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Fotos: Redüttchen

Redüttchen

Kurfürstenallee 1
53177 Bonn
0228-68898840

aktualisiert: 03 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 38-58 €,
Menüs: 69-120 €

Solche im Grunde eher unkompliziert und dennoch sehr anspruchsvoll bespielten Lokale wie das in dem verniedlicht Redüttchen genannten ehemaligen Gärtnerhaus, das so etwas wie das Kavaliershäuschen des großen Ball- und Konzerthauses La Redoute gleich nebenan ist, mögen wir ganz besonders. Das gemütliche Redüttchen will der Eigendefinition gemäß gar nicht so viel mehr als eine gehobene Weinbar mit Restaurantbetrieb sein, doch bietet es aus kulinarischer Sicht weit mehr als viele dezidierte Fine-Dining-Adressen mit gehobenerem Konzept und teureren Preisen.

Für das, was auf die Teller kommt, zeichnen Küchenchef Matthias Pietsch und sein Team verantwortlich, die weltoffen und kreativ auf klassischer französischer Basis kochen, stilistisch aber keiner bestimmten Stilrichtung huldigen. Man kann hier munter aus einer schönen Auswahl an verschiedenen Gerichten à la carte bestellen, aber auch ein Menü in drei bis sechs Gängen und natürlich angepassten Portionsgrößen. Und die vielen illustren Weinflaschen, die teils ausgetrunken und teils in Weinklimaschränken lagernd dekorativ das Ambiente zieren, lassen keine Zweifel daran, dass es im Redüttchen begleitend dazu auch etwas Gutes ins Glas gibt.

Los geht’s hier fast schon traditionell mit einfallsreich belegtem Mini-Flammkuchen, gefolgt von ausgesprochen gutem Brot einer ortsansässigen Bäckerei mit aufgeschlagener Butter. Der erste Gang unseres Menüs handelte zuletzt von einer freien Interpretation des Salade niçoise, für den natürlich frischer, roh marinier Thunfisch nur ganz kurz ringsum angebraten wurde und in nicht zu dünnen Tranchen zusammen mit wachsweichem Eigelb, gebratenem Artischockenboden, eingelegten Radieschen und einer weißen Tomatenvinaigrette auf und um einen Sockel aus Prinzessbohnensalat arrangiert wurden. Ein sehr schöner, leichter, aber keineswegs seichter Start, bei dem nur eine recht würzige helle Creme auf dem Fisch etwas störend wirke.

Das Kaninchen aus der Eifel kam im Anschluss als eine Art Ballotine zum Einsatz und teilte sein sehr weiches, mürbes Fleisch mit frischen gebratenen Steinpilzen, glasiertem Senfkohl und einer Feigencreme, die dazu eine adäquate Süße ins Spiel brachte. Und die am Tisch dazu angegossene leichte Steinpilzrahmsauce sorgte nicht nur für die süffige Untermalung, sondern verband die Feigenfrucht und mit den herzhaften Komponenten.

Sehr süffig kam dann auch der Hummer daher, dessen Stücke aus Schere und Schwanz satt mit cremig reduzierter Hummerjus glasiert und auf eine Melange aus Spanferkelragout, Zuckermais und Maiscreme drapiert waren. Spalten von gebratenem Pfirsich gaben dem Gericht einen gewinnbringend fruchtig-säuerlichen Akzent, während ein ebenfalls recht fruchtiger Sud von Pimientos de Padrón noch eine spannend rauchige Note in die Waagschale brachte.

Und auch der gratinierte Steinbutt unter einer groben Pinienkernkruste, der zusammen mit wildem Brokkoli auf einem Bett aus mit Safran aromatisiertem Kartoffelschaum lag und dort von einer leichten dunklen Jus von Pinienkernen eingesäumt wurde, war ein ausgesprochen fülliges und süffiges Gericht mit hohem Soulfoodfaktor.

Nach einer kleinen Erfrischung in Form eines Mango-Lassi mit karamellisierter Ananas, Minzöl und Nüssen war der Hauptgang dann ein Fest für alle Fans von gutem Lammfleisch. Denn sowohl der mundwässernd eigenaromatische, mitsamt seines Fettdeckels gebratene Rücken auf dem Hauptteller, als auch das Lammbries im Satellitenschälchen daneben boten herrlich viel Produktcharakter. Der rosa Rücken war mit gerösteten Cashewnüssen, eingelegten Aprikosenspalten und Wildkräutern auf etwas Schafsjoghurt angerichtet und wurde von klassischer reduzierter Lammsauce und einer angenehm säuerlichen Aprikosenjus liiert. Den kleinen saftigen Bries Nuggets im Schälchen assistierten ebenfalls etwas Aprikose und Schafsjoghurt, in der Hauptsache aber eine mit Sesam aromatisierte Auberginencreme.

Dass hier nicht groß herumgebastelt wird und immer ein harmonischer, unkompliziert zugänglicher Gesamteindruck auf den Tellern entsteht, zeigte abschließend auch das Dessert, ein mit Bananeneis, Kirschen und Sahne gefüllter Windbeutel, getoppt mit hauchdünnem Salzkaramell und angegossen mit einer kakoherben Milchschokoladensauce. Und dass die eingangs erwähnten dekorativen Weinfaschen hier nicht bloß Zierde sind, man also auch anspruchsvoll trinken kann, beweist ein Blick in die gut sortierte Weinkarte. Es macht aber auch Sinn, sich zum Menü einfach glasweise etwas ausschenken zu lassen, denn das Preis-Genuss-Verhältnis ist da genauso gut wie bei den Speisen. Zuvorkommend bedient und kompetent beraten wird im Redüttchen ohnehin.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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