| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So | Mittags |
|
|
|
|
|
| Abends |
|
|
|
|
|
||
| Mi-So ab 12 Uhr durchgehend, Mo u. Di Ruhetag |
| Hauptgerichte: 22-69 €, Menüs: 39-119 € |
Vor der Türe jede Menge Parkplätze, gastfreundliche Öffnungszeiten auch am Mittag und am Wochenende sogar durchgehend, in den gepflegten Gasträumen viel Platz und unterhaltsamer Ausblick durch eine Glasfront in die direkt angrenzende Reithalle, dazu entspannte Atmosphäre und eine Speisekarte, mit der fast jeder etwas anfangen kann: die Reitstall-Gastronomie Klövensteen im schleswig-holsteinischen Schenefeld, das direkt an den westlichen Toren Hamburgs liegt, ist ein gutbürgerlicher Landgasthof wie er im Buche steht. Eine Ausflugsgaststätte, die bodenständige gastronomische Bedürfnisse auf kulinarisch weit überdurchschnittlichem Niveau befriedigt!
Denn Charlotte und Daniel Ambratis, die Gastgeber des Reitstall-Restaurants, kommen ursprünglich aus der gehobenen Gastronomie, haben zum Beispiel seinerzeit länger bei Karlheinz Hauser auf dem Süllberg gearbeitet hat, wo er als Koch und sie Sommelière tägig war. Deshalb gibt es hier auch eine attraktive Weinkarte mit guten, bezahlbaren Optionen und eine sehr ansprechende, im besten Sinne gutbürgerliche Küche, die regionale Klassiker wie Hamburger Pannfisch vom Kabeljau mit Senfsoße oder Seezunge „Finkenwerder Art“ und internationale Evergreens wie Rindertatar mit Steak Fries oder Wiener Schnitzel so gut zubereitet, wie man sie nur ganz selten bekommt. Auch saisonale Aktionen mit Grünkohl, Spargel, Maischolle, Matjes, Gans und Enten, Wild oder Steinpilzen bieten das ganze Jahr über viel Abwechslung.
Schon so etwas völlig Simples wie ein gemischter Salat wird hier mit viel Sorgfalt für jede Komponente zubereitet, ist vielsortig und vielseitig zusammengestellt, frisch und schmeckt auch so. Und im Grunde gilt das Prinzip mehr Sein als Schein auch für alle anderen Dinge, denn da gibt es nichts ausgesprochen Außergewöhnliches oder Exklusives in der Karte, aber die Sachen haben dann auf dem Teller immer mehr Pfiff als gedacht. So zuletzt auch der nach Graved-Art gebeizte Lachs, dessen Tranchen auf einen frisch ausgebackenen Kartoffelrösti mit Meerrettich-Schmand drapiert waren, mit Orangenschalenabrieb aromatisiert. Nicht nur mit Bittersalaten gekrönt, sondern auch mit eingelegten Radieschen- und Kürbisscheiben umgeben, die in ihrer süßsauren Art sehr gut mit allem anderen korrespondierten und im Zusammenspiel ein vielseitiges und ausgewogenes Geschmacksbild erzeugten.
Das funktionierte ebenso gut beim vorbildlich von Hand geschnittenen und eher fruchtig als würzig angemachten Rindertatar, bardiert mit einer Banderole aus eingelegter Gurke, ergänzt noch um Röstzwiebeln und hausgemachte Remouladensauce. So einfach und so gut. Letztere wertete auch das an sich schon sehr gute, rosasaftige Roastbeef mit Schnittlauch und à part dazu servierten Bratkartoffeln auf, weil sie nicht nur opulent schmelzig, sondern eben auch ausgleichend säuerlich und frisch schmeckt.
Vom Einfachen das Beste könnte hier also der Slogan lauten, wenngleich es durchaus auch etwas weniger landläufige oder bewährte Gerichte gibt, so wie zuletzt beispielsweise die gebackene Lammpraline mit Wurzelgemüse und dem süffigen Duett Curry-Aioli und Portweinjus auf Lammbasis. Oder, um beim Lamm zu bleiben, einen akkurat mit dünner Semmelbrösel-Kräuterkruste gratinierten rosa Lammrücken, der mit gebratenen Serviettenknödelscheiben und geschmortem Spitzkohl auf einer Schalottenjus angerichtet wird.
Gehaltvolle klassische Saucen sind ohnehin eine der großen Stärken der Küche, wie zuletzt insbesondere auch die dunkle, mit Dörrpflaumen und Orange raffiniert abgeschmeckte Entenjus, die es zur gebratenen Entenbrust auf einem Cassoulet von weißen Bohnenkernen und grünen Brechbohnen gab – und die zum heimlichen Star auf dem Teller avancierte. Wobei auch die à part im Schälchen dazu gereichten fluffigen Kartoffel-Schnittlauch-Krapfen sehr viel Spaß machten. Die schön gleichmäßig rosa gegarte Entenbrust selbst war ebenfalls ein tolles Produkt, allerdings hätte das viele Fett unter der zwar goldbraunen, aber nicht sehr krossen Haut besser abgeschmolzen (und somit auch die Haut automatisch noch knuspriger) sein dürfen.
Nachtisch ist im Reitstall Klövensteen auch immer eine sehr lohnende Sache, wie diesmal die Himbeerschnitte mit Haselnussbiskuit, begleitet von schön cremigem und natürlich intensiv schmeckendem Himbeersorbet und originellem moussigem Franzbrötchen-Schaum mit einem Hauch Limettenschalenabrieb mehr als deutlich machte. Und der Service wirkt selbst bei Hochbetrieb an durchgehenden Öffnungstagen motiviert und behält aufmerksam den Überblick.
Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.