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Fotos: Le Jardin de France im Stahlbad

Le Jardin de France im Stahlbad

Augustaplatz 2
76530 Baden-Baden
07221-3007860

aktualisiert: 04 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di u. Mi von 12-13.30 Uhr u. ab 18.30 Uhr, Do von 12-13.30 Uhr, Fr u. Sa von 12-13.30 Uhr u. ab 18.30 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 44-75 €,
Menüs: 59-165 €

Wie ein lichter, luftiger Wintergarten mutet der charmant gestaltete Hauptraum des wunderschönen Restaurants am Tor zum Kurpark von Baden-Baden an. Gefühlt sitzt man hier sogar eigentlich fast schon mitten im Park, und das nicht nur im Sommer, wenn die durchgängigen Fensterfronten komplett geöffnet sind. In diesem stilvoll-heiteren Rahmen, der passenderweise auch noch Le Jardin de France heißt, fällt es denkbar leicht, das vom französischstämmigen Gastgeberpaar Sophie und Stephan Berhard aufs Schönste zelebrierte Savoir-vivre einzulassen und einfach das kulinarische Leben zu genießen. Zumal es hier nicht beim schönen Drumherum bleibt, sondern auch die Küche des Chefs auf hohem Niveau begeistert.

Dass der hier die große französische Klassik zelebriert, liegt auf der Hand. Doch nicht dogmatisch und opulent, sondern weltoffen und genauso leicht und beschwingt wie das Ambiente. Und wie es für sehr gute zeitlose französische Hochküche nun mal unabdingbar ist, stehen auf den Tellern des Le Jardin de France die einschlägigen Edelprodukte konsequent im Mittelpunkt, dürfen ihre Reize dank hoher Produktqualität und äußerst präziser Zubereitung sogar voll ausspielen. Dazu gehört, dass der Chef konsequent sehr puristisch arbeitet, nichts Überflüssiges veranstaltet, sondern eher nach dem Drei- oder maximal Vier-Komponenten-Prinzip verfährt: Hauptprodukt, Begleitung, Sauce, aber das perfekt.

Das funktionierte zuletzt nach einem ebenso unspektakulären wie wohlschmeckenden kleinen Auftakt in Gestalt einer tiefgründigen Perlhuhn-Consommée schon bei der Vorspeise von roh marinierten Jakobsmuscheln mit „asiatischem“ Sauerkraut ganz ausgezeichnet. Die schön dick geschnittenen und nur defensiv gewürzten Cocquilles spielten festfleischig und klararomatisch mit ihrer ureigenen Süße und Nussigkeit, wurden von dem angenehm dezent umamiwürzig-fruchtig marinierten Sauerkraut und einem Salat von Vogelmiere dabei reizvoll unterstützt, aber eben nicht überhöht.

Qualitativ hervorragend und zudem perfekt auf den Punkt gebracht machte auch der Hummer großen Spaß, dessen von einigen Streifen kandierter Orangenschale effektvoll akzentuierter Schwanz auf ebenfalls hervorragendem mild-nussigem Blattspinat ohne jede störende Oxalsäure thronte. Eingefasst von einer kraftvollen Hummerschaumsauce, die dem Gericht in Kombination mit der herben zitrischen Süße der Orangenschalen einen kongenialen Twist verlieh.

Saftige, comme il faut festfleischige und frisch war auch die folgende Seezunge, die mit den ersten Frühlingsboten Morchel, Spargel (weiß und grün) und Erbsen aufgeboten wurde. Ergänzt von etwas Krauser Glucke, köstlich verbunden von einer Morchel-Schaumsauce mit eleganter alkoholischer Süße, die mutmaßlich von Sherry herrührte.

Im Hauptgang der Menüempfehlung war die Wahl zwischen Pfälzer Lamm und Elsässer Taube aus der Zucht von Theo Kieffer. Das Filet vom Lamm mit grünem Spargel, Gnocchi und schwarzem Knoblauch begleitet, die Brust von der Taube von glasierten bunten Rübchen und Birne sowie cremiger Polenta im Schälchen à part – eine Kombination, die wir hier in den vergangenen Jahren schon öfter mal gegessen haben und die längst zu Stéphan Berhards Klassikern gezählt werden kann. Zuletzt dezent variiert durch den Einsatz von fermentiertem Kampot-Pfeffer, der wie fast alle solch unkonventionelleren Akzente ganz behutsam gesetzt war und das klassisch-harmonische Geschmacksbild nicht ins Wanken brachte.

Marinierter Rhabarber und Erdbeeren, auch als Rhabarbercreme und Erdbeersorbet unter einer schaumigen Mascarpone-Haube, die wiederum mit Blättchen von der süßlich-ätherischen Atsinakresse und Tropfen von Olivenöl und gereiftem Balsamico appliziert war, kamen schließlich zu einem zwar sehr klassisch gediegenen, aber als solches ganz hervorragend gelungenen Dessert zusammen.

In der Flaschenweinkarte findet man sehr viele gute Speisebegleiter, überwiegend aus Deutschland und Frankreich. Und wer nur ein, zwei Gläschen trinken möchte, fragt einfach das Team um Gastgeberin Sophie Bernhard und ihre teils jahrelangen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gerne mit guten Empfehlungen zur Stelle sind.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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