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Fotos: maximilian lorenz restaurant

maximilian lorenz restaurant

Johannisstr. 64
50668 Köln
0221-37999192

aktualisiert: 02 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Menüs: 147-182 €

Das elegant, aber eher puristisch als pompös gestaltete Restaurant von Gastro-Tausendsassa Maximilian Lorenz, in direkter Nähe zum Kölner Hauptbahnhof gelegen, ist ein gänzlich zeitloses Fine-Dining-Konzept, mit dem sicher jeder Feinschmecker etwas anfangen kann. Die Küche präsentiert sich klassisch und modern zugleich, bringt kreative Ideen auf die Teller, überdreht aber nicht. Die stilistische Ausrichtung ist klar regionalbetont, aber durchaus weltoffen – und passt damit zu Köln wie kaum eine andere. Das für alle Gäste einheitliche Menü umfasst in der längsten Variante acht Gänge und ist in jedem Fall so dimensioniert, dass man es auch ganz bequem schafft.

Die Vorspeise des Menüs, die vegetarisch war und sich um die Leitaromen von Ziegenfrischkäse, Pflaume und Rosenkohl drehte, funktionierte deshalb so gut, weil erstens der als eine Art geeister Savarin und als dunklere Creme dargebotene Käse auch noch in der weiterverarbeiteten Form richtig schön aromatisch war, und weil hier neben dem Rosenkohl, der als mit Creme seiner selbst gefüllter Kohlkopf gut zum herzhaften Käse passende Bitteraromen ins Spiel brachte, auch noch von fermentierter Steckrübe mit ähnlich herbem Charakter ergänzt wurde. Mit dem entscheidenden Frischemoment durch die Pflaumen war das ein sich gegenseitig sehr gut ergänzendes und auflockerndes Ensemble.

Bei dem um in Salz eingelegte Haferwurzel inszenierten „Sommer trifft auf Winter“ in Gestalt von fermentierten weißen Spargelspitzen und in Portwein eingekochten Maronen war spielentscheidend, dass die Spargelvelouté von ihrer Würzung her eher etwas winterlich daherkam und die Maronencreme fast schon sommerlich, zumindest recht frisch und fruchtig. So waren diese beiden sich gegenseitig angenäherten Saucen die aromatische Grundlage für die ansonsten mit Sanddorn, kandierten Blättern und Pulver von gelber Rose, Spargelstücken und Frisée applizierten Wurzel, was in Summe ein zwar etwas diffuses, aber nicht uninteressantes Miteinander am Gaumen erzeugte.

Dass die Gerichte des Menüs so portioniert sind, dass man sich auch nach den vollen sieben Gängen nicht mit unangenehmen Völlegefühlen auf den Heimweg machen muss, zeigte spätestens der dem Fleisch vom Wolfsbarsch aus saarländischer Aquakultur gewidmete Zwischengang: Das roh marinierte gewürfelte Fleisch war hier zusammen mit einer gebackenen Miesmuschel, etwas Passepierre und Kondensmilchcreme in ein fragiles knuspriges Teigkörbchen gefüllt, das mit zwei sehr schmackhaften, herzhaften Bissen schon wieder Geschichte war.

Aber auch der kleine köstliche Fleisch-Zwischengang, der sich um einen Würfel von paniertem, dunkel ausgebackenem Sauerbraten drehte, war sicher nicht zu opulent. Geschmacklich brachte der mit weißen Trauben und Mandel gekrönte, auf einen Sockel aus zart knackigem Rotkraut thronende, sowie von einem reizvollen Saucenduett aus karamelligem Rübenkrautsirup und Sauerbratensauce umgebene Zwischengang vor dem Hauptgericht allerdings sehr viel aufs Porzellan. Und das saftige und süffige Drumherum konnte weitestgehend kaschieren, dass das Fleisch selbst etwas trocken und seine Panierung recht fest und dick war.

Dass die Küche weiterhin hohes Niveau hält, aber in den Details hin und wieder auch etwas unscharf wirkt, zeigte zudem der Hauptgang, der sich um eine überaus saftige, zarte und eigenaromatische Tranche von der Ente mit krosser Haut und darunter dünn ausgebratener schmelziger Fettschicht drehte, die mit einer sehr guten, prononciert, aber nicht plakativ mit Lebkuchengewürz geflavourten Entenjus aufgeboten wurde. Nicht ganz so begeistert hatte nämlich auf diesem Teller das etwas naturbelassen und seltsam wässrig schmeckende Kürbispüree, das mit Haselnusskernen, Malto, Kürbiskernen und gehackten Kräutern getoppt war.

Mit Quitten bergischer Provenienz, die mit Buchweizen, Veilchen und Tannenwipfelsirup in Form von Knusper, Eis und Sud zu einem leichten, ausgewogenen und durchaus originellen Dessert kombiniert wurden, schloss die Küche das Menü auf ansprechendem Niveau ab. Dass wir die Bewertung diesmal um den Bonuspfeil stutzen, liegt am Gesamteindruck aus den beiden letzten Besuchen und ist eher kosmetischer Natur. Sehr gut gegessen haben wir bei Maximilian Lorenz auch in diesem Jahr. Und gut trinken kann man hier auch: die Weinkarte ist längst nicht nur bei Schaumweinen anspruchsvoll unf umfangreich bestückt.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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