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Fotos: La Rock Wohlfühlrestaurant

La Rock Wohlfühlrestaurant

Voßstr. 51
30163 Hannover
0511-666322

aktualisiert: 12 / 2021
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 17 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 23-35 €, Menüs: 55-99 €

Das erfreulich individuelle, leicht alternativ angehauchte Restaurant in Hannover mit neuer Dependance in Braunlage im Harz zählt zu jener Art von Lokalen, die wir besonders schätzen. Denn hier wird tatsächlich in ganz lässiger, entspannter Atmosphäre ohne irgendwelche konzeptionellen Zwänge oder Gourmet-Attitüden überdurchschnittliche Qualität auf den Tellern geboten. „Echtes Küchenhandwerk mit saisonalem und regionalem Schwerpunkt, sowie die Liebe zum Detail, machen den großen Unterschied“, verspricht ein Slogan des selbsternannten „Wohlfühlrestaurant“ La Rock – und nimmt den Mund tatsächlich nicht zu voll! Schon die Lektüre der bewusst übersichtlich gehaltenen Speisekarte, die dennoch genügend Auswahl bietet, schafft irgendwie Vertrauen. Und die ersten Kostproben aus der Küche lassen deutlich erkennen, dass hier Leute am Werk sind, die genau wissen, was sie da machen!

So begeisterte zum Beispiel ein vorbildlich von Hand geschnittenes und mit reichlich gerösteten Pinienkernen durchzogenes Tatar vom Kalbsfilet, das mit geschmorter Paprika, Zucchiniröllchen, einer Auberginenmayonnaise und knusprigem dünnem Bratbrot zur Vorspeise aufgetischt wurde, einfach nur durch Qualität und viel guten Geschmack. Wie oft sehen die Teller in ambitionierten Restaurants wunderbar akkurat und kunstvoll aus, aber es schmeckt nicht begeisternd – hier ist es umgekehrt: alles ist etwas gröber und nicht übermäßig artifiziell angerichtet, aber jede Komponente besitzt viel Ausdruckskraft und alles wirkt sehr harmonisch zusammen.

Ganz ähnlich auch beim hervorragenden roh marinierten oder nur ganz mild gebeizten Lachs, der in schön dicke Tranchen geschnitten seine ganze Qualität voll ausspielen konnte und zusammen mit Orangenfilets, Granatapfelkernen, einer modifizierten Avocadocreme und Schmand sowie verschiedenen Kressesorten in einer ausgewogen fruchtig-säuerlichen Umgebung platziert war. Kleine Kartoffel-/Gemüse-Puffer passten da ebenfalls gut ins Bild und vervollständigten einen rundum stimmigen Teller.

Allein für die Himmel-&-Äd-Interpretation, bei der die delikate, kross angebratene und mit einer Art Pistou nappierte Blutwurst nebst feinsäuerlichen gedünsteten Apfelspalten, einem Kräuterkartoffelpüree und Röstzwiebeln auf einem Spiegel reduzierter Jus angerichtet war, würden wir immer wieder aufs Neue hierherkommen. Ihr feines Händchen für feine Details, auch ohne dafür in allzu detailreiche Kleinarbeit zu gehen, bewiesen die Köche dann auch beim mustergültig auf der Haut kross gebratenen Kabeljaufilet, das zusammen mit aromatischen Stücken von Artischockenböden und etwas Zwiebelmarmelade auf einem schön schlotzig-cremigen Risottobett lag und von einer hellen Schaumsauce im Stil einer Beurre blanc rahmig eingefasst und süffig abgerundet wurde.

Dass sie das Saucenfach beherrscht, bewies die Küche auch nochmal beim Hirschfilet, das – ganz klassisch gebraten und somit ohne viel Saft- und Aromaverlust auf den Punkt gebracht – gemeinsam mit in dünne Streifen geschnittenen breiten Bohnen und Fondant-Kartoffeln, die wie ein gutes Kartoffelgratin geschmeckt haben, auf einer balancierten dunklen Wildsauce daherkam. Zwischendrin ploppten immer mal wieder gewinnbringend süßsäuerliche Sidekicks von einem Kirschgel auf und im Glas erwies sich dazu der formidable 2016er Nebbiolo d’Alba von Bruno Giacosa aus der mit Kennerschaft zusammengestellten Weinkarte als kongenialer Partner.

Wer danach noch einen Nachtisch schafft (die Portionen sind nicht gerade zierlich bemessen), wird garantiert bei Topfenknödel mit Zwetschgenröster oder Schokoladenküchlein mit Mangoeis glücklich, denn auch im süßen Bereich bleibt das Team seiner Linie treu und bringt viel Substanz und Qualität auf die Teller. Alternativ steht immer auch eine Rohmilchkäseauswahl zur Auswahl, die zusammen mit dem guten Brot der Backgeschwister (ehemals Bäcker Gaues) kredenzt werden. Fazit? Ein unkompliziertes Wohlfühlrestaurant erster Güte!

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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