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Fotos: Philipp

Philipp

Hauptstr. 12
97286 Sommerhausen
09333-1406

aktualisiert: 02 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Fr ab 18.30 Uhr, Sa u. So von 12-14 Uhr u. ab 18.30 Uhr, Mo-Do Ruhetag
Menüs: 79-199 €

Schon seit der Jahrtausendwende lockt das schmucke, über 400 Jahre alte Fachwerkhaus im malerischen Weindorf Sommerhausen Gourmets aus Nah und Fern an den Main. Was Michael Philipp und sein Frau Heike in diesem langen Zeitraum selbständig aufgebaut haben, nötigt größten Respekt ab: die höchst elegante und immer sehr zugängliche Küche des Chefs bewegt sich seit über zwei Jahrzehnten schwankungsfrei auf einem Niveau, das dem charmanten Restaurant mit Hotelzimmern einen angestammten Platz unter den führenden kulinarischen Adressen in Unterfranken sichert. Zur anhaltenden Beliebtheit trägt sicher auch der Umstand bei, dass mittags dasselbe Programm wie abends angeboten wird – und zwar zum attraktiven Vorzugspreis!

Nach einem lockeren Auftakt mit insgesamt vier Cornettos, von denen je zwei mit Paprikacreme und zwei mit geräucherter Creme und Kaviar von der Forelle gefüllt waren, starteten wir zuletzt mit einem kompakt und doch transparent auf einem Löffel angerichteten Happen von unter anderem mit Bergamotte zitrisch umspielten und von Togarashi wohldosiert pikant angeschärften Gelbflossen-Thunfisch. Kompakte Ausdruckskraft wurde auch mit dem weiten Amuse erzielt, indem der typisch nussig-jodige Geschmack einer auffällig frischen, festen sautierten Jakobsmuschel stimmig und ohne jede Verkünstelung mit mariniertem Kürbis, Pilzen und Koriander auf Kräuterfond zusammengeführt wurde.

Selbst landläufige Kombinationen, wie man sie derzeit in jedem zweiten Fine-Dining-Lokal aufgetischt bekommen könnte, vermag Michael Philipp auf ein weit überdurchschnittliches Niveau zu hieven, weil ihm da seine handwerkliche Präzision, sein Gespür für die optimale Balance einer Kreation und natürlich die hohe Qualität der Produkte in die Karten spielen. So wurde zuletzt eine Tranche vom roh marinierten schottischen Lachs mit bewährten Begleitern wie Avocadocreme, Gurke (als Röllchen und Eis) sowie knackigem Rettich in einem pfeffrigen, mit Dillöl marmorierten Buttermilchsud präsentiert – und jede Komponente rund um den schön festfleischigen und klararomatischen Fisch war so exakt abgeschmeckt und zugespitzt, so perfekt proportioniert, und schlussendlich im Zusammenwirken so gaumenkitzelnd, wie das sonst bei identischen Kreationen nur selten der Fall ist.

Michael Philipp kommt auf seinen Tellern ohne jede Effekthascherei aus und überzeugt zu hundert Prozent mit Geschmack. So wirkt manches Gericht sogar zunächst weitgehend unspektakulär, um dann aber umso mehr zu begeistern, während man es genussvoll verspeist. So wie zuletzt auch das geschmorte Kalbsragout im Nudelblatt, für das mehrere Lagen der dünnteigigen, mit etwas Misopaste bestrichenen Pasta zusammen mit dem mürben Fleisch und geschmorten Tropea-Zwiebeln zu einem Türmchen geschichtet wurden. Der besondere aromatische Clou dieses unkomplizierten nussig-würzig-süßlichen Mischgerichts war die prägnant mit sieben verschiedenen Pfeffersorten abgeschmeckte Schaumsauce drumherum.

Fokussiert ging es auch beim Hauptgericht zu, in dessen Mittelpunkt zunächst sous-vide gegarte und sodann scharf nachgebratene Brust einer Challans-Blutente von Gérard Burgaud im Mittelpunkt stand. Dem qualitativ herausragenden Geflügel, das sich an einer meisterlich zubereiteten Portwein-Reduktion laben durfte, stellte der Chef nichts weiter als verschiedene Komponenten aus Topinambur und Schwarzwurzel zur Seite, doch gerade deren hinreißende Vielfalt von weich über knackig bis knusprig überzeugte auf ganzer Linie. Reiner Geschmack und souveränes Handwerk ließen auch diesen Teller zum Erlebnis werden, dessen enorme aromatische Substanz lange nachhallte.

Durchaus farbenfroh, wenn auch alles andere als saisonal, trat im Winter das sommerliche Dessert auf, dessen Thematik um die klassischen Elemente eines Piña Colada kreiste: Ananas, Rum, Kokosnuss… Ein Ragout der Zitrusfrucht und ein mit Tahiti-Vanille veredelter Ananassud bereiteten der schlanken Süße eines Eises von Piña Colada eine schöne Bühne, wobei sich weitere Details wie Dulcey-Cremeux und essbare Blüten als Bereicherung entpuppten. Hauptsächlich verdankte der Teller seine tiefe Aromatik jedoch dem präzisen Zusammenspiel der variablen Texturen und Temperaturen, welche die Aufmerksamkeit bis zum letzten Löffel hochhielten.

Die Küche von Michael Philipp zeugt auf jedem Teller von der Reife, Versiertheit und Erfahrung, die er während eines Vierteljahrhunderts als Chefkoch sammeln konnte. Zur Zeit kommt er wieder mal mit einem sehr kleinen, dafür umso engagierteren Team aus und kann offenbar ganz genau einschätzen, was unter diesen Voraussetzungen möglich ist, ohne Abstriche machen zu müssen. Hochtrabende Artistik sucht man hier sowieso vergebens, vielmehr wird auf substanzstarke Gerichte voller natürlicher Aromenkraft auf Basis exzellenten Handwerks gesetzt.

Mit Herzlichkeit und Expertise führt die Gastgeberin und mehrfach ausgezeichnete Sommelière Heike Philipp in dem stilvollen kleinen Gastraum durch den Mittag oder Abend und sorgt für entspannte Atmosphäre und Zufriedenheit unter den zahlreichen Stammgästen. Ihre glasweisen Weinempfehlungen zu den Gerichten des Menüs sind immer treffsicher gewählt und reichen von den fränkischen Spitzengewächsen bis in die einschlägigen Regionen der europäischen Nachbarländer.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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