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| Täglich ab 12 Uhr durchgehend, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 8-27 €, Menüs: 45-72 € |
Im beschaulichen Ortsteil Fischbach ist mit dem Seegut Zeppelin ein stylisher Rückzugsort entstanden. Er liegt in einem vier Hektar großen Landschaftspark am See rund um die historische Villa Gminder, die kulinarischer Ankerplatz des Hotels ist. Im Sommer sitzt man schön auf der Terrasse mit Blick auf den See. Im lichten Inneren des Restaurants Pinus sorgen helles Fischgrätparkett, blanke Holztische und weiß getünchten Wände für ein puristisches Strahlen. Philipp Heid, der zusätzlich die Küche in der Speiserei im Schwesterhotel Maier verantwortet, gibt im Seegut seit dem Frühjahr 2024 mächtig Gas. Hier wie dort wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Manche Produkte kommen aus dem eigenen Garten, viele von Anbauern und Lieferanten aus der näheren Region, und möglichst alles davon soll verwertet werden.
Die Karte ist auf dem Sharing-Prinzip aufgebaut: Wer nicht alleine i(s)st, kann sich eine „Überraschungsreise“ mit fünf, sieben oder neun Gerichten teilen. Aber auch als Solobesucher hat man sowohl mittags als auch abends die volle Auswahl – und kann sich aus den Sparten „Kalt“, „Warm“ und „Süß/Käse“ zum Beispiel ein Vier-Gänge-Menü zusammenstellen. Weitere Besonderheit im Pinus: Die Grundausrichtung ist vegetarisch, aber es gibt zu einigen Gerichten Fisch oder Fleisch als Beigabe.
So stand denn auch bei unserer ersten kalten Vorspeise „Quinoa von der Alb“ groß über den anderen Produkten. Das sogenannte Pseudogetreide bildete in einer belebenden, aber auch harmonisierenden Buttermilchvinaigrette den Sockel, fermentiert und mariniert, sodass zu ihrer feinen Würze auch eine rötliche Farbe kam. Für uns war dennoch der Saibling in kleinen schmelzigen Tranchen das Hauptprodukt, das in kaltgeräucherter Form durch seine wohldosierte Würze viel aromatische Wärme mitbrachte. Knackige Frische gab es durch Spitzkohlsalat oben drüber, aktentuierende Kicks durch Tupfer einer fast in Richtung Mayo gehenden Kräutercreme.
Bei der zweiten Vorspeise bildete ein leicht gegartes, akkurat handgeschnittenes und exakt gewürztes Tatar vom Bodenseerind die Grundlage. Auch hier stand das Gemüse drüber und lag auch obenauf: frittierter und dadurch leicht transparenter Grünkohl, den man sich auch als pures Snack-Vergnügen vorstellen könnte und der hier das Fleisch komplett versteckte. Mild-würzige bis liebliche Impulse gab es durch eine Eigelbcreme, Senfsaat, karamellisierte Zwiebeln und geröstete Haselnüsse. In einer Vinaigrette war schwarze Trüffel so genau dosiert, dass sie nicht wie so häufig alles andere überlagerte, sondern sich sanft einfügte. Dazu gab es ein köstliches, noch heiß dampfendes Grießbrot.
Etwas zurückhaltender war unser nun wirklich vegetarisches Hauptgericht, oder sagen wir: die Aromen lagen dichter beisammen und brachten somit weniger Abwechslung auf den Teller. Das Süß-Erdige von kurz gegrillten Kräuterseitlingen kam gut zur Geltung; mitbestimmend waren außerdem Kartoffelkomponenten als Schaum und Knusper, aber auch als interessante Gnocchi- oder Schupfnudelvariante, zu einer fluffigen Rolle geformt, gebraten und geschnitten. Abgerundet wurde dies durch eine Röstgemüsejus und braune Butter. Haselnüsse, Körner und Blüten setzten zudem kleine Akzente.
Spannend war der Abschluss. Unter der Überschrift „Süß/Käse“ haben wir uns für beides auf einmal entschieden – mit einem Käsedessert. Auf einer geschmeidig würzigen Ziegenfrischkäsecreme wechselten sich rechts und links von einem kräftigen Sanddornsorbet eingelegte Kürbisstücke, Kumquatgel, Cracker und karamellisierte Mandeln ab. Die punktuell herbe Säure wurde gut durch einen transparenten süßen Sud aufgefangen.
Korrespondierend zur vegetarischen Inspiration werden auf der Getränkekarte die alkoholfreien Alternativen (tolle Auswahl an Säften, Tees und Prickelndem!) in den Vordergrund gerückt. Aber auch für Weinfreunde gibt es Besonderes: Neben den „Big Seven“-Betrieben vom Bodensee und Weinen aus den üblichen europäischen Ländern gibt es welche aus Kroatien, Slowenien, Rumänien und der Tschechischen Republik. Die glasweisen aber waren bei unserem Besuch ein ausschließliches Bekenntnis zur Region, zum Beispiel mit einem überzeugenden Grau- und Spätburgunder vom Weingut Kress.
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