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Fotos: Palais Keller

Palais Keller

im Hotel Bayerischer Hof
Promenadeplatz 2-6
80333 München
089-2120990

aktualisiert: 07 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18.30 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 16-50 €

Der nach einer sehr langen Pause endlich wieder eröffnete Palais Keller ist das einfachste und einzige wirklich bayerische Restaurant im Bayerischen Hof, das seit Jahrzehnten zu den ikonischsten Hotels des Landes gehört. Wie die Inhaberin Innegrit Volkhardt gerne betont, habe man schon immer auch ein Hotel für die Münchner sein wollen. Das erklärt den hohen Stellenwert, den die Kulinarik hier einnimmt. Mit dem kreolischen Restaurant Trader Vic's, dem deutsch-französisch-modernen Garden, dem Palais Keller und natürlich dem Leuchtturmrestaurant Atelier, verfügt das Haus über gleich vier Restaurants, die für Tagesgäste geöffnet sind.

Weil die obligatorischen Münchner Klassiker wie Weißwürste, Schweinsbraten oder Kaiserschmarrn hier sowieso immer eine sichere Bank sind, konzentrierten wir uns beim jüngsten Testbesuch bewusst auf die behutsam aufgehübschten und kreativeren Gänge. Hier verbleibt man großteils in einer bayerisch-süddeutschen Aromensprache, geht bei der Konzeption aber etwas weniger folkloristisch vor.

Dass man die bayerische Kulinarik in all ihrer Zünftigkeit durchaus modern und sogar vegetarisch-vegan gestalten kann, stellte ein perfekt abgeschmecktes, angenehm knackiges Rote-Bete-Tatar bestens unter Beweis. Mit den darauf drapierten Laugenbrötchencroûtons ließ sich das mit sehr viel Knabberspaß genießen. So frisch kann Bayern schmecken! In eine ähnliche, leichte und frische Richtung tendiert die Küche auch mit dem geräucherten Forellenfilet, das mit Salaten an Joghurt-Kräuterdressing, Sahnemeerrettich und „Bergsteigerbrot“ zum Besten gegeben wird.

Selbiges galt für den Hauptgang aus regionalem Saibling, der fachmännisch auf der Hautseite gebraten und auf den perfekten Garpunkt leicht über glasig gebracht wurde. Dazu gab es schlotziges Perlgraupenrisotto und knackig gebratenen Blumenkohl mit appetitlichen Röstnoten. Eine leichtfüßige Beurre Blanc machte daraus einen kurzweiligen Gang, der genau dem entspricht, was man sich in einem gourmet-affinen Hotel wünscht, wenn man mal keine Lust auf groß orchestrierte Menü-Dramaturgien hat.

Wer im Hauptgang lieber Fleisch isst, hat mit Zwiebelrostbraten nebst Spätzle, geschmorten Fingerkarotten und Röstzwiebeljus oder Schweinebraten aus dem Schulterstück mit Kartoffelknödeln, Speck-Krautsalat und Dunkelbiersauce traditionelle Optionen – mit einem „Haxen-Burger“ aus gezupfter Kalbshaxe mit Parmesan-Chip mit Salat, Tomate, Gurke und Röstzwiebeln auch pfiffig-kreative Alternativen.

Mit dem Dessert überstrapazierten wir unseren Vorsatz, bei diesem Testbesuch vor allem den nicht-bayerischen Gerichten auf den Zahn zu fühlen, fast ein wenig und bestellten den Nanaimo Bar von der Sonderkarte zur Fußball-WM, die Gerichte aus den Gastgeberländern präsentiert. Dahinter verbarg sich eine kanadische Spezialität aus einem ungebackenen Walnuss-Schoko-Boden mit Kokoscreme und Schokoganache als Topping. Das wunderbar würzig-süße Kuchenstück konnte ebenfalls überzeugen und untermauerte, dass man im Palais Keller nicht nur bayerisch, sondern auch ganz grundsätzlich sehr gut kochen kann.

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