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Fotos: Kandlbinder Küche

Kandlbinder Küche

Postplatz 1
93142 Ponholz
09471-6050646

aktualisiert: 10 / 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo u. Do-Sa ab 17.30 Uhr, So 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Di u. Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 17-40 €,Menüs: 37-90 €

In den historischen Gemäuern der Alten Post hat das Team um Martin Kandlbinder mit großzügig gestellten massiven und elegant gedeckten Holztischen neben antiken Stühlen, blau gestrichenen Wänden und reduziertem Dekor einen einladenden Genussort geschaffen, dessen entspannte Atmosphäre von munter klimperndem Jazz unterstrichen wird.

Und munter – ganz ohne irgendwelche Allüren und doch anspruchsvoll – gibt sich hier auch das kulinarische Programm. Das Angebot hält à la carte clever eine Reihe bodenständigerer Traditionsgerichte neben exklusiveren Sachen bereit. Daneben steht ein sichtbar ambitioniertes Degustationsmenü mit einfallsreicheren Ideen und besonderen Produkten sowie die Möglichkeit, sich in wählbarem Umfang einfach von der Küche überraschen zu lassen.

Bevor diese bei unserem ersten Besuch in diesem atmosphärischen Gasthaus aber richtig startete, steigerten bereits das fluffige Brot mit Senfcreme und O‘batzda sowie ein kleines Löffel-Amuse mit mariniertem Chicorée, Zuckerschoten-Juliennes, gerösteten Mandeln und Oliven-Crème fraîche die Erwartungshaltung. Vor allem der Löffel mit seiner gelungenen Balance aus zarter Bitterkeit, knackiger Frische und Röstnoten zeigte, dass hier Leute mit sicherem Aromengespür am Start sind.

Dieses zeigte sich dann trotz der relativ simplen Machart auch bei Überraschung Nr.1, die zart gebratenen und produktmäßig sogar recht guten Kaisergranat in Krustentier-Öl mit gegrillter Avocado und kühlem Rindertatar verband und so mit einfachen Mitteln für gelungene Akzente und Kontraste sorgte. Zusätzlich interessant wurde das Ganze noch durch eine feine ätherische Pfefferschärfe im Hintergrund.

Bei der folgenden Steinpilz-Cremesuppe wurde die handwerkliche Sorgfalt des Teams sogar noch deutlicher, denn das eigentlich völlig schlichte Süppchen mit seiner Einlage aus festen, aromatischen Steinpilzscheiben und Croûtons strotzte nur so von intensivem Produktgeschmack, hatte eine zarte Säureader und die Sahne nicht als Ballast, sondern als Aromen-Katalysator on board.

Was bei der ohnehin schlicht reduzierten Suppe prima funktionierte, war bei der dunkelrosa gebratenen und wunderbar straffen Entenbrust (wieder ein sehr gutes Produkt!) die einzige Schwachstelle: in der Kombination mit prägnant röstwürzigen Steinpilzen, Maroni, leichter Selleriecreme und mittelkräftiger Jus gab etwas Kartoffelstroh zwar leichten Crunch – allein es fehlte irgendeine Auflockerung in diesem voll auf Umami, Würze und Röstnoten ausgerichteten Arrangement. Mit einer solchen wäre das qualitativ überzeugende, gut proportionierte und präzise zubereitete Gericht locker bei guten 6 Pfannen einzuordnen gewesen. Viel Freude machte es aber auch so!

Genau wie der Dessertabschluss mit Himbeeren auf zart schmelzendem Toblerone-Parfait und einer cremigen Schokoladenmousse ohne vordergründige Süße und umso mehr Kakao-Tiefe, sowie die nicht überbordende, aber mit vielen spannenden einfacheren Weinen und einigen hochwertigen Gewächsen durchaus attraktiv bestückte Weinkarte.



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