Perrier_Superbanner

???

Fotos: Lenas am See / Cordula de Bloeme

Lenas am See

Seestr. 10
86919 Utting a. Ammersee
08806-9570957

aktualisiert: 03 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do-So von 12-15 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo-Mi Ruhetag,
Hauptgerichte: 23-39 €

Ein sehr schöner, großer, klar und aufgeräumt wirkender Gastraum mit großer Fensterfront samt nahezu unverstellter Aussicht auf den Ammersee macht das Lenas am See von Namensgeberin und Geschäftsführerin Lena Mielke zum Restaurant für viele Gelegenheiten. Nicht nur im Sommer kann es ein anspruchsvolles Ausflugslokal sein, das seinen Gästen auch zur Mittagszeit auf der Seeterrasse mit zugänglicher Küche auf gehobenem Niveau dienlich ist. Es ist aber aufgrund der Größe auch für Geschäfts- oder Familienessen prädestiniert, und selbstverständlich für ein romantisches Fine-Dining-Dinner, denn die Küche präsentiert sich seit Jahren ambitioniert und ist sukzessive auch immer noch ein bisschen besser geworden.

Mit Hinblick auf das breit gefächerte Zielpublikum ist sie aber selbstredend auch nicht zu exklusiv und experimentell. Man kann hier sehr bodenständig mit Klassikern wie der Forelle im Ganzen, dem Schnitzel vom Kikok-Huhn mit Bratkartoffeln oder dem Burger vom Angus-Rind glücklich werden, sich aber auch gehobenere Gerichte wie Kabeljau mit Schwarzer-Knoblauch-Polenta, Blumenkohlcreme, Wildem Brokkoli und Bisque oder Backe und Onglet vom Rind mit Kartoffel-Wirsing-Roulade und Pastinakencreme zu Gemüte führen. Und davor zum Beispiel mit einem Vitello Tonnato starten, das zwar keine Überraschungen bereithält, aber vom rosasaftig gegarten Kalbstafelspitz über die sämige, kraftvoll schmeckende Thunfischsauce und die Säure von Kapernäpfeln bis zur grünen, kräuterfrischen Note von Kerbel diesen gediegenen italienischen Vorspeisenklassiker in tadelloser Facon aufs Porzellan bringt.

Auch die mit einer feinwürzigen Creme von Ziegenkäse gefüllte und mit karamellisierten Pekannüssen, Portweinbirne und Ahornsirup bestückte Mürbteig-Tartelette machte als harmonische Kombination mit dezentem Twist rundum Spaß – wenngleich dieser würzig-süße Twist mit einer aromatischeren Käsesorte auch noch spannender hätte gestaltet werden können. So war es aber eine sehr zugängliche, breitentaugliche Komposition ohne Ecken und Kanten, trotzdem aber nichts Alltägliches.

Sehr gut hat uns zuletzt aus dem Vorspeisenbereich auch das Zweierlei vom Lachs in „Label Rouge“-Qualität gefallen, dessen Fleisch als Tatar und als mit Nori-Alge bardiertes Mosaik vom roh marinierten Fisch zum Besten gegeben wurde. Und zwar auf einem Savarin aus körnigem Fischkäse, aromatisiert vom herb-zitrischen Aroma der japanischen Yuzu und einem Kräuteröl, was aber auch wieder einen eher zurückhaltenden Akzent anklingen ließ und an diesem Abend den Eindruck mehrte, dass das Team durchaus noch etwas mutiger mit den Aromen umgehen könnte.

Und auch wenn die Hauptgänge ebenfalls eher auf eine etwas dezentere zurückhaltende Art harmonisch und rund als besonders pointiert und markant daherkamen, legte die Küche damit sogar nochmal eine kleine Schippe drauf und untermauerte das in der jüngeren Vergangenheit gesteigerte Niveau. Vor allem handwerklich, aber auch in Sachen Produktqualität. Etwa mit richtig schön kross gebratener Haut und sehr saftigem Fleisch perfekt auf den Punkt gebrachter dicker Tranche vom Seesaibling, die auf einem Podest aus angebratenen fluffigen Gnocchi und karamellisiertem Spitzkohl über einem ausgewogen harmonischen, nur leider nicht sonderlich ausdrucksstarken Vin-Jaune-Schaum thronte. Letztere wirkte nämlich ohne das typische oxidative Aromenbild des Gelbweins aus dem Jura eher unauffällig…

Aber auch die gleichmäßig rosa gebratenen Scheiben vom Rücken eines Salzwiesenlamms, die auf einer süffigen Lammbolognese angerichtet und von ausgewogener Rosmarinjus umgeben waren, überzeugten sehr. So wie deren in einem Schälchen à part gereichtes Begleitprogramm, ein paar mit Creme aus Paprika und Aubergine gefüllte, elegant dünnteigige Tortelli auf rahmig-cremiger Parmesansauce. Ein properes „Wohlfühlgericht“ ohne Ecken und Kanten, aber mit sehr viel natürlichem Umami.

Weil gegenüber den vergangenen Jahren auch die Desserts wie das cremig-moussige Haselnuss-Nougat-Türmchen mit Sorbet und Filets von Blutorange ein Mehr an Raffinesse und handwerklicher Sorgfalt im Detail erkennen ließen, heben die Bewertung nun verdientermaßen auf 6 Pfannen an. Den Service erlebten wir sehr sympathisch und ungezwungen, und in der nicht überbordenden, aber gut strukturierten Weinkarte finden sich ausreichend Optionen zu fairen Preisen.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



Das GUSTO-Lexikon der Köche

Hier finden Sie einen Großteil der Küchenchefs, deren Restaurants im GUSTO-Führer empfohlen werden. Das Lexikon wird ständig ergänzt.

Das GUSTO-Ranking der besten Restaurants

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller im GUSTO-Führer empfohlenen Restaurants - sortiert nach ihrer derzeitigen Bewertung.