Gusto
Staatlich Fachingen

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Natusch - Fischereihafen Restaurant

Am Fischbahnhof 1
27572 Bremerhaven
0471-71021

aktualisiert: 12 / 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-So 11.45-15 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo Ruhetag (Fei geöffnet)

Hauptgerichte: 19-45 €, Menüs: 29-47 €

Das nostalgische Fischereihafen-Restaurant Natusch, in dem man tatsächlich wie in einer edel eingedeckten Kajüte sitzt, denn die Einrichtung stammt aus der originalen Kapitänskajüte der Yacht des Schauspielers und Frauenschwarms Errol Flynn, hat absoluten Klassiker-Status. Und das nicht nur wegen des Interieurs, sondern vor allem, weil hier seit vielen Jahren verlässlich hohe Qualität geboten wird. Die stets aus fangfrischer Ware zubereiteten Fischgerichte bewegen sich zwischen verfeinert traditionellen, aber eher noch rustikalen Sachen sowie eleganteren, teils asiatisch-exotischen Tellern. In beiden Richtungen überzeugen vor allem die überdurchschnittlichen Produkte und kräftige, klare Aromen.

Da stören etwas dickere Pinselstriche nicht im Mindesten und auch ein fruchtig in mildem Curryrahm eingelegter Heringshappen als Amuse gelingt animierend. Und doch kommen trotz des berechtigten Kultstatus und der vielen Plätze in den Räumlichkeiten und auf der Terrasse die Teller allesamt sehr adrett und recht akkurat auf die Tische. Manchmal wäre ein bisschen weniger Tellerdeko sogar besser...

Aber halb so wild. Bei einem einseitig angebratenen Lachstatar beispielsweise wurde dessen zwiebelwürziger Geschmack frisch und deftig-elegant mit warmen Schmorgurken und einer konzentriert dillwürzigen Remoulade ergänzt. Mit solchen schlagkräftigen Kombinationen, die in diesem Fall noch von zarten Baby Leaf-Salaten ergänzt wurden, kann das Team voll punkten. Und auch heiklere Produkte wie Jakobsmuscheln kommen in überdurchschnittlicher Güte aus der Küche. Zuletzt sogar erfreulich reduziert und elegant, nur mit forscher, ätherisch-bitterer Pfefferwürze, fruchtig mildem Kürbispüree und zarter Limonensauce. Fein!

Die Hauptgänge werden dann in der Regel etwas opulenter und in der Gesamtwirkung rustikaler. Das hat aber eher damit zu tun, dass hier traditionell noch gegen echten Seemannnshunger angekocht wird. Die einzelnen Komponenten selbst bleiben auf gleichem Niveau. Und so gelingt auch ein sanft gebratener, mild kräutriger Zander auf (etwas groben, teils nicht optimal frischen) Pfifferlingen, Rote Bete-Sauce und Küstenkartoffeln ganz prima. Toll vor allem durch die erdig-fruchtige Sauce mit perfekt eingebundener Säure.

Desserts wie Crème brûlée gelingen ebenfalls souverän und in der Kombination mit Portwein-Zwetschgen und Joghurt-Sorbet sogar ganz pfiffig. Aber auch ganz klassische Rote Grütze, wenig süß und abwechslungsreich, lohnt einen Versuch. Dass es zu alldem eine reiche Weinauswahl von guten Einstiegsweinen bis zu echten Knallern gibt, gehört genauso zur Tradition wie die langjährig konstante und immer sehr souveräne Belegschaft im Service.