twist mit Honig glasiert) sowie etwas Friséesalat und Kräuteröl bespielt wurde. Auch ein aus zuunterst Kartoffelpüree, darauf cremig unterfüttertem Blattspinat und on top wachsig-fließend pochiertem Landei geschichtetes rundes Törtchen, das mit geschmolzenen Cocktailtomaten und einer schaumigen Wintertrüffel-Hollandaise zum Soulfood wurde, machte zuletzt erfolgreich Werbung für das vegetarische Menü.
Andererseits verpasst man dann vielleicht so ein ansprechendes zupackendes Fischgericht wie die unaufdringlich mit flockigem Mie de pain gratinierten Seeteufelmedaillons, die – zart und saftig im Biss, klar und rein im Geschmack – schon rein qualitativ überzeugten. Die aber auch in Begleitung fluffiger Parmesangnocchi, Blattspinat und konsistenter, geschmackvoller Beurre blanc mit feiner Weinsäurenote als großes Ganzes sehr gut gefielen.
Wer zum Hauptgang lieber ein schönes Stück Fleisch isst, wird vielleicht mit Kurzgebratenem wie dem vier Wochen am Knochen trockengereiften und mit geschmackspushendem Fettrand gebratenen Rumpsteak vom Elztäler Weiderind oder Geschmortem wie dem Sauerbraten von der Ochsenschaufel glücklich. Auch mit Schafskäsekruste gratinierten Lammrücken mit Bohnen und Kartoffelgratin haben wir hier schon probiert und können ihn wärmstens empfehlen.
So wie ein Dessert zum Abschluss, zuletzt das Trio von Haselnussmousse mit Eierlikör-Topping, Karottenkuchen und Eierlikör-Vanilleeis. Die Weinkarte listet zu allem viele gute Gewächse aus Nah und Fern, also von der renommierten Weinkellerei Alde Gott vor Ort über weitere gute und sehr gute badische Erzeuger bis in europäische Nachbarländer.
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