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Die-Räucherei

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Fotos: Topinambur

Topinambur

im Prinzhotel Rothenburg
Hofstatt 3
91541 Rothenburg o. d. Tauber
09861-9750

aktualisiert: 07 / 2021
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 21-33 €

Kein Wunder, dass sich alljährlich so viele Besucher aus aller Welt in dem unterfränkischen Städtchen südlich von Würzburg tummeln, ist der historische Stadtkern mit seinen pittoresken Straßenzügen, den vielen Fachwerkbauten und der gut erhaltenen begehbaren Stadtmauer doch selbst für uns, die wir regelmäßig hierherkommen, immer wieder aufs Neue reizvoll. Aus kulinarischer Sicht gibt es hier zwar nicht an jeder Ecke und in jedem Winkel etwas zu bestaunen, aber neben den zahlreichen Touristenfallen kennen wir in Rothenburg ob der Tauber immerhin zwei empfehlenswerte Adressen. Eine davon ist dieses in warmen Erdfarben und hellem Grün gestaltete Lokal im Bistrostil, wo zwar nicht unbedingt gourmetlike, aber doch mit gehobenem Anspruch gekocht wird.

Hier gab es in den letzten Jahren stets frisch zubereitete pfiffige Gerichte, die zwar nicht auf Perfektion, wohl aber auf Qualität und markige Akzente ausgelegt waren. Ob der neue Küchenchef Sebastian Näpfel grundsätzlich am Niveau des Vorgängers anknüpfen kann, vermögen wir derzeit noch nicht abschließend zu beurteilen, weil die Coronakrise und ihre Auswirkungen, insbesondere für die Hotelgastronomie, natürlich auch hier vorübergehend ihre Spuren hinterlassen hatte. Und so könnte das reduzierte Angebot im Sommer 2020 sowie auch noch in den Wochen nach dem zweiten Lockdown 2021 eventuell noch nicht hundertprozentig repräsentativ gewesen sein.

Ein Teil der Karte bestand aus einer schönen Auswahl verheißungsvoll klingender Burger, neben der Klassiker-Ausführung zum Beispiel eine originelle Variante mit Entenfleisch, gegrilltem Gemüse und Orangensalsa. Einzige reguläre Vorspeise war zum Zeitpunkt unseres letzten Besuches, dessen Eindruck aber wie gesagt durchaus noch im Zeichen von selbstauferlegten Corona-Einschränkungen gestanden haben kann, ein mit Honig glasierter und dann zusammen mit etwas Rosmarin gratinierter (leicht gereifter) Ziegenkäse, der mit ein paar Röstbrotscheiben in direkter Nachbarschaft zweier im Ofen geschmorter (aber nicht enthäuteter) Tomaten und eines mit Pinienkernvinaigrette marinierten Salats aus Rucola und jungem Spinat aufgeboten wurde. Ein schlichtes, solides und schmackhaftes Bistrogericht ohne weiterführende Verfeinerungen.

Zumindest nominell entsprach der Fischgang „Zander, Zitronengras, Wurzelgemüse, Kresse, Nordic Flair und Orangen-Couscous“ dem Küchenstil der letzten Jahre – die Ausführung hinkte allerdings noch etwas hinterher. Der qualitativ recht ordentliche pochierte Zander, der mit der Würzmischung „Nordic Flair“ (u. A. Krähenbeere, Wacholder, Dill, Alge und Rote Bete…) aromatisiert war, lag auf grob geraspeltem und gegartem Wurzelgemüse in einem etwas dünnen, kaum nach dem annoncierten Zitronengras schmeckenden Sud und wurde à part von Couscous begleitet, an dem man die Orange auch nicht unbedingt schmecken konnte. Alles in allem ein etwas biederer, äußerst zurückhaltend gewürzter und kochtechnisch schlichter Teller, der ohne die erhofften Finessen auskommen musste.

Ausdrucksstärker präsentierte sich die unter ihrer knusprig angebratenen Haut mit eingelegten schwarzen Walnussscheiben gefüllte Perlhuhnbrust auf einem überraschend gut beschaffenen Rote-Bete-Risotto (perfekt gegartes Korn, cremige Konsistenz…), das von einem Saucenduett aus hellem Schaum und dunkler reduzierter Geflügeljus umgeben war. Was sich uns hier allerdings überhaupt nicht erschloss, war die Zugabe einiger Streifen von gegrillten Zucchini, die das ansonsten eigentlich eher herbstlich oder winterlich anmutende Gericht wohl in die Sommersaison holen sollte – was allerdings eher befremdlich wirkte.

Nach saisonalen Gesichtspunkten auch nicht wirklich schlüssig war die Kombination von Erdbeeren (mariniert) und Birne (als Sorbet), die sich allerdings geschmacklich nicht so sehr im Weg standen und so von einer mit Vanille aromatisierten Mascarponecreme erfolgreich zwangsvermählt werden konnten. Zu trinken gibt’s neben verschiedenen Bieren kleinerer Brauereien weiterhin eine überschaubare, aber ansprechende Weinauswahl überwiegend deutscher Gewächse und einiger internationaler Alternativen. Der Service macht leichte Unsicherheiten durch natürliche Freundlichkeit wett. Alles in allem ist das Topinambur weiterhin eine zuverlässige Adresse – um auf das vom Vorgänger wiederholt erreichte Auszeichnungslevel von fünf Gusto-Pfannen zu kommen, müsste das Team allerdings noch eine Schippe drauflegen. Was nach unserer aktuellen Einschätzung nicht unmöglich scheint...

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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