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Fotos: Port Culinar

Port Culinar

bei Robbe & Berking
Harniskai 13
24937 Flensburg
0461-40681563

aktualisiert: 07 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-So von 12-14 Uhr u. ab 17 Uhr, Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 25-70 €,
Menüs: 79-129 €

Direkt am Ostufer der Flensburger Förde, mitten auf dem Gelände der Yachting Heritage Centre Werft, hat Robbe & Berking – bekannter Hersteller von edlen Yachten und Silberbesteck – mit dem Port Culinar einen neuen spannenden Ort für Genießer geschaffen. Verantwortlich für die Gastronomie ist mit Mario Laabs ein ebenso erfahrener wie ambitionierter Chef, der nach Wanderjahren in Frankreich und der Schweiz zuletzt schon als Küchenchef des Koseler Hofs bei Eckernförde sein Können unter Beweis stellen konnte.

Die neue Wirkungsstätte in Flensburg hat einen ganz anderen Charakter als der beschauliche Landgasthof. Der moderne Bau wirkt ein bisschen wie ein stylischer Messepavillon mit Industriechic – unten werden die Produkte von Robbe & Berking ausgestellt, während oben in dem hohen lichtdurchfluteten Raum inmitten einer umfangreichen Schiffsbibliothek die Speisen serviert werden. Aber ganz offensichtlich hat sich der Chef mit seinem Team auch hier sehr schnell bestens eingelebt.

Der Gästezuspruch ist auf jeden Fall selbst unter Woche bemerkenswert hoch, was nicht zuletzt auch daran liegen dürfte, dass sich das Angebot mit einem relativ breiten Spektrum an ganz unterschiedliche Gäste und Erwartungshaltungen richtet. Wer es lieber schnell und unkompliziert mag, findet etwas bodenständiger und klassischer gehaltene Gerichte à la carte und liegt dabei mit bewährten Klassikern wie Beeftatar und Caesars Salad auf der sicheren Seite. Wer es anspruchsvoller mag und das Ganze Können der Küche erleben möchte, wählt stattdessen das bis zu fünfgängige, allerdings nur abends offerierte Menü.

Eingeläutet wurde dieses zuletzt nach einer kleinen Brotauswahl mit einigen unkomplizierten Kleinigkeiten wie einem Rindertatar im Cornetto, einem Airbread mit Füllung aus Eigelbcreme und einem Falafel mit Yuzucreme, die auf handwerklich exakte Art allesamt erfolgreich Lust auf mehr machten. Noch mehr von ihrem Können zeigte die Küche dann beim ersten regulären Gang, bei dem ein Garnelen-Carpaccio von makelloser Grundqualität zwar ganz klassisch von Crème fraîche und Kaviar ergänzt wurde, aber von frittiertem Bärlauch auch noch etwas Crunch und von einem cremigen Bärlauchgel kräutrig-würzige Spitzen mitbekam, die dem Carpaccio mehr Kontur verliehen.

Nicht weniger überzeugend gelang auch der nächste Gang mit regionalem Kolorit. Da breitete die Küche geschickt den norddeutschen Eintopf-Klassiker Schnüsch über gegrilltem und karamellisiertem Spargel aus und setzte zurecht auf eine deutliche Reduktion der traditionell eher gehaltvollen Sauce, die hier aber wie ein leichter Sud wirkte und die typischen Zutaten wie Erbsen, Karotten und Sellerie ohne jede Schwere umspielte. Passend abgerundet wurde der rein vegetarischen Gang zudem von gebratenen Pfifferlingen.

Im Hauptgang überzeugte ein schön knapp klassisch gebratener rosa Rehrücken mit straffer, saftiger Fleischstruktur. Die puristische, aber ausdrucksstarke Begleitung aus wildem Brokkoli und hocharomatischer Topinamburcreme zeigte, dass man mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielen kann, wenn die Produkte überdurchschnittlich sind und die Zubereitung souverän. Das ausgezeichnete Reh brauchte hier nämlich wirklich nicht mehr als diese zwei kontraststarken Begleiter, zumal es außerdem noch von einer außergewöhnlich guten, tiefen und gehaltvollen Wildjus unterstützt wurde.

Die gleiche klare Linie funktionierte dann auch beim süßen Abschluss super, bei dem ein saftiger gebackenen „Blondie“ von einem säuerlich-fruchtigen Rhabarbersud kontrastiert und stilecht und leichtfüßig mit duftiger Vanillecreme und Baiserhäubchen bereichert wurde. In den Grundzügen ganz einfach und unkompliziert, aber auf sehr charmante und gekonnte Art umgesetzt und deshalb voll überzeugend…

Genau in diesem Stil wirken die jüngsten Darbietungen von Mario Laabs insgesamt noch durchdachter als an seiner vorherigen Wirkungsstätte. Zusammen mit einer mehr als respektable Weinkarte und dem aufmerksamen, gut eingespielten Serviceteam, ergibt sich jedenfalls ein rundum positiver Gesamteindruck, der neugierig auf die weitere Entwicklung macht. Das Team hat definitiv das Potential, sich auch noch weiter zu steigern.

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