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| Di-Fr von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 38-49 €, Menüs: 105-119 € |
Ländlich-modern und mit viel Liebe zum Detail gestaltet ist das Restaurant im Hotel Niedmühle, das ruhig und idyllisch im Tal der namensgebenden Nied bei Siersburg liegt. Besonders schön sitzt es sich im Wintergarten bei geöffneten Türen oder gleich direkt auf der erhöht über dem Garten gelegenen Terrasse. Küchenchef Stefan Burbach steht hier schon seit langem für gehobene Kulinarik mit Bodenhaftung, klassisch französisch in der Grundausrichtung, gerne mit Ausflügen in mediterrane Gefilde, komponiert von den Produkten der jeweiligen Saison. Das Schöne ist, dass er sich mit seinem Restaurant nicht nach den Vorstellungen der Sterneküchen-Jury verbiegt, sondern ein sehr zugängliches Konzept für ein breites Publikum realisiert – mit dem Ergebnis, dass auch unter der Woche am Mittag nicht wenige Tische besetzt sind. Und das bestimmt nicht nur wegen dem günstigen Plat-de-jour-Menü!
Dass sich der Chef hier in erster Linie dem guten Geschmack verpflichtet fühlt und nicht für die Galerie kocht, konnte man sehr schön an den ersten Kleinigkeiten erkennen, einem saftigen Mini-Flammkuchen als Tartelette, einer kleinen zarten Geflügelfleischrolle auf fein gewürztem Couscoussalat, sowie einem Quader von geschmortem Schweinebauch auf rahmig-säuerlich mariniertem Radicchio und Kräuteröl. Alles gegenständlich und unverkünstelt umgesetzt, trotzdem aber mit einer gewissen Finesse.
Und die gab’s auch beim Gänseleber-Gâteau mit Bisquitboden und in Gelee gegossenem Rhabarber-Topping, der mit viel gutem, purem Produkt überzeugen konnte. Eingelegter Rhabarber und Rhabarbergelee, marinierte Erdbeeren und gebrannte Mandeln eskortierten den festen, schmelzigen Würfel als quer über den Teller drapierte Straße, gelierte „Kaviarperlen“ aus Balsamicoessig ließen dazwischen immer mal wieder kleine säuerliche Akzente aufblitzen. Nach unserem Gusto hätte dem Ganzen nur noch eine cremige Komponente gutgetan, die den einzelnen Komponenten etwas mehr Zusammenhalt und Background gegeben hätte. Aber auch so war das eine ansprechende Vorspeise des fünfgängigen Degustationsmenüs, dessen Gänge alle auch à la carte zu haben sind.
Daneben gibt’s a la carte aber auch noch einige andere Gerichte, zuletzt etwa eine warme Vorspeise von Garnelen-Ravioli mit Spargel und Morcheln oder eine Marseiller Fischsuppe nach Art der Bouillabaisse von und mit verschiedenen Edelfischen und Krustentieren, stilecht mit Sauce Rouille, Comte und Crostini serviert. Ein gutes Händchen für Mediterranes und Maritimes bewies das Team auch mit der saftig und zart gebratenen Wolfsbarsch-Tranche, die zusammen mit kleinen Gamberetti, die hierzulande meist als Nordseegarnele bekannt sind, auf Bärlauchrisotto angerichtet war. Und dort sehr aromatisch umspielt wurde von einem Saucenduett aus Marseiller Fischsud, also quasi der Essenz der Bouillabaisse, und einer aufgeschäumten Safran-Velouté, die den aromatischen Link an die Südküste Frankreichs komplettierte. Wenngleich hier gedünsteter junger Lauch und Schnittlauchblüten eine etwas artfremde Aromatik uns Spiel brachten, was aber am sehr guten Gesamteindruck des Tellers natürlich nichts änderte, zumal das zwiebelige Aroma ja thematisch auch wieder am Bärlauch im Risotto andockte.
Während im Hauptgang des Menüs ein mit Kräuterkruste gratinierter Lammrücken Walisischer Provenienz mit Ziegenkäse und Kirschtomaten zum Besten gegeben wurde, kam der Maibockrücken von der Tageskarte mit einer elegant dünnen, an Dörrobst und Getreide erinnernden Haube daher, deren malzige Süße perfekt zu dem frühsommerlichen Wildbret passte. Zu dem gehörte nämlich neben fluffigen Gnocchi auch weißer Spargel mit einer schönen Restknackigkeit, kleine Kräuterseitlinge und aromatische Kirschen, was sich zusammen mit der ausgewogenen und sehr typisch schmeckenden Wildjus und einer hellen, rahmigen Schaumsauce zu einem sehr properen zeitlosen Gericht auf hohem Niveau verband.
Handwerklich überdurchschnittliches Niveau und sehr guten Geschmack bot auch das Dessert „Erdbeer-Rhabarber 2026“, bei dem eine mit eingelegtem Rhabarber und Quark befüllte und damit gebackene kleine Blätterteig-Tarte neben einer etwas undefiniert „rotbeerig“ schmeckenden Mousse, marinierten Erdbeeren und Rhabarberstückchen, weiteren Beeren sowie einer Nocke Sauerrahmeis in einem gut zusammenspielenden Verhältnis standen.
Der gehobene Anspruch der Gastgeber wird auch beim Blick in die ausgesprochen konsumfreundlich kalkulierte Weinkarte deutlich, die ihren Schwerpunkt in Deutschland und natürlich vor allem bei den besten Erzeugern der nächstgelegenen Anbaugebiete hat, aber darüber hinaus auch viele gute Alternativen, zum Beispiel aus Frankreich bietet.
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