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| Mo-Sa ab 17.30 Uhr, So von 12-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 25-45 €, Menüs: 39-89 € |
Die kulturellen Verbindungen zwischen der Pfalz und Italien sind bunt und alt. In der Antike war die Pfalz über mehrere Jahrhunderte Teil des Römischen Reiches, architektonische und künstlerische Einflüsse der italienischen Renaissance fanden hier ihren Widerhall, das milde Klima, die weinreiche Landschaft und die lebensfrohe Geselligkeit der „Toskana Deutschlands“ sprechen für sich. Kurz: ideale Voraussetzungen für das Prinzip Fabio Daneluzzis, „Italienisches Feuer und Pfälzer Gastlichkeit“ auf seiner Speisekarte zu vereinen.
Im Gegenteil, wir würden uns in den gehoben-ländlichen Pfälzer Stuben des familiengeführten Hotel Krone eher sogar noch ein bisschen mehr Kompromisslosigkeit bei diesem Brückenschlag wünschen – und uns folglich über eine lombardische Salami statt „Saucisson Terre de Provence“ an der Seite von „Bloc de Foie Gras de Canard mit Zwiebelmarmelade & Brioche“ freuen.
Nach Zweierlei Sauerteig-Baguette mit schönem Olivenöl aus Umbrien (Ta Tè Olio Extra Vergine di Oliva DOP Umbria Colli Martani von I Potti de Fratini) läuteten Fabio Daneluzzi und sein Küchenchef Bastian Trenner das Menü unseres aktuellen Besuchs mit einem unter „Köstlichkeiten aus der Kronenküche“ betitelten Amuse ein. Eine leichte Karottenmousse mit Ingwergel und einer Erbsensprosse, so schlicht wie wohlschmeckend, gefolgt von „Kleinen Freuden von Herxheimer Reh & Gänseleber“ in Gestalt von Rehterrine, „Gâteau“, einer Crème-brûlée von der Foie gras und Kürbis. Insgesamt mit etwas Luft nach oben auf Seiten der handwerklichen Feinmechanik, so war etwa die gebrannte Creme unter dem Einsatz des Bunsenbrenners arg flüssig geraten und der „Gâteau“ entpuppte sich als eher schlichtes Leber-Sandwich mit Karotten- und Kürbisgelée. Insgesamt aber schmeckte alles überzeugend und klar – insbesondere das punktgenau gegarte Rehfilet im Zentrum der Terrine gefiel uns gut. Stimmig, wenn auch vielleicht ein bisschen üppig dosiert, die begleitende Vielfalt von Ingwergel, Kürbiskernpesto, einer Art Kürbis-Chutney-Creme, gepickeltem Kürbis in Scheiben und Pumpernickel-Crunch.
Noch deutlich überzeugender dann ein auf Wunsch problemlos zum Zwischengang umgearbeiteter Hauptgang aus der ohnehin bemerkenswert breiten Auswahl der Speisekarte: Loup de Mer „Suprême“ mit Ratatouille, Fregola Sarda und Krustentierschaum. Punktgenau gebraten der saftige Fisch unter seiner krossen Haut, schön schlotzig die tomatisierte Pasta mit kleinen Würfelchen von roter und gelber Paprika – und eine perfekte Ergänzung: der sensibel aromatisierte, leichte und doch substanzielle Krustentierschaum in schöner Balance, also weder zu röstig-intensiv noch zu süß.
Will man – wofür es gute Gründe gibt! – Frankreich in die lokale kulinarische Tradition eingemeinden und nimmt man Gioachino Rossini, den Namensgeber des internationalen Klassikers zum Maßstab, passte auch der Hauptgang stimmig ins pfälzisch-italienische Konzept: Filet mignon vom Pfälzer Weiderind „Rossini“, das exakt gegart und schön aromatisch gereift unter einer schmelzenden Tranche gebratener Gänseleber serviert wurde. Und zwar auf rahmigem Wirsing ohne jede dumpfe Penetranz und begleitet von einer dichten Jus, luftig-krossen Dauphine-Kartoffeln sowie – leider – arg künstlich schmeckendem „Trüffel“-Schaum.
Überhaupt nichts zu mäkeln gab es beim Dessert, das sehr elegant eine Kugel aus aromatischer dunkler Schokolade, gefüllt mit einer luftigen Schokoladenganache mit Passionsfruchtkern, mit einem samtigen Joghurteis und buttrigen Streuseln verband. Einzig die Affila-Kresse auf dem Teller empfanden wir als verzichtbar, zumal diese in der gehobenen Küche als Dekomaterial höchst beliebten Erbsensprossen hier vom Amuse bis zum Dessert ausnahmslos jeden (!) Teller zierten.
Nach wie vor überzeugt die Krone auch durch ein außerordentlich erfreuliches Preis-Genuss-Verhältnis und erfreut sich folglich im näheren und ferneren Umfeld großer Beliebtheit, wovon wir uns bei unserem jüngsten Besuch wieder überzeugen konnten: ausgebucht in allen Sälen, behielt der freundliche Service dennoch souverän den Überblick. Und empfahl überdies noch absolut stimmig eine kleine Weinreise aus der in der Pfalz bestens aufgestellten Weinkarte.
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