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| Mi u. Do ab 18 Uhr, Fr von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Sa ab 18 Uhr, So von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Mo u. Di Ruhetag |
| Hauptgerichte: 45-55 €, Menüs: 100-155 € |
Rein äußerlich gibt die Krone in Waldenbuch mit ihrer blassbeigen Fassade nur wenig davon preis, welch bemerkenswerter Vertreter süddeutscher Wirtshauskultur sich dahinter verbirgt. Dass der zwischen Stuttgart und Schwäbischer Alb gelegene Vorzeigebetrieb heute zu den besten Restaurants der Region und darüber hinaus gezählt werden darf, ist vor allem das Verdienst des leidenschaftlichen Gastronomen Matthias Gugeler, der das Niveau seines Hauses seit Jahren mit großer Beharrlichkeit geschärft hat – nicht zuletzt, seit er sich vor einem Jahrzehnt die Dienste des damals noch sehr jungen Küchenchefs Eric Metzger sicherte.
Drinnen überzeugt das rustikale Lokal mit gewachsener Atmosphäre, in der warmen Jahreszeit aber entfaltet die rückseitig gelegene Terrasse unter schattenspendenden Bäumen einen eigenen, sehr unangestrengten Charme. Auch die üppige Karte gehört zu den Trümpfen des Hauses, weil sie neben einer breiten Auswahl à la carte gleich zwei Menüs aufführt, darunter eine rein vegetarische, individuell gestaltete Speisefolge. Ein wesentlicher Teil des ungebrochenen Reizes liegt darin, dass diese Küche sich nicht überambitioniert gibt und niemanden überfordern will, sondern bei allem zeitgemäßen Anstrich auf weithin klassische Prinzipien, solide Handwerklichkeit und vor allem auf gute Produkte vertraut.
Das zeigte sich auch zuletzt schon im kleinen Ragout von Hirsch und Kalb unter Tomaten-Pilz-Schaum, das handwerklich sauber gearbeitet war, im Hochsommer als Ouvertüre allerdings einen Tick zu mächtig wirkte. Mit dem roh marinierten Hamachi rückte in der Vorspeise zwar ein internationales Luxusprodukt auf den Teller, doch die Küche stellte es nicht demonstrativ aus, sondern band es in ein launiges und farbenfrohes Arrangement ein, das sich an der Grenze zur Fülle bewegte. Der heimliche Star war dabei die Tomate „Green Zebra“, die als Sorbet, als knallgrüner Chip und in Segmenten auf dem Fisch ihre säuerlich-fruchtigen Qualitäten voll ausspielen durfte, wobei der auffallend fruchtige Zug von Chip und Sorbet durchaus an eine zusätzliche Stütze durch grünen Apfel denken ließ. Senfsaat und Triumphbeere setzten kleine, aber keineswegs nebensächliche Akzente, während Tupfen von Mandelmilch und ein gebackenes Mandelbällchen den eigenwilligen Gang mit milder Nussigkeit abrundeten.
Zu Beginn des Fischgangs stellte sich dann eine Irritation ein, die in dieser Form selten begegnet: Der angekündigte Knurrhahn wurde erst beim Auftragen, also ohne vorherigen Hinweis, als Steinköhler benannt, und von der in der Karte annoncierten Zucchiniblüte blieben auf dem Teller letztlich nur die verarbeiteten Früchte gelber und grüne Zucchini übrig. Auch stilistisch setzte der im streng geordneten Bauhaus-Look arrangierte Teller einen deutlichen Kontrast zum ausladenderen Vorgänger, mit Ricottaravioli und einer mit Zucchini ummantelten Krustentierpraline fein säuberlich aufgereiht. Letztere brachte sich aromatisch deutlich vernehmbarer ein als der auf der Haut gebratene und mit Kürbiskernen belegte Steinköhler, der leider etwas trocken geraten war. Die Beurre blanc wirkte auf uns entgegen der Ankündigung eher jodig als von Safran geprägt, so dass dieser Gang in Summe zwar durchaus schmackhaft war, aber ein auffallendes Maß an offenen Fragen zurückließ.
Eine ähnliche Ordnung bestimmte auch den Hauptgang, der ein tadellos gegrilltes Stück Flanksteak ins Zentrum rückte. Den klugen, bodenständigeren Gegenpart zum rosa gebratenen und sehr saftigen Fleisch gab das mürbe Schaufelstück, begleitet von Knollensellerie in zwei Ausprägungen: geschmort mit dichter, süßlich-erdiger Tiefe, eingelegt in schmalen Streifen mit deutlich feinerer Kontur. Rinderjus und der üppig mit Kräutern belegte Streifen Kartoffelcreme waren keine austauschbaren Nebensachen, sondern stützten den Gang zuverlässig. Das überzeugendste Argument aber lieferte diesmal die durchaus spezielle, punktuell und sehr exakt ausgelotete Würze von rosa Pfeffer und Koriander.
Für die Beruhigung vor dem Finale sorgte ein intensives Sorbet von roter Johannisbeere auf naturbelassenen Träuble, wie man die Frucht im Schwäbischen gern nennt, das mit klarer Säure und unverstellter Frucht einen angenehm leichten Übergang schuf. Danach setzte die Küche auf einem Biskuittaler eine zart mit weißer Schokolade ummantelte Kugel aus luftiger Mascarpone ein, mit einem Kern von Johannisbeercreme und einem Ring aus mustergültigem Florentiner buchstäblich gekrönt. Das charmante, leicht fassbare Dessert suchte keine überraschende Volte, sondern direkte, saubere Beglückung, die dank sicheren Handwerks und des Verzichts auf überflüssigen Zierrat auch überzeugend gelang.
Der an diesem Tag gut ausgelastete Service wirkte recht knapp angebunden, indem die Gerichte meist nur mit wenigen Worten oder auch ganz ohne Erläuterung an den Platz gestellt wurden, was aber mehr die Ausnahme als die Regel ist. Ausschließlich positiv ist die auffallend umfangreiche und hochklassig bestückte Weinkarte zu bewerten, die in allen Preisklassen tragfähige Angebote bereithält und ihre Schwerpunkte bei Frankreich sowie bei heimischen Gewächsen aus Württemberg und Baden setzt.
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