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| Mo u. Di u. Do-Sa ab 18 Uhr, Mi u. So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 40-49 €, Menüs: 88-128 € |
Seitdem die junge Gastgeberfamilie Geßler die altehrwürdige Krone in Schlier im Jahr 2020 übernommen und mit viel Herzblut verjüngt und modernisiert hat, kann das stilvoll-behagliche Restaurant in der schicken Villa auf eine echte Erfolgsgeschichte zurückblicken. Nicht nur das mit vielen stilvollen Details gestaltete Ambiente, sondern auch die ambitionierte Küche wurden kontinuierlich weiterentwickelt und bieten mittlerweile ein äußerst einladendes Gesamtpaket aus Wohlfühlatmosphäre und anspruchsvoller Küche.
Nicht zuletzt durch die Beschränkung auf zwei Menüs (eins davon vegetarisch) und einen insgesamt eher fokussierten als verspielten Stil konnte sich Benedikt Geßler langsam, aber kontinuierlich immer weiter steigern. Und genau das zeigte sich auch beim letzten Besuch, der abwechslungsreich mit einem Rindertatar im Cannellono aus hauchdünnem knusprigem Zwiebelbrot begann, ganz schlicht mit Crème fraîche und Schnittlauch abgerundet, aber zupackend intensiv und markant pfeffrig abgeschmeckt. Begleitet von einem in der knusprigen Cornetto-Waffel servierten Jakobsmuschel-Ceviche mit Mango, das dagegen eher zurückhaltend leicht und frisch wirkte.
Ebenfalls noch im Bereich der Einstimmungen, zielte die Kombination aus sous-vide gegartem Stubenküken, der knusprigen und saftigen Keule des Kükens nebst Kürbis und gebackenem Eigelb mit flüssigem Kern sowie einer Tartelette mit Linsen und Kürbiscreme schließlich noch mitten ins schwelgerische Genusszentrum.
Im ersten offiziellen Gang stand nur sehr knapp gegarter (und auf diese Art beinahe cremig wirkender) Hummer mit einem Topping aus knackig grünen Bohnenkernen und luftigen Zitrus-Falafeln im Mittelpunkt und wurde mit einem sanft erfrischenden Limonensorbet und einem röstwürzig-eleganten Hummerschaum kombiniert. Dass sich auf dem Teller zudem auch ein winziges Rotbarbenfilet versteckte, spielte im Grunde keine größere Rolle für das insgesamt – und trotz deutlicher Kontraste! – zart und feinsinnig wirkende Gesamtbild und war somit eigentlich obsolet.
Ein paar mehr Kontraste hätte dagegen der glasig temperierte aber markant abgeflämmte Skrei gebrauchen können, der zusammen mit gerösteten Jakobsmuscheln auf einem Bacalao-Confit ein deutlich kraftvolleres maritimes Bild ergab. Allerdings auch mit einer beinahe zu großen Produktwucht, die von einer Prise rauchig-scharfen Paprikapulvers und schwarzer Knoblauchcreme zusätzlich gepusht wurde. Einen gewissen Ausgleich zu den ganzen Power-Komponenten brachte zwar ein milchig-milder Saucenschaum, der allerdings nach unserem Gusto ruhig mit einem Spritzer Säure noch etwas lebendiger hätte gestaltet sein dürfen. Sehr überzeugend war das Ganze aber auch so.
Genau wie das satt eigenaromatische und sorgfältig gleichmäßig rosa gebratene Rinderfilet neben kleinen saftig-knusprigen Schmorfleischpralinen vom Rind, die genau wie die kraftvoll-elegante Jus für eine enorme geschmackliche Tiefe und hohe Bandbreite auf dem Teller sorgten. Zurückhaltend eskortiert von soft geschmorter Zwiebel und kleinem knackigem Gemüse (Rosenkohl, Karotte, Kürbis) sowie einer über allem schwebenden ätherisch-warmwürzigen Pfefferaromatik, war das auf ganz klassische Art eine volle Punktlandung.
Weniger klassisch, aber ebenso ansprechend, gelang dann nach einem erfrischend herbfruchtigen Zwetschgensorbet mit Kokosespuma und -baiser das eigentliche Dessert. Das spielte mit dem mutigen Kontrast von exotischer Yuzu-Frische als heller Cremering und als Gel, einem Gurkengranité und Heidelbeeren gegenüber der dunklen Wucht von Schokolade als kleines saftiges Küchlein und Ganache. Und weil auch hier nicht nur die gegensätzlichen Aromen sehr gekonnt ausbalanciert waren, sondern auch das handwerkliche Niveau hoch, gibt es eine weitere Aufwertung auf mittlerweile wohlverdiente 7 Pfannen.
Aktuell sind das vielleicht noch nicht die stärksten, aber angesichts der bisherigen Entwicklung und der Tatsache, dass die beiden jungen Gastgeber unverändert engagiert bei der Sache sind, wird sich das Niveau sicherlich weiter stabilisieren. Und bis dahin ist in jedem Fall auch garantiert, dass nicht nur die Teller attraktiv angerichtet, sondern auf Wunsch auch die Weingläser niveauvoll gefüllt sein werden. Das gut strukturierte Sortiment gibt das her.
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