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| Mo-Sa von 12-14.30 Uhr u. ab 18 Uhr, So von 12-14.30 Uhr, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 26-47 €, Menüs: 85-97 € |
Auch mit neuer Küchen-Besetzung verspricht das Pots im Hotel Ritz-Carlton Deutsche Küche 2.0, also Klassisches mit einem kreativen Ansatz. Zum großen À-la-carte-Angebot zählt der ostdeutsche Eintopf Soljanka, den man mit einem Klecks Kaviar seiner proletarischen Vergangenheit entlehnen kann, fürs Hühnerfrikassee kommt eine Poularde in den Morchelrahm und dem Schweinebraten wird mit Bauch und Filet die Wirtshaushaftigkeit ausgetrieben. Aber auch Helgoländer Hummer mit Kaviar Beurre blanc und Kartoffelpüree zum Teilen steht auf der Karte.
Neben der umfangreichen À-la-Carte-Auswahl bietet das Küchenteam um den neuen Executive Chef Lukas Bachl und Küchenchef Ferdinand Kretz noch ein Überraschungsmenü. Das wurde zunächst mit ein paar akkuraten Kleinigkeiten ohne allzu klar erkennbare Referenz an die deutsche Küche eingeläutet: Käsebällchen mit ausgelassenem Speck, Obazda mit nachdrücklicher Paprikanote und Käsecracker mit feinsäuerlich abgeschmecktem Eiersalat. Danach ging es mit gebeiztem Lachs in einem frischen Gurkensud mit zarter Säure, dazu Saiblingskaviar, eingelegter Daikon-Rettich, eingelegter Ingwer mit zarter Schärfe, Würfelchen von Granny-Smith-Apfel und Kapuzinerkresse ebenfalls nicht dezidiert heimatlich zu. Aber durchaus sehr fein!
Die folgenden Käsespätzle waren dann aber nicht nur urdeutsch, sondern auch High-End-Hausmannskost: die Spätzle filigran, aber mit Biss, der Bergkäse würzig und cremig, aber nicht zu mächtig, hauchfeiner Schnittlauch gibt eine zwiebelige Frische, die perfekte Grundlage für eine opulente Ladung schwarze Trüffel von sehr guter Qualität. Für die folgende Griesnockerl-Suppe als wohlig winterlicher Zwischengang verzichtete das Team auf Edelprodukte, überzeugte dafür umso mehr durch die intensive Gänseessenz der Suppe. Nur deren Gemüseeinlage in Gestalt von Karotten und Zucchini war für unseren Geschmack einen Tick zu sehr auf der bissfesten Seite.
Im Hauptgang schließlich kommt die Oldenburger Gans ohne größere Experimente aus: Die Brust mürbe und zart, die Haut fein knusprig, ausgelöstes Keulenfleisch als Rilette in einer Kartoffeltasche, dazu eine zartfruchtige, nicht allzu schwere Jus. Fruchtig aufgelockert wurde das Ganze durch Tupfen von Cumberland-Sauce, beherzt gewürztes Blaukraut und eigelegte Brombeeren, akzentuiert von gerösteten Haselnüssen.
Ohne Bezug zu einer dezidiert deutschen Küche war dann wiederum das ebenfalls gut gelungene Dessert: eine Mousse aus weißer Schokolade auf einem Karottenkuchen-Boden mit Ananas-Ragout als Füllung und einem fruchtigen Karottensud als Sauce.
Mag sein, dass ein Menü in der Vorweihnachtzeit nicht unbedingt der Moment ist für kreative Experimente. Von dem „2.0“-Konzept war jedenfalls auf den Tellern nur relativ wenig zu spüren. Das muss aber überhaupt kein Nachteil sein, denn so etwas wie eine Autorenküche sucht man im Restaurant eines Grandhotels ohnehin eher nicht – dafür ist das Publikum viel zu gemischt. Mit guten Produkten und handwerklich gekonnter Umsetzung weiß das neue Team vom Pots aber auf jeden Fall zu punkten.
Die Weine dazu kommen schwerpunktmäßig aus Deutschland, die Karte ist gut aufgestellt, gereifte Gewächse sind auch glasweise zu haben, allerdings durchaus sportlich kalkuliert.
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