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Fotos: Ristorante Oliveto

Ristorante Oliveto

im AMERON Bonn Hotel Königshof
Adenauerallee 9
53111 Bonn
0228-26010

aktualisiert: 10 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 24-44 €,
Menüs: 40-90 €

Das erhöht über der Rheinpromenade gelegene Restaurant Oliveto mit seiner langen durchgehenden Fensterfront und der großen Panoramaterrasse mit Ausblick auf Schifffahrt und Siebengebirge ist seit sehr vielen Jahren und unter der Leitung verschiedener wechselnder Küchenchefs konstant eine der empfehlenswerten Adressen in Bonn. Garant dafür ist die kulinarisch überdurchschnittlich ambitionierte Althoff-Hotelgruppe, die den Königshof unter der Ameron-Flagge führt. Und wie es in allen deutschen Althoff-Hotels Tradition ist, wird in deren Restaurants authentische Cucina casalinga geboten – mal ganz traditionell in Form verschiedener Klassiker der unterschiedlichen italienischen Regionalküchen, mal kreativ interpretiert.

Für die Umsetzung im Bonner Oliveto zeichnet seit Spätsommer 2025 wieder mal ein neuer Küchenchef verantwortlich. Aber einer, den wir bereits von einer seiner früheren Stationen im Düsseldorfer Fine-Dining-Restaurant Agata‘s kennen, wo er hohes Niveau auf die Teller brachte. Von daher war unser diesjähriger Wiederbesuch des Oliveto von umso größerer Vorfreude begleitet, verbunden mit der berechtigten Hoffnung, dass Philipp Lange der Oliveto-Küche den zuletzt etwas abhanden gekommenen Feinschliff wieder zurückgeben könnte. Und um die Pointe gleich vorwegzunehmen: er kann! An der grundsätzlichen Ausrichtung der Küche hat sich dabei erwartungsgemäß ebensowenig verändert wie an der schnörkellosen Umsetzung der Gerichte im Detail.

Doch Philipp Lange weiß einfach nicht nur, worauf es ankommt, sondern auch, wie’s geht. Und so hinterlegt er alles mit der nötigen Substanz. Außerdem achtet er auf die Produktqualitäten, wie nach dem obligatorischen Vorprogramm mit hausgebackener Parmesan-Foccacia, Salsiccia, eingelegten Oliven und sehr gutem Olivenöl schon die roh marinierten Gamberi Rossi deutlich machten. Die lagen mit ihrem schmelzigen, feinsüßlichen Fleisch und in Begleitung von knackigem Forellenkaviar auf einem Bett aus fermentiertem Spitzkohl, der mit nicht nur säuerlich-fruchtigen, sondern auch dezent bitterherben Akzenten durch Baumtomate (als marinierte Stücke und als mit Balsamssig abgeschmecktes Gel) spannend gestaltet war. Kleine schmelzige Malto-Kügelchen und knusprige Amaranth-Pops waren mehr Texturgeber als aromatische Bereicherung, werteten das Gesamtbild aber trotzdem auf.

Auch beim Rucola-Risotto stimmten alle Parameter. So war nicht nur die Konsistenz der Acquerello-Reiskörner selbst von perfektem zartem Biss, sondern auch die Cremigkeit des Risotto selbst. Der Rucola fand nicht nur als Topping statt, sondern war neben reichlich Parmigiano auch Geschmacksgeber der kräftig grünen Melange. Zusammen mit gerösteten Pinienkernen und saftigen, süßsauren confierten Tomaten eine runde Sache mit reizvoll auflockernden Nuancen.

Und das war auch der mittlerweile in Restaurants hierzulande leider selten gewordene Rochenflügel, der unter seiner üppigen Gremolata-Haube und (nach unserer Auffassung eigentlich unnötigen) Selleriecreme-Tupfen goldbraun coloriert, zart und saftig auf gerösteten Drillingskartoffeln in einem etwas unausgewogenen Saucensee schwamm. Unausgewogen eigentlich nur deshalb, weil dessen Anteil an buttrig-öligem Fluidum proportional viel größer war als der Anteil der sehr guten, straff zugespitzten Schaumsauce, die hier unseres Erachtens hätte überwiegen müssen. So wirkte das Gericht unterm Strich doch etwas zu breit und mächtig, was aber eben nur eine Sache der optimalen Dosierung war, denn ansonsten konnte auch hier alles überzeugen.

Wer lieber Fleisch im Hauptgang isst, bekommt mit krossem Schweinebauch in Kombination mit Kürbis, Cime di Rapa und schwarzem fermentiertem Knoblauch oder Rinderfilet mit verschiedenen Beten, Brokkoli, Kräuterseitlingen und Pfeffersauce adäquate Alternativen. Und wer sich noch etwas Platz aufspart, mit klassischen Desserts wie einem Tiramisu mit Zwetschgensorbet und Zimt oder dem „Cappuccino Oliveto“ in Gestalt von Schokoladeneis, Milchschaum und Kaffeemousse einen gediegenen Abschluss. Wer etwas mutiger ist, wählt rahmiges Ölivenöleis auf einem Ragout von Staudensellerie und Datteln – und wird feststellen, dass das Team um Philipp Lange auch solche experimentelleren Dinge geschmackssicher umzusetzen vermag (sieht man von etwas zu viel Süße in diesem Fall ab).

Das Oliveto ist und bleibt also wie erwartet eine sichere Bank, wenn man sich in der einstigen Bundeshauptstadt in gepflegtem Rahmen gute italienische Kulinarik gönnen will. Und es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass es hier auch an gepflegten Tropfen aus den meisten Regionen Italiens (aber z.B. auch aus Deutschland) nicht mangelt.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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