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| Mo-Sa ab 12 Uhr durchgehend, So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 26-54 €, Menüs: 69-90 € |
Gelegen im ehemaligen Städtischen Kaufhaus, gehört das Max Enk im Herzen der Sachsenmetropole zu den bekanntesten Restaurants der Stadt. Zum einen, weil das überaus geräumige Lokal einer großen Anzahl an Gästen Platz bietet, und zum anderen, weil die Küche hier seit Jahren verlässlich auf weit überdurchschnittlichem Niveau abliefert. Dabei setzt das Team um Chefkoch Roy Düsel konsequent auf klassische Techniken und überwiegend regionale Produkte von gehobener Güte, deren Produzenten bei Interesse sogar in einer gesonderten Liste eingesehen werden können. Die Weinkarte ist von eher schmalem Umfang, bietet aber etliche Flaschen aus Sachsen und von der häufig unterschätzten Region Saale-Unstrut.
Zur Auswahl stehen grundsätzlich zwei Menüs sowie eine recht große Auswahl an Gerichten à la carte. Nach einer kleinen Brotauswahl starteten wir zum Auftakt mit einem Kalbshackbällchen auf Beluga-Linsen und Topinamburcreme, womit die Küche sogleich den Beweis antrat, dass sie auch vermeintlich Profanes durchaus ansprechend in Szene setzen kann. Die aromatische Intensität der Begleiter empfanden wir zwar als ausbaufähig, aber das Hauptprodukt selbst hatte fraglos hohes Niveau.
Trotz der stets recht großen Gästezahl und der Vielzahl an gebotenen Gerichten stellen qualitative Abstriche hier seit Jahren die absolute Ausnahme dar, wovon wir uns auch diesmal gleich beim Steak Tatar einmal mehr überzeugen konnten. Die recht einfallslose Anrichteweise ist mit der ersten Gabel schnell vergessen: selten haben wir neben gutem Rundfleischgeschmack die einzelnen Komponenten eines klassischen Tatars wie etwa Kapern, Senf und Zwiebeln so schön deutlich ausmachen können wie hier. Eine gelungene Vorspeise, auch wenn das zugehörige Rösti etwas lockerer und fluffiger hätte geraten dürfen.
Bei den „Spaghettini in Rahm“ ließ man sich hingegen eine recht überraschende Inszenierung einfallen, denn das wachsweich gekochte Landei thronte als Ganzes auf dem Nudelkissen. Zusammen mit einer generösen Portion an Trüffel und gedämpftem Blattspinat gelang es der Küche hier, eine weitere klassische und gediegene Kombination sorgfältig umsetzen, und damit zu erreichen, dass der Fokus des Gastes für die beachtlichen Produktqualitäten geschärft wird.
Dogmatisch geht man hier keineswegs vor, denn einen Klassiker wie das Leipziger Allerlei serviert man hier nicht etwa mit den obligatorischen Flusskrebsschwänzen, sondern stattdessen mit akkurat gegartem heimischem Saibling. Knackiges Gemüse, herzhafte Semmelknödel und gehobelte Champignons mögen daneben auf den ersten Blick recht gewöhnlich wirken. Doch der Verzicht auf die Verfälschung von Produkten oder aufwendig verspielte Inszenierung kann hier nicht über das überdurchschnittliche Niveau hinwegtäuschen. Denn sauberes, konservatives Arbeiten rund um gängige Viktualien und bekannte Gerichte, die man anderswo kaum noch in dieser Qualität bekommt, zeichnet die Küche aus.
So auch beim süßen Ausklang, bei dem man zwar ebenfalls nichts auffallend Kreatives ausmachen konnte, der aber trotzdem alles andere als langweilig war. Bei dem warmen Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern machte bereits die verwendete Valrhona-Schokolade einen bedeutenden Unterschied. Und in Kombination mit Kalamansisorbet, Zwetschgen und Schokocrumble schuf gelang ein gelungenes Dessert alter Schule. Wer es noch klassischer mag, dem flambiert der recht sachlich agierende Service am Tisch auch gekonnt einen Crêpe Suzette. Das ist dann schon old school at its best.
Wer hier einkehrt, darf sich auf fair bepreiste klassische Küche freuen, wie man sie jenseits von Fine Dining auf diesem Niveau leider nur noch selten erlebt. Das hat diese Leipziger Institution seit jeher ausgezeichnet und wird es hoffentlich noch sehr lange tun.
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