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| Täglich von 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 15-40 €, Menüs: 40-100 € |
Der seit Generationen familiengeführte Betrieb in der Unterallgäuer Ortschaft Westerheim-Günz bei Memmingen, der – auch wenn die eigene Biermarke nicht mehr im Haus gebraut wird – ein traditionelles Brauereigasthaus ist, wie man es sich nicht besser ausmalen kann, hat in letzter Zeit viel in den An- und Umbau investiert. Nicht nur der hintere Gewölbesaal wurde mit einem schicken neuen Bräustüberl erweitert und hat ein zeitgemäßes Facelift bekommen, auch der Hotelbetrieb präsentiert sich völlig neu, größer und modernisiert.
Die Küche unter der Leitung von Juniorchef Markus und dessen Vater Martin Laupheimer besinnt sich klugerweise auf Traditionelles, Bodenständiges und Heimatliches, offeriert bis auf wenige Ausnahmen genau das, was man sich in einem gepflegten Brauereigasthaus wünscht: eine Regionalküche ohne pseudokreative Sperenzchen, dafür mit viel Substanz, klassischem Handwerk und natürlichem Geschmack der verwendeten Produkte.
Die Karte blieb über die letzten Jahre hinweg bei den Klassikern relativ statisch, wird aber durch saisonale Aktionen wie spezielle Fisch- oder Wildwochen und natürlich in der Spargelzeit temporär entsprechend ergänzt. Die mit Toast und aromatischem Käse überbackene französische Zwiebelsuppe ist immer zu haben. Und überzeugt nicht nur mit ihrem süßlich-würzigen Zwiebelaroma ohne irgendwelche Fremdwürze, sondern auch mit viel zartem Schmelz. Die natürliche Substanz von Suppen und Saucen bezeugte zuletzt auch die auf natürliche Art intensive Kraftbrühe mit Brätstrudel, die ein handwerklich grundsolides, sehr schmackhaftes Voressen war.
Dass sich hier viele Gäste generell eher an Hauptgerichte halten und vorneweg maximal eine Suppe oder einen Salat essen, belegt das übersichtliche diesbezügliche Angebot, zumal die mannigfaltig bestückten Salate, die man sich nach Wahl mit gegrillter Hähnchenbrust oder Garnelen aufwerten lassen kann, vielen Gästen ob der großzügigen Dimensionen und auch als Solo-Gericht genügen. Man kann aber vorweg auch mit einem halben Dutzend Weinbergschnecken in Kräuterbutter oder einem klassischen Rindercarpaccio mit hausgemachter Trüffelmayonnaise starten. Letzteres überzeugt immer mit überdurchschnittlicher Fleischqualität, so wie man sich auch sonst bei allen Fleischgerichten im Laupheimer auf ein gutes Hauptprodukt freuen darf.
Aber auch den Beilagen wird viel Augenmerk zuteil, wie auch zuletzt wieder die mit aromatischen Käsesorten mit viel Schmelz zubereiteten Kässpatzen mit Röstzwiebeln zeigten, die man als Vegetarier zur Not auch gerne und Genuss als eigenständiges Gericht isst – nicht nur mangels allzu vieler veritabler Alternativen. Dass die Stärke der Laupheimer-Gasthofküche aber die Fleischzubereitungen sind machte zuletzt nicht bloß der Schwäbische Zwiebelrostbraten mit gut gereiftem und sorgfältig auf den gewünschten Punkt gebrachten Rinderrücken deutlich, sondern auch die schön natürlich schmorwürzig schmeckende begleitende Sauce. Zur Höchstform läuft die Küche regelmäßig auch mit ihren hausgemachten Maultäschle auf, die mit dünnem, elastischem Teig und der darin eingeschlagenen saftig-aromatischen Brätfüllung leicht angebräunt und von kleinen Speckwürfelchen, Röstzwiebeln und Kresse begleitet die schwäbische Küche hochleben lassen.
Beim letzten Testbesuch haben wir uns auch mal wieder dem Hausklassiker „Böfflamott“ angenommen, also dem bayrisch verbrämten Boeuf à la Mode, in Rotwein gebeizter und darin sanft geschmorter Rinderbraten. Leicht mürbe, aber noch mit guter Fleischstruktur und Saftigkeit lagen die löffelzarten Stücke, eskortiert von zwei kleinen, flaumigen Semmelknödeln in der zwar kräftigen und gehaltvollen, aber auch noch angenehm transparenten Rotweinsauce mit einer dünnen Spur Sauerrahm und wurden außerdem von frischen Erbsen und glasierten Karotten begleitet. Auch das ein blitzblankes bodenständiges Gericht auf klarem 5-Pfannen-Niveau.
Und an das kam auch der mit Mandeln karamellisierte fluffige Kaiserschmarrn heran, der krustig-saftig und von feinsäuerlichem Apfelmus begleitet schon allein Grund genug für einen Besuch sein kann, wenn er so frisch und sorgfältig zubereitet daherkommt, wie das diesmal wieder der Fall war. Und deshalb gilt hier einmal mehr, dass wer sich hier an die richtigen Gerichte hält, nämlich solche, die man gemeinhin in einem Brauereigasthof erwartet, garantiert nicht enttäuscht wird.
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