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| Do u. Fr ab 18 Uhr, Sa von 12-15 Uhr u. ab 18 Uhr, So-Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 60-65 €, Menüs: 159-195 € |
Nach einem Konzeptwechsel im letzten Jahr wurden Wirtshaus- und Gourmetküche, die einst als charmantes Mischprogramm parallel nebeneinander gelaufen sind, in separate Lokale geteilt. Das bereits bewährte Wirtshaus Huberwirt, wo es mit dem gleichen Anspruch an hochwertige Produkte und fundiertes Handwerk etwas zünftiger zugeht, und das neue Fine-Dining-Restaurant Alexander Huber, das nun von Donnerstag bis Samstag an drei Abenden und zusätzlich samstagmittags den Rahmen für die elaboriertere und auch bei der Produktauswahl exklusivere Gourmetküche des Jeune Restaurateur stellt.
Dass sich im Sommer auf der gemütlichen Terrasse Gourmet-Gäste und Wirtshaus-Gäste vermischen, begrüßen wir ausdrücklich. Regelmäßig wird man in vergleichbaren zweigleisigen Etablissements ausgerechnet als umsatzstärkster Gast bei herrlichem Wetter in Innenräume gepfercht, während draußen bei Forelle Müllerin die Stimmung steigt. Und nachdem wir im vergangenen Text dieses Nebeneinander, das im „alten" Huberwirt an der Tagesordnung war, ein wenig hinterhergeweint hatten, sind wir amüsiert und froh, dass zumindest im Sommer der Gourmet-Gast noch neben dem Wirtshaus-Gast platziert wird.
Und noch ein kleines Detail stach uns schon vor dem Bestellen positiv ins Auge: Die Weinbegleitung ist samt Erzeuger, Jahrgang und Wein direkt auf der Karte gelistet. Das erleichtert die Wahl zwischen Pairing oder Flasche erheblich, was anderswo oftmals in einem umständlichen Fragespiel mit nicht immer besonders auskunftsfreudigen Sommeliers erörtert werden muss. Hier durfte die Entscheidung weinaffiner Gäste oft auf die Weinbegleitung entfallen, die mit erstklassigen Erzeugern wie Battenfeld-Spanier oder Carsten Saalwächter gespickt ist.
Drei Cracker – einer mit Topinambur, einer mit Saibling und einer von Vitello tonnato inspiriert – unterstrichen, dass sich am hohen Niveau seit unserem vergangenen Besuch nichts geändert hat. Positiv stach dabei vor allem das vegetarische Topinamburtatar hervor, das in einem frittierten Croustade-Schiffchen platziert und mit Tomatenmarmelade und Ziegenkäsecreme würzig abgeschmeckt war.
Der erste Tellergang konnte mit lauwarm und glasig gegartem Carabinero vor allem wegen eines hervorragenden Hauptprodukts glänzen. Ein verspieltes süß-saures Arrangement aus Zuckerschoten, Erbsen, Romanasalat, Rhabarber und allerlei Radieschen war an sich ebenfalls sehr stimmig, jedoch etwas überdosiert, was das Gesamtbild recht „salatig“ wirken ließ. Natürlich kann man die Hälfte der Beilagen liegen lassen und sich so einen sehr guten Teller basteln – aber das ist ja nicht Sinn der Sache.
Auch der folgende Gang konnte mit einem hervorragenden Hauptprodukt überzeugen, diesmal einem Huchen, der lauwarm gegart wurde und wunderbar wachsig und reintönig über den Gaumen schmolz. Doch auch hier wirkten die Beilagen aus Petersiliencreme, Holundervinaigrette und grünem Apfel auf uns etwas laut und unruhig. Vor allem, weil der Apfel in Gel- und Brunoise-Form sehr viel Fruchtsüße auf den Teller brachte, was das zarte Gemüt des Huchens übermannte. Stärker war ein vegetarischer Gang, der zwar keinen „Produkt-Star“ auflaufen ließ, aber sehr gut im Team spielte und somit mehr Komplexität generierte als die Gänge zuvor. Dreh- und Angelpunkt war eine gehäutete, gratinierte und mit würzigem Bulgur gefüllte Tomate, die von al dente gekochten Coco-Bohnen, schwarzem Knoblauch und Tomberrys, einer am Gaumen platzenden Mini-Tomatensorte, umspielt wurde.
Nicht ganz mithalten konnte da ein gedämpfter Zander, der mit Entenlebercreme gratiniert und auf Brunnenkressen-Rahmspinat platziert wurde. Vor allem durch die Kombination verschiedener Bittertöne von Brunnenkresse und Leber wurde ein uncharmanter, fast beißender Geschmack erzeugt. Auch haptisch bot der Gang durch einen fest und trocken gedämpften Fisch, zwei Cremes und eine artifiziell luftige Miso-Hollandaise wenig Spannung. Nicht nachvollziehbar war für uns außerdem, wieso sich die Küche ausgerechnet für eine ebenfalls sehr breiige Zander-Krokette als à part gereichte Begleitung entschied. Unterm Strich war das deutlich zu massig, breiig und schwer. Auch gute Köche verrennen sich konzeptionell mal und handwerkliche Fehler passieren – Ausrutscher dieses Ausmaßes sollten auf 8-Pfannen-Level aber eigentlich nicht passieren.
Deutlich stärker und im Direktvergleich fast wie aus einer anderen Küche war der Hauptgang rund um Rehrücken, Pfifferlingen und Schwarzbeeren. Neben dem perfekt gegarten, aromatischen Reh konnte sich auch das Zusammenspiel mit der Schwarzbeerenmarmelade mit tiefer Süße und fester Säure sehen lassen. Auf den Punkt gegart und handverlesen waren auch die festfleischigen kleinen Pfifferlinge. Als eine etwas rustikalere, süffigere, aber ebenso würzige und aromastarke Variante gab es à part noch ein bayerisches Bao Bun mit Schmorfleisch, frischen Kräutern und Grünkern.
Von ihrer besten Seite präsentierte sich auch die Pâtisserie, die ein gutes Gespür für leichte und frische Aromen und Texturen besaß: zuerst mit einem grasig-frischen Gin-Basilikum-Sorbet und betörend süßen Schwarzlitschis, die mit Basilikumöl und Fingerlimes abgeschmeckt wurden. Und später mit einem Pistaziensablé mit Erdbeeren und Waldmeister, das noch um weiße Schokomousse und Zitronenmousse erweitert wurde und aller Süße zum Trotz geradezu über den Gaumen tänzelte.
Sehr charmant fanden wir auch das Petit-Four-Brett mit allerlei Pralinen, Macarons und anderen Schlemmereien. Positiv hervorstechen konnte daraus ein Eis am Stiel mit Schokolade und Chili, das noch einmal untermauerte, dass die Patisserie zu den Stärken von Alexander Huber zählt. Auch wenn wir bei diesem Testbesuch etwas mehr zu monieren hatten als in den vergangenen Jahren, belassen wir es bei der in der über die Jahre immer sehr stabilen Bewertung von 8 Pfannen. Und in Anbetracht des herzlichen Services und des langjährig zuverlässigen Konzepts hoffen wir auch, dass sich daran in Zukunft nichts ändern muss.
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