Perrier_Superbanner

???

Fotos: Redüttchen

Redüttchen

Kurfürstenallee 1
53177 Bonn
0228-68898840

aktualisiert: 12 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 16-62 €,
Menüs: 69-110 €

Das Schöne an dem Restaurant im ehemaligen Gärtnerhäuschen der aristokratisch anmutenden Veranstaltungs-Location Redoute, das passenderweise verniedlicht Redüttchen heißt, ist die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um ein dezidiertes Gourmetrestaurant handelt, aber trotzdem gourmet-like gekocht wird. In stilvoller, aber eher legerer Bistro-Atmosphäre gibt es hier vom Team um Jeune Restaurateur Matthias Pietsch zwei bis zu sechsgängige Menüs, von denen eines vegetarisch ist, außerdem eine Auswahl eher klassisch orientierter Gerichte à la carte wie Seeteufel mit Artischocken, Arancini und Sauce Rouille oder ein Châteaubriand für 2 Personen und zusätzlich saisonale Traditionsgerichte wie etwa das Gänseessen in der Vorweihnachtszeit.         

Nach einem zwar durchaus sehr schmackhaften, aber in Sachen Raffinement mit recht festen, spröden Stücken als Einlage überschaubaren Petersilienwurzel-Cremesüppchen, ging es im ersten Gang des „Redüttchenmenüs“ schon um einiges ambitionierter zu: eine mit dem pochierten Beinfleisch von Königskrabbe, eingelegter Senfsaat, Pepquino-Gurke und Dillspitzen belegte geröstete Milchbrötchen-Schnitte kam da als „Krabbenbrot“ in süffiger Begleitung von Büsumer Nordseekrabben, Sauce Remoulade und Dillöl daher. Ganz unkompliziert und leicht zugänglich, aber dennoch aromatisch differenziert und elegant arrangiert. Und genau diese Eigenschaften zeichnen die Redüttchen-Küche ganz generell aus.

Der zart geschmorte, mit Liebstöckeljus glasierte und mit Birnengel sowie grob zerstoßenen Haselnusskernen überzogene Bauch vom spanischen Basatxerri-Schwein (einer speziellen Kreuzung aus Duroc und Large White), der hier mit Lauch und Frühlingszwiebel auf einem Bett aus Belugalinsen angerichtet wurde, war nicht nur als Produkt, sondern auch als Komposition eine reizvolle Angelegenheit. Daran änderte auch die Tatsache, dass der in der Karte ebenfalls noch annoncierte glasierte Seeigel als Bestandteil unbemerkt blieb, rein gar nichts.

Das saftig auf der Haut gegrillte Filet vom Adlerfisch aus dem Atlantik war mit fermentierten San-Marzano-Tomaten, eingelegten Cassis-Feigen und verschiedenen Sorten von sautiertem wildem Blumenkohl (auch als Creme) sowie einer mit der nussig-pikanten arabischen Gewürzmischung Dukkah abgeschmeckten rahmigen Sauce vom Saft fermentierter Tomaten ebenfalls in guter Gesellschaft. Ein sehr harmonischer süßlich-feinwürziger Akkord.

Aufgrund sehr guter Produktqualitäten und sehr sorgfältigem Handwerks wurde auch das quasi in einer Deluxe-Variante aufgebotene „Jägerschnitzel“ zum Bringer: rosasaftiges Kalbsfilet, gebackenes Kalbsbries, verschiedene Waldpilze wie Steinpilz und Pfifferlinge à la Creme zubereitet, sowie kleine, rösch angebratene Schnitten vom Serviettenknödel, machten da zusammen mit der auflockernden Wirkung von Essigzwetschgen, einem Essigzwetschgengel und ätherischen Mini-Radieschen eine sehr gute Figur. Samt einer bestens beschaffenen reduzierten Kalbsjus war das eleganter und zugespitzter, als es auf dem Papier (und auf dem ersten Blick auch auf dem Teller) den Anschein machte.

Das Team hat definitiv ein gutes Gespür für balancierte Geschmacksbilder und geschmeidiges Texturenspiel, was auch das Dessert diesmal eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, das sich um einen aus Kürbis und Original Beans‘ „Edelweiß“-Schokolade fabrizierten Mousse-Kürbis, etwas Kürbissalat und eine Nocke süßlich-feinwürziges Misoeis drehte. Die kamen im feinsinnigen Zusammenspiel mit einem Kalamansisud und karamellisierten Kürbiskernen sowie in diesem Zusammenhang mal gar nicht so unpassendem Malto zu einem anspruchsvollen Abschluss zusammen, der das aktuelle Bewertungsniveau nochmal fest untermauern konnte.

Dass die im Lokal überall dekorativ positionierten Weinfaschen nicht bloß Zierde sind, sondern man im Redüttchen auch anspruchsvoll trinken kann, beweist der Blick in die gut sortierte und fair kalkulierte Weinkarte.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



Das GUSTO-Lexikon der Köche

Hier finden Sie einen Großteil der Küchenchefs, deren Restaurants im GUSTO-Führer empfohlen werden. Das Lexikon wird ständig ergänzt.

Das GUSTO-Ranking der besten Restaurants

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller im GUSTO-Führer empfohlenen Restaurants - sortiert nach ihrer derzeitigen Bewertung.