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| Di-Sa von 12-13 Uhr u. ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 28-38 €, Menüs: 74-125 € |
Über die Geschichte dieses historischen Restaurants ist schon viel geschrieben worden. Es hat eine lange Karriere hinter sich, die einst als badische Weinstube begann, zwischenzeitlich zum renommiertesten Gourmetrestaurant der Stadt führte, und sich mittlerweile auf ein nicht mehr so dezidiert auf Fine Dining konzentriertes, aber ausgesprochen attraktives Konzept auf zuverlässigem Niveau eingenordet hat. Mit seinen nostalgischen Stuben sowie dem idyllischen Hof ist das Lokal aus Karlsruhe nicht mehr wegzudenken; es gibt historische Fotos, viel Holzvertäfelung und eine eher dunkle, nostalgische Atmosphäre, in der man sich allerdings sehr wohlfühlt.
Die Speisekarte zeigt jedoch, dass die Kulinarik der Oberländer Weinstube im Hier und Heute nicht daran denkt, sich in Nostalgie zu verlieren: Sie hat einen durchaus modernen Ansatz. Die Weinkarte ein bisschen weniger. Sie wirkt auf den ersten Blick so, wie Weinkarten vor 30 oder 40 Jahren aussahen. Doch es finden sich hervorragende Gewächse zu ausgesprochen fairen Preisen: Unter den Schaumweinen beispielsweise ein Sekt von Daniel Twardowski aus Neumagen Dhron oder ein Champagner von Doublet-Hadot. Beide deutlich günstiger kalkuliert, als dies in vielen anderen Restaurants desgleichen Qualitätslevels der Fall ist. Ausbaufähig scheint uns allerdings das Angebot an offenen Weinen zu sein; Chefin Diana Hammer, die zum Zeitpunkt unseres Besuchs den Service ganz allein verrichtete, empfiehlt jedoch gern zu jedem Gang das passende Getränk.
Brot, Butter und Kräuterquark werden schnell serviert, das Amuse-bouche besteht aus Thunfisch-Ceviche mit Karotten und zeigt sich als frischer, ausgezeichnet abgeschmeckter Einstieg. Die Stilistik von Jörg Hammers Küche wird hier deutlich: Frische ist überall zu finden, eine fast süffig wirkende Fülle aber auch. Und obwohl die Zusammenstellungen bisweilen überraschen, wird kaum ein Gast durch die verwendeten Produkte irritiert.
Die Makrele ist schließlich der erste Gang des Menüs, und sie ist auch gleich der mit Abstand beste Gang des Abends – was aber nicht bedeutet, dass der Rest des Essens zu Enttäuschung Anlass gegeben hätte. Geräucherter und geflämmter Fisch, ein aromatischer Dillsud sowie Rhabarber, Buttermilchgel und Rhabarbergel vereinen sich auf dem Teller zu einem sehr gelungenen, komplexen, nur ganz dezent süß wirkenden Auftakt.
Das Süppchen vom Frühlingslauch mit Kartoffel entpuppt sich danach als gekonnt abgeschmeckte klassische Suppe mit einer knusprigen Kartoffelschnitte und feingeschnittenem Lauch, am Tisch als „Lauchstroh“ bezeichnet. Das Duett vom badischen Spargel mit gebratenem Kalbsbries im Anschluss daran ist prima abgeschmeckt: einmal als Flan vom Spargel, in dem der gemahlene Pfeffer deutlich zu spüren ist, dann als knusprig gebratene, aber nicht trockene Briesstücke. Allein die Tatsache, dass man hier das in der Gastronomie fast verschwundene Bries auf die Karte setzt, wirkt bereits sympathisch, die Qualität der Zubereitung setzt dann noch einen drauf.
Ein Wildfang-Seehecht ist knusprig auf der Haut gebraten und blieb darunter herrlich saftig, die geschmorte Gurke wird daneben aufgefächert serviert und passt allein schon deshalb gut zur Fächerkartoffel. Letzterer allerdings hätte etwas mehr Zeit im Ofen und eine etwas mutigere Würzung gutgetan; eine intensive Brunnenkressejus lässt dieses kleine Manko allerdings schnell wieder in Vergessenheit geraten.
Das Dessert schließlich kombiniert Erdbeere, Langpfeffer und Manjarischokolade, es ist erfreulicherweise nicht zu süß gehalten und bietet neben aromatischen Erdbeeren auch eine homogene Schokoladenmousse, ein Erdbeergel und eine Art von Schokoladen-Brownie. Es war ein rundum überzeugender Abschluss eines ansprechenden Menüs, das zudem sehr sympathisch und eloquent serviert wurde. Was will man mehr?
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