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Fotos: Ristorante Oliveto

Ristorante Oliveto

im AMERON Bonn Hotel Königshof
Adenauerallee 9
53111 Bonn
0228-26010

aktualisiert: 08 / 2021
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 22-42 €, Menüs: 45-95 €

Während das Restaurant Oliveto im Ameron Hotel Königshof, das in Bonns Zentrum direkt über der Rheinpromenade thront und nicht nur auf der großzügigen Terrasse einen schönen Ausblick gewährt, einstmals mit Alexander Stadler über viele Jahre hinweg von ein und demselben Küchenchef bekocht wurde, drehte sich das Personalkarussell zuletzt etwas schneller. Doch auch wenn hier ein Küchenchefwechsel ansteht, bleibt das kulinarische Konzept unangetastet. So auch nach dem jüngsten Wechsel von Sebastian Mattis zu Florian Weidlich, der die Grundrichtung unkompliziert raffinierter Italianità aus allen Regionen des Landes ebenfalls unbeirrt weiterführt. Das hat übrigens Tradition in den Hotels der Althoff-Gruppe, denn auch im Celler Fürstenhof mit seinem Restaurant Palio, im Hotel Überfahrt mit dem Il Barcaiolo und auf Schloss Bensberg mit der Trattoria Enoteca wird auf ein einfallsreiches authentisch italienisches Kulinarium gesetzt.  

Im Direktvergleich mit diesen Drei (und auch gemessen an den gehobenen Preisen) wirkt die Küche des Oliveto zwar etwas einfacher gestrickt und nicht so detailgenau ausgeführt, bewegt sich aber dennoch klar auf überdurchschnittlichem Niveau. Den All-Time-Klassiker „Vitello Tonnato“ etwa variierte das Team gekonnt, in dem es ins Zentrum ein klararomatisch-fleischiges, eher grob geschnittenes Thunfischtatar stellte – akzentuiert von der feinen Würze knusprig gebackener Kapern. Die klassischen Bestandteile in Form von (leider etwas trockenem) Kalbsrücken und prononcierter Thunfischsauce spielten dem Tatar aromatisch zu und ergaben zusammen mit etwas Basilikum ein ansprechend authentisches Geschmacksbild.

So wie auch die geeiste mediterrane Gemüsesuppe auf Tomatenbasis, die durch das Zutun von Parmesanschaum und einem Eis vom grünen Spargel nochmal an Komplexität und Originalität dazugewann – wenngleich das Eis eher ein etwas wässriges Granité war und auch nicht besonders viel Aroma in die Waagschale brachte. Zupackend hingegen waren die Cavatelli „Puttanesca“, die mit gebackenen Sardellen, Taggiasca-Oliven, Kapern, Peperoncini und buntem, keck angeschärftem Tomatensugo sehr viel Geschmack aufboten.

Nicht ganz ausgeschöpft wurde das Potential beim qualitativ noch recht ordentlichen, aber nicht mehr ganz taufrischen, glasig gebratenen Steinköhler nebst knackigen gebratenen Garnelen, die auf eher zähen als fluffigen Kartoffel-Gnocchetti und sautiertem Blattspinat angerichtet waren. Eine helle schaumige Sauce verband das Ganze mild und harmonisch, setzte aber auch keinen prägnanten Akzent. Da wünscht man sich wiederum etwas mehr Mut beim Abschmecken.

Dass es aber eben auch ganz anders geht, zeigte wiederum der Fleischhauptgang um Zampone und Bäckchen vom Toskanischen Schwein. Das zarte Stück vom Bäckchen war optimal geschmort und satt glasiert, die Scheibe vom gefüllten Schweinefuß partiell von einer dünnen, würzigen, hippenartigen Bratkruste umgeben, in der wir Parmesan vermuteten. Das Gericht durfte so rustikal und ursprünglich sein, wie man es erwartet, war aber als solches dennoch recht finessenreich, denn unter dem Bett aus Cocobohnen und Wurzelgemüse, auf dem die beiden Hautdarsteller lagen, sorgte reduzierte Jus für Tiefe und Background, die punktuell immer wieder von der duftigen Kräuterwürze eines Basilikumpestos aufgebrochen wurde. In unseren Augen das beste Gericht des Testbesuchs und eigentlich schon fast mit sechs Pfannen zu bewerten.

Ähnlich stimmig und rund kombinierte das Team zum süßen Abschluss ein vollfruchtiges Himbeersorbet und marinierte Himbeeren mit einer „Lasagne“ aus knusprig-buttrig karamellisierten Strudelteigblättern und (leider nur etwas kompakter) Vanille-Panna-Cotta. Dieses eingängige, eher liebliche Ensemble wurde durch betont kakaoherbe Schokocrumbles gekonnt kontrastiert und schaffte so ein gelungenes Finale.

Fazit: Eine unterm Strich sehr solide Leistung und die Erkenntnis, dass mit noch etwas mehr Detailsorgfalt durchaus auch noch mehr drin wäre. Können und Substanz sind vorhanden! Aber auch so ist und bleibt das Oliveto weiterhin eine sichere Bank, wenn man sich in der einstigen Bundeshauptstadt in gepflegtem Rahmen gute italienische Kulinarik gönnen will. Die Weinkarte liefert dazu selbstredend die passenden flüssigen Begleiter.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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