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| Do-Mo ab 12 Uhr durchgehend, Di u. Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 15-49 €, Menüs: 40-150 € |
Das gepflegte rustikale Gasthaus in behaglicher Berghüttenoptik, das zum angrenzenden Hotel Maier zum Kirschner gehört, liegt direkt an der Rottach-Egerner Tegernseepromenade auf einer kleinen Anhöhe und bietet auf seiner in der warmen Jahreszeit hochfrequentierten Sommerterrasse sogar Seeblick. Und im Winter hat der Gastraum etwas sehr gemütliches, denn man sitzt bei volkstümlicher Musik in authentisch rustikalem Ambiente und bekommt es mit einer Küche zu tun, die einen ansprechenden Spagat zwischen der Heimat und der großen weiten Welt macht. Und das seit sehr vielen Jahren auf überdurchschnittlichem Niveau.
Das Küchenteam nimmt sich auf der einen Seite der traditionellen bayrischen oder alpenländischen Schmankerln an, blickt aber auch oft und gern weit über den eigenen Tellerrand hinaus, manchmal sogar bis nach Fernost. Solche exotischen Ausschweifungen bräuchte es nach unserem Gusto eigentlich gar nicht, denn die wahren Stärken des Teams liegen unserer Erfahrung nach in anderen Gefilden. Aber neben Kalbfleischpflanzerl, Südtiroler Schlutzkrapfen oder gebackener Blutwurst mit Kartoffelpüree sind eben auch solche Dinge wie Tataki und Tatar vom Thunfisch schon immer auf der Speisekarte gesetzt – weil entsprechend gefragt!
Unser Interesse ist aber vielmehr auf solche Dinge gerichtet wie das schmelzige Semmelknödel-Carpaccio mit rahmiger Vinaigrette unter einem Salat von grünem Spargel, Radieschen, Tomaten und Rauke. Oder die ebenso schmelzige wie aromatische Sülze vom Tafelspitz, ebenfalls mariniert mit einer rahmigen Vinaigrette, in der auch steirisches Kürbiskernöl eine Rolle spielt. Ein buntes Salatbouquet mit Sprossen, Radieschentatar, vor allem aber ein kleiner feiner Eiersalat und frisch aufgebratene Röstkartoffeln à part machen dieses alpenländische Schmankerl, das seit Jahren immer wieder in der Karte zu finden ist, zu einem echten Signature-Dish des Hauses.
Bei den Traditionsgerichten bleibt das Kirschner-Stuben-Team eigentlich immer ganz nah am Original und so ist ein ofenfrischen Krustenbraten vom Miesbacher Bio-Schwein mit speckigem Krautsalat und flaumigem Kartoffelknödel eben genau das, oder ein Wiener Schnitzel aus der Kalbslende mit Kartoffel-Gurkensalat nichts anderes, als man sich darunter vorstellt. Beim Saiblingsfilet mit jungem Blattspinat und Kartoffelgratin hatte das Team jüngst indes die abweichende Eingebung, die beiden tadellos kross und saftig auf der Haut gebratenen Filets neben Spinat und Kartoffelgratin à part auf dem Teller außerdem mit grünem Spargel, Kochbananen-Chips und einer mit Passionsfruchtmark angereicherten Krustentiersauce zu eskortieren, was unterm Strich nicht unharmonisch geschmeckt hat, aber schon sehr gefreestylt war...
Bei der à la Piccata in eine Käse-Ei-Panierung gehüllten und zartkross ausgebratenen Hühnerbrust waren neben den annoncierten Tomaten-Tagliatelle mit Pinienkernen auch halbgetrocknete und säuerlich eingelegte grüne Tomaten mit im Spiel, die das Ganze zusammen mit einer intensiven Kräutersauce auflockern und interessant aufpeppen konnten. Ansonsten ist beim Kirschner unter den Fleischgerichten immer auch die ofenfrische Kalbshaxe mit Semmelknödel und Blaukraut eine Empfehlung oder ganz bodenständige Schmankerl wie ein Hirschgulasch, das mit vom Brett geschabten Spätzle und Rahmwirsing aufgetischt wird.
Die Portionen sind nicht zierlich, aber einen unverkünstelt traditionellen Nachtisch wie die ebenso lockere wie kakaowürzige Schokoladenmousse mit Roter Grütze oder eine cremig gestockte Orangen-Crème-Brûlée sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Weinkarte hat genug attraktive Tropfen veritabler Erzeuger aus Deutschland und dem benachbarten Ausland gelistet und geizt auch im Offenausschank nicht an Qualität.
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