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Fotos: MAX ENK

MAX ENK

Neumarkt 9-19 (Städtisches Kaufhaus Leipzig)
04109 Leipzig (Liebertwolkwitz)
0341-99997638

aktualisiert: 03 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo-Sa ab 12 Uhr durchgehend, So Ruhetag
Hauptgerichte: 26-52 €, Menüs: 19-79 €

Schon seit Jahren empfehlen wir das zentral in der Leipziger Innenstadt und dort im Städtischen Kaufhaus gegenüber der Uni verortete Max Enk, das seine Gäste mittags und abends mit viel Raum und schlichter Eleganz in einem lichten Saal mit Milchglasdecke und imposanten modernen Installationen an den Wänden empfängt. Im Sommer gibt es immer auch ein lauschiges Plätzchen auf der Innenhofterrasse, die ebenfalls Flair hat. Seinen wesentlichen Reiz bekommt das Restaurant aber nach wie vor durch die pfiffig-ambitionierte Küche, die eine gute Balance zwischen hohem Anspruch und Unkompliziertheit hält und damit ein breites Publikum anspricht. 

So stehen hier eher einfache, aber frisch, natürlich und schmackhaft zubereitete Dinge aus bodenständigeren Produkten neben etwas aufwändiger und kreativer gestalteten Gerichten aus exklusiveren Viktualien. Im Grunde hat sich das Team um Küchenchef Roy Düsel aber mittlerweile darauf eingenordet, auf den Tellern kein großes Brimborium zu veranstalten, wenig aufwendig zu inszenieren und auf schmückendes Beiwerk weitgehend zu verzichten – dafür aber lieber die Produkte und die handwerkliche Substanz sprechen zu lassen.

Und das klappte zuletzt nicht nur beim Tatar vom Kohlenfisch ganz ausgezeichnet, das fest, frisch und ohne übertriebene Würzung mit einer milden Sesamvinaigrette daherkam und von Koriander, Erdnüssen und Wildkräutern einen moderat exotisch-asiatischen Touch verliehen bekam, sondern insbesondere auch beim „Sashimi“ vom sächsischen Wagyu-Rind. Die dünnen, dank satter Marmorierung schmelzig zarten Scheiben eines Rückenstücks des aus Grossdobritz stammenden Beefs, mit denen der Boden eines tiefen Tellers ausgelegt war, wurden am Tisch mit einer hervorragenden Rinderconsommée aufgegossen, bei der dankenswerterweise ebenfalls auf übermäßige Würzkraft verzichtet wurde. So vermählte sich das natürliche Aroma der kräftigen klaren Fleischbrühe mit der Melange aus sautiertem Chinakohl und eingelegten Pfifferlingen, die zudem eine angenehme Süße und Säure ins Spiel brachten.

Ebenfalls ganz schlicht und schmucklos, aber geschmacklich voll überzeugend, war die mit schmorwürzigem Entenklein gefüllte dünnteigige Maultasche, die mit Blattspinat und gebratenen Champignons auf einer nicht zu dichten Potweinjus daherkam. Auch hier verließ man sich völlig zurecht auf die guten Produkte und das souveräne Saucenhandwerk. Und auch die gebundene Sauce zum kross auf der Haut gebratenen Färöer Lachs mit im Kern noch ganz leicht glasigem Fleisch und reizvollem Schmelz, ganz ohne jede Tranigkeit, machte einen sehr ausgewogenen Eindruck, hätte ihr annonciertes Pfirsicharoma nach unserem Gusto aber durchaus noch etwas deutlicher zur Schau stellen können. Denn etwas mehr Frucht und Süße hätten sich auch gut mit den gerösteten Mandeln und der pikanten Schärfe von Piment d’Espelette vertragen, die im Hintergrund mitschwang. Nichts als Lob auch für die hausgemachten Gnocchi, die den Fisch (nebst Blattspinat) ebenso fluffig wie zart kross auf der Tellerfahne begleiteten.

Weil hier gute Produkte so überzeugend im Mittelpunkt stehen, sind auch Dinge wie der „Heimische Rindertopf“ unbedingt empfehlenswert: Bratwurst, Schmorstück und Maultasche vom Grossdobritzer Wagyu-Rind, dessen tolle Qualität bereits in der Vorspeise begeisterte, mit Rinderbouillon und Gemüse liiert und in der kleinen „Staub“-Cocotte serviert. Zusammen mit rösch-saftigem Sauerteigbrot und Meerrettich ein ganz besonderes Produktschmankerl! Die Küche weiß einfach, worauf es ankommt, um die Vorzüge der Viktualien unverstellt in Szene zu setzen. So war es dann auch die säuerlich-laktische Frische vom Bennewitzer Rahmeis in Kombination mit saftig-süßen Weintrauben, was den besonderen Reiz zur prinzipiell sehr guten, leider nur etwas schlampig gebrannten Crème brûlée ausmachte.

Die reich bestückte und fair kalkulierte Weinkarte listet eine gut strukturierte Auswahl verschiedenster Gewächse namhafter Erzeuger aus ganz Europa und sogar einiges aus der Neuen Weinwelt, ist aber vor allem bei deutschen Weinen sehr gut aufgestellt.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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