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Fotos: La Forchetta

La Forchetta

Geibelplatz 1
30173 Hannover
0511-8503808

aktualisiert: 03 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-So ab 17 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 28-36 €,
Menüs: 59-79 €

In den etwas verwinkelten, weitläufigen Gasträumen seines heiteren italienischen Ristorantes mit schönem hellem Steinboden bietet Chef Marco Del Core eine attraktive, ambitionierte italienischer Küche. Und die hat weit mehr als jene eingedeutschten traditionellen Klassiker zu bieten, die es in jedem vergleichbaren Lokal hierzulande gibt. Die Speisekarte ist für bekennende Fans authentischer italienischer Küche mit kreativen Ideen ein Quell der Inspiration und macht die Auswahl schwer. Zumal neben der saisonal wechselnden Standardkarte immer auch noch ein paar Tagesempfehlungen des Chefs offeriert werden.

Natürlich gibt es hier auch traditionelle Standards wie Vitello Tonnato, Parmigiana di melanzane oder Spaghetti frutti di mare, aber wenn man weiß, wie gut hier eingekauft und gekocht wird, wirken auch solche Dinge animierend und machen die Entscheidung für den geneigten Gast nicht gerade leichter. Meist nehmen wir hier dann aber doch die originelleren Kompositionen wie beispielsweise den gegrillten Oktopus mit Creme von Kichererbsen, geräucherter roter Paprika und Zitrone, oder die Pasta Mista mit Blumenkohl, Provolone und roher roter Mazara-Garnele.

Auch die zarten gegrillten Calamaretti, die bei unserem letzten Besuch ganz puristisch nur mit Blutorangenfilets, Minze und Amarettini-Crumbles kombiniert waren, sind so ein Gericht, das man nicht an jeder Ecke bekommt. Wäre hier die Minze, die nur sehr dezent als Öl auf dem Teller zugegen war, noch deutlicher hervorgetreten, hätte das Gericht in unseren Augen sogar noch deutlich an Finesse gewonnen. So war es sehr gut, aber aromatisch vergleichsweise schlicht, weil die zarten Tintenfischchen in etwas eindimensional fruchtiger Begleitung daherkamen.

Alles andere als das und zudem auch wieder so ein sehr originelles authentisches Gericht der italienischen Küche waren die mit einem sehr süffigen, hell geschmorten Ossobuco-Kompott gefüllten Tortellacci, die mit etwas reduzierter Jus nappiert und Parmigiano beflockt auf einer rahmigen, nicht zu intensiven, aber auch nicht zu blassen Safransauce angerichtet waren. Dünner, elastischer Pastateig, saftiges Fleisch, guter Käse, elegante Proportionen, gut herausgearbeitete Aromen: kann man in der Form eigentlich kaum besser machen. Einzig die recht willkürlichen Kresseblättchen, die neben der Gremolata vereinzelt über das Gericht gegeben waren, hätte man zugunsten noch mehr Authentizität gerne verzichten können.

So wie die ebenfalls sehr beliebig eingesetzte Afilla-Kresse als überflüssige Deko eines ansonsten souverän schlichten und schnörkellosen Drei-Komponenten-Gerichts in sorgfältiger Machart: saftig-zarte gebratene Filets von der Goldbrasse, serviert mit einer geschmacklich sehr guten, nach unserem Gusto als Partner für den Fisch aber etwas zu festen Linsencreme, Blattspinat und Zitronenöl. Abgesehen von den kleinen Schönheitsfehlern wünscht man sich einen klassischen italienischen Fisch-Hauptgang ganz genau so, wie er hier kredenzt wurde.

Und der Baba Napoletano, schön locker und luftig gebacken, satt mit Rum getränkt und mit einer Vanille-Mascarponecreme, kandierten Orangenschalenstückchen und Blaubeeren sowie Himbeeren gefüllt, war definitiv auch einer von der besseren Sorte. Würden wir uns jederzeit sofort wieder bestellen, weil man ihn dergestalt wirklich nur selten aufgetischt bekommt. Aber natürlich ist der Chef bei Bedarf auch mit Tiramisù oder Panna cotta dienlich. Und weil hier vom sehr guten Weißbrot mit Olivenöl vorneweg bis zum Espresso am Schluss auch diese Dinge allesamt etwas besser sind als in vielen italienischen Ristoranti hierzulande, liegt die Vermutung nahe, dass das auch für solche alltäglichen Nachspeisen gilt, die es bei jedem sprichwörtlichen „Italiener um die Ecke“ gibt.

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