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| Do ab 18 Uhr, Fr-So von 12-13 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo-Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 26-41 €, Menüs: 115 € |
Im Soulfood sind wir in den vergangenen Jahren immer besonders gerne eingekehrt. Nicht nur wegen der stets sehr attraktiven und abwechslungsreichen Küche, die regionale Produkte und eine klassische Aromensprache durch vorsichtige süd-ost-asiatische Einflüsse belebt, die Küchenchef Michael Laus von zahlreichen Urlaubsreisen mit in die Oberpfalz gebracht hat. Auch die Wohlfühlatmosphäre und der nahbare Service von Chrstine Heß sorgten dafür, dass das Versprechen, dass hier schon im Namen schlummert stets gehalten wurde: Essen für die Seele.
Den Auftakt machten diesmal zwei sehr ansprechende, fein verarbeitete Cracker, einer mit Saiblingstatar aus der Oberpfalz und einer mit geschmorter Ente. Beide wurden dezent, aber stilsicher mit fruchtigen Komponenten abgeschmeckt, der Fisch mit Mandarine, das Fleisch mit Brombeergel. Gemeinsam mit einem Kohlrabisalat in einem Sud aus grünem Apfel und Jalapeño, der eine intensive, aber nicht aufdringliche grüne Schärfe besaß, war das schon einmal ein Vorgeschmack auf die klare Aromatik, die wir aus dem Soulfood gewöhnt sind.
Der folgende Gang schoss dann in unseren Augen eher am Ziel vorbei, denn Jakobsmuscheln, Wassermelone und Honigmelone, Frischkäse, rote Zwiebeln und ein Orangen-Pfeffer-Gel wirkten eher zusammengewürfelt als schlüssig. Vor allem die Mischung aus Meeresfrüchten, Frischkäse und Melone hinterließ am Gaumen ein unangenehm fischiges Gefühl. Das wurde noch dadurch verstärkt, dass die Jakobsmuscheln sonderbarerweise gebraten oder gegrillt und anschließend abgekühlt wurden, was die potentiell edlen Tiere etwas muffig und gummiartig machte.
Als rasche Wiedergutmachung folgte ein hervorragender Teller, der sich um Garnelen und Erbsen drehte. Erstere waren als grobe Farce in einer Teigtasche verarbeitet, die wir zwischen Ravioli und Wantan einordnen würden. Statt hier auf den typisch italienischen Al-dente-Biss zu setzen, hat man sich offenbar für eine schlotzigere, dumplingartige Teigvariante entschieden. Das erwies sich als schlüssig, denn auch die Sauce bespielte mit Zitronengras und Kokosmilch die fernöstliche Aromenklaviatur. Dazu gab es Erbsen und knackig gegarte Zuckerschoten. Sehr passend erschien uns die präzise Wahl von lila Basilikum, der eine etwas blumig-minzigere Aromatik besitzt als italienische Varianten und auch in der thailändischen Küche beheimatet ist. Wie schon beim Amuse-Gueule stellte Laus unter anderem seine Stärke in punktgenauer Schärfe unter Beweis, hier im Fall einer warmen Schärfe roter Chilis.
Auch im folgenden Gang war eine spürbare Chili-Schärfe vorhanden, und auch hier empfanden wir sie als sehr schlüssig. Als Hommage an Paella wurde ein Quartett aus Calamari, Rotbarbe, Knurrhahn und Adlerfisch mit Fregola Sarda in einer pikanten Paprika-Sauce serviert. Dazu gab es noch eine gehäutete Kirschtomate und etwas geschmorte Aubergine. Im Grunde konnten wir diesem kurzweiligen, sommerlich-würzigen Gericht viel abgewinnen. Wir wischten sogar noch die fruchtig-scharfe Sauce mit dem hervorragenden Brot aus dem Tellerboden. Mit dominantem Paprika- und Tomatensaucengeschmack bewegte sich das Gericht für uns jedoch eher im Bereich eines grundsoliden Bistrotellers und ließ ein wenig jene Trennschärfe und Facettenreichtum vermissen, die wir als Messlatte für 7 Pfannen anlegen. Das ließe sich durch hervorragende Produkte wettmachen, doch auch die Rohstoffqualität machte auf uns einen eher passablen als herausragenden Eindruck, und die Fische waren zwar reintönig im Geschmack, aber auch eher weich und mürbe als prall und vital am Gaumen.
Ähnlich das Dessert: Der Teller war am Ende leer und das Arrangement aus Mohnkuchen, Johannisstrauchöl, Schokoganache, Johannisbeeren und Heidelbeeren wirkte harmonisch und unterhaltsam. Doch ohne Überraschungsmoment und Glanzlichter bei der Produktpalette fehlte uns ein wenig der Wow-Effekt, den wir hier in den vergangenen Jahren so oft erleben durften.
Wir denken etwa an den markant abgeflämmten, perlmuttglänzend aufblätternden Skrei, der vor einem Jahr mit Kartoffelpüree, Schmorzwiebeln und knusprigen Röstzwiebeln zwar kraftvolle Begleiter an die Seite gestellt bekam, von glasierten Apfelperlen und einer lebendig-dichten Beurre Blanc auf Basis von Apfelwein aber genau die nötige Frische als Ausgleich mitbrachte – ergänzt durch ein anisduftiges, knallgrünes Kerbelöl. Solche Teller, die handwerklich präzise und konzeptionell trennscharf zugleich sind, haben das Soulfood seit Jahren ausgezeichnet.
Nach einem weniger begeisternden und zwei immerhin sehr „leckeren“, aber eher simpel konzipierten Gerichten, landen wir trotz sehr guter Amuse-Gueules und einem hervorragenden Erbsen-Ravioli-Gang nach diesem Besuch unterm Strich ausnahmsweise bei einer Bewertung, die unterhalb der 7-Pfannen-Marke liegt. Doch das wird zum jetzigen Zeitpunkt von den zahlreichen Glanzlichtern der vergangenen Jahre noch kompensiert. Die aktuelle Momentaufnahme nicht überzubewerten und das Restaurant von Michael Laus und Christine Heß auch in diesem Jahr unverändert mit 7 Pfannen zu empfehlen, steht deshalb für uns außer Frage. Und wir sind uns sehr sicher, die Küche schon beim nächsten Besuch wieder ganz auf der gewohnten Flughöhe zu erleben.
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