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Fotos: Pfeffermühle I Wirtshaus 1974

Pfeffermühle I Wirtshaus 1974

Victor-Kretz-Str. 17
77723 Gengenbach
07803-600753

aktualisiert: 05 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Fr-Mi von 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Do Ruhetag
Hauptgerichte: 18-52 €,
Menüs: 28-85 €

Wäre man so naiv, den Laien-Kritiken auf der Plattform Tripadvisor zu trauen, würde man die Pfeffermühle mit Namenszusatz „Wirtshaus 1974“ im Herzen des romantischen Fachwerkstädtchens Gengenbach wohl eher meiden. Doch dafür gibt es aus kulinarischen Erwägungen keinen Grund. Und auch aus atmosphärischer Sicht kann man sich in der holzvertäfelten traditionellen Gaststube oder im Sommer auf der Terrasse vor dem Haus leicht wohlfühlen. Bedient wurden wir ebenfalls wieder sehr freundlich.

Natürlich kann es schon mal sein, dass man etwas länger auf seine Bestellung warten muss, oder dass mal ein Gericht vorzeitig ausverkauft ist, was dort auch gern bemängelt wird. Wir werten solche Dinge indes eher als positive Zeichen, denn hier wird noch konsequent frisch und mit Sorgfalt gekocht und wenn etwas aus ist, dann ist es einfach aus und muss erst wieder neu zubereitet oder eingekauft werden. So weit, so gut.

Küchenchef und Gastgeber in dritter Generation Axel Armbruster konzertiert sich mittlerweile sehr konsequent nicht nur auf die Produkte der Region, sonder auch auf ihre kulinarischen Traditionen, wobei sich selbst heute noch neben kräftige Badische Nudelsuppe mit Rindfleisch, gratinierte Weinbergschnecken und Schwarzwaldforelle „Müllerin“ mit Petersilienkartoffeln hin und wieder beispielsweise auch noch mal ein paar gebratene Garnelen auf Wakame-Algensalat mit Sesam, süßlich-umamiwürziger Koriandermayonnaise und vielsortigem Kräuter- und Babyleafs-Salat hinzugesellen können. Und dort in keiner Weise stören.

Ansonsten ist von der wahlweise weinsauer oder geröstet zubereiteten geschnetzelten Rinderleber mit frisch gebratenen Brägele, wie die Röstkartoffeln in Baden heißen, über geduldig in Spätburgunder geschmorte Kalbsbäckchen mit Schwarwurzeln und Kartoffestampf, bis hin zum Rehbraten aus heimischer Jagd alles bodenständige Regionalküche aus fundierter Hand. Das sieht und schmeckt man an der butterzarten gepökelten Ochsenzunge, die mit Essiggurken und kleinen sautierten Champignons bestückt ist, an substanzstarken Saucen wie der schmorwürzigen Jus oder der Riesling-Velouté zum Zander auf Rahmkraut mit Schnittlauch-Kartoffelpüree, oder aber an den hausgemachten Spätzle, die nicht nur das Wildbret begleiten und zur Not auch ohne Sauce schmecken würden.

Dass hier nicht nur mit Herz und Verstand, sondern auch mit Fantasie gekocht wird, erkennt man selbst am Nachtisch, der andernorts in der gleichen Gewichtsklasse oft eher an lästige Pflichtübungen erinnert. Was hier zum Beispiel bei sehr luftiger und schmelziger Mousse von Original Beans‘ 62%iger „Simply Dark“ Schokolade und Olivenöl nebst Muscovado-Crumbles und einem Mangosorbet mit indischem Gewürzflavour überhaupt nicht der Fall ist. Ein weiterer Pluspunkt der Pfeffermühle ist die längst nicht nur bei badischen Gewächsen sehr gut aufgestellte, teils auch höherwertig bestückte und günstig kalkulierte Weinkarte.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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