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| Mi-So von 11.45-15 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo u. Di Ruhetag |
| Hauptgerichte: 32-42 €, Menüs: 63-78 € |
Das im Fischereihafen gelegene Natusch zählt zu den gastronomischen Aushängeschildern Bremerhavens und begeistert seit Jahrzehnten Feinschmecker mit einer überdurchschnittlichen maritimen Küche. Die einzigartige Verbindung aus hanseatischer Tradition und bodenständiger Eleganz verleiht dem Restaurant eine unverwechselbare Note: Wo sonst diniert man zwischen glänzendem Mahagoni, maritimen Details und dem authentischen Ambiente eines historischen Schiffes?
Es ist tatsächlich das originale Interieur der Luxus-Kajüte von Schauspieler-Legende un Frauenschwarm Errol Flynns ehemaliger Yacht, mit dem das dezidierte Fischspezialitäten-Restaurant ausgestaltet wurde. Die hier an sorgfältig eingedeckten Tischen servierten Gerichte bewegen sich zwischen verfeinerten traditionellen, aber eher noch rustikal und zupackend anmutenden Dingen wie die im Ganzen in Nussbutter gebratene Kutterscholle mit knusprigem Speck und „Küstenkartoffeln“ oder Matjes, ebenfalls mit Speck, grünen Bohnen und Bratkartoffeln, sowie eleganteren und exklusiveren, teils sogar von exotischen Aromen inspirierten Tellern.
Egal, wohin die Reise geht: es überzeugen hier für gewöhnlich vor allem die überdurchschnittlichen Produkte und gut herausgearbeitete, kräftige, klare Aromen. Allzu kreative kompositorische Ausflüge, die wir hier in der Vergangenheit meist nicht so sehr gefeiert hatten, blieben zuletzt ohnehin aus und das Team konzentrierte sich völlig zurecht viel mehr auf die überdurchschnittlichen Qualitäten der Fische als auf das Drumherum. Oder die von Meeresfrüchten wie Jakobsmuschel, Riesengarnele und Kalmar. Die kamen jeweils schön klar und frisch, nur dankbar kurz und knackig angegrillt, zusammen mit gratinierter Auster und einigen in Weißweinsud gekochten Venusmuscheln zur „Plat de Fruits de Mer“ zusammen – und brauchten nicht mehr als gutes Baguette und etwas Aioli-Creme zur Seite.
Manchmal gehen die kreativeren Ideen der Küche aber auch sehr gut auf, so wie zuletzt der nicht zu kompakte, cremig fließende Rauchmandel-Risotto, der zusammen mit grünem Spargel und Schaum von Rote Bete ein mi-cuit gebratenes dunkelfleischiges Thunfischsteak eskortierte. Wer generell nicht so auf möglichst puren, produktpuristischen Meeresgeschmack steht, bekommt zum Beispiel mit den im Tapas-Stil arrangierten Petitessen eher herzhaft gewürzte oder geräucherte Meeresspezialitäten, und wer aus unerfindlichen Gründen an diesem Ort (oder ganz generell) gar keinen Fisch mag, muss auch nicht hungrig von dannen ziehen: mit zupackenden Gerichten wie einem Carpaccio vom Black Angus mit Trüffel, Parmigiano und pikantem Senfeis als Vorspeise oder Schweineschnitzel mit Kartoffelpüree, Rahmgurken und Rinderjus als Hauptgang stehen immer auch Alternativen zur Auswahl.
Klingt gut, würde uns aber nicht davon abhalten, bei geangeltem Schellfisch zuzuschlagen, der im Rieslingdampf zu perlmuttglänzender Perfektion gedünstet und zusammen mit Drillingskartoffeln und dillfrischem Gurkensalat auf gehaltvoller Senfsauce mit feiner Säurestruktur dargeboten wird. Oder bei nussbuttriger, goldgelb colorierter Seezunge aus der Nordsee, ebenfalls mit den jungen Kartoffeln und einem attraktiv zusammengestellten und marinierten Salatbouquet serviert.
Die Teller sind zwar nicht überladen, aber die Portionen à la carte dennoch relativ stattlich. Wer trotzdem noch einen Nachtisch schafft, wird mit traditionellen Desserts wie Crème brûlée oder zweierlei Schokoladenmousses in saisonaler Fruchtbegleitung, verschiedenen selbstredend hausgemachten Sorbets oder Roter Grütze mit Vanillesauce ebenfalls auf grundsolidem 5-Pfannen-Niveau bedient. Keine Wünsche bleiben in Relation zu Konzept und Eigenanspruch auch beim Blick in die Weinkarte offen und den Service haben wir hier noch immer sehr zuvorkommend und sympathisch erlebt.
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