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| Mo-Sa von 11-14.30 Uhr, So u. Fei Ruhetag |
| Hauptgerichte: 20-50 € |
Seit vielen Jahren steht das Restaurant im obersten Stockwerk des Feinkosthauses Kahn unter der Ägide seines Küchenchefs Thomas Abele für maßvoll gehobene Küche auf einem verlässlich hohen Niveau für ein breites Publikum. Die Offerten in der Speisekarte des im vorderen Bereich wie eine Galerie-Empore anmutenden Gastraums reichen von traditionellen bodenständigen Klassikern wie Caesars Salad, rosa Roastbeef mit Bratkartoffeln und Remouladensauce oder Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat bis zu kreativeren Optionen, teilweise aus exklusiveren Produkten, aber auch verfeinerten Innereien-Spezialitäten, für die der Chef ein besonderes Händchen hat.
Zuletzt standen etwa Schwäbische Kuttelsuppe und veritables Salon-Beuscherl von der Gans mit Magen, Herz und Hals zur Disposition. Oder eine Vorspeise mit butterzarter gekochter Kalbszunge, lauwarm mariniert und locker in dünnen Scheiben um einen feinsäuerlichen Linsensalat drapiert. Eine aus Senfsaat und feinen Gemüsewürfelchen zubereitete Vinaigrette, geröstete Kürbiskerne und hauchdünne Brotchips lockerten das wohlgelungene Arrangement gekonnt auf. Gerade an solchen Dingen merkt man, dass hier jemand mit Sinn und Verstand am Herd steht.
Das konnte man zuletzt auch wieder eindeutig an einer anderen Vorspeise sehen und schmecken, die sich um Wachtelbrüstchen mit Grünkohlsalat drehte. Schon allein das prononciert warmaromatisch gewürzte Geflügel überzeugte in perfekter Zubereitung mit röscher Haut und saftigem Fleisch. Aber auch das gut proportionierte Drumherum aus zart knackigen Kohlröschen und Creme von Roter Bete, fruchtig erfrischt von Orangenfilets und Granatapfelkernen sowie einer mit Kürbiskernöl und Balsamicoessig abgeschmeckten Orangenvinaigrette, die gut korrespondierende nussige Facetten ins Spiel brachte, machte uneingeschränkt Spaß.
So wie im Großen und Ganzen auch die im Bouillabaisse-Stil mit Röstbrot und Sauce Rouille servierte Fisch- und Muschelsuppe, die zwar etwas rustikal in der Ausführung aber sehr schmackhaft zubereitet war. Bestückt mit einer Co-Allianz aus Süß- und Salzwassergetier, nämlich reichlich Miesmuscheln sowie Filetstücken von Lachsforelle und Saibling, aber auch verschiedenen Gemüsen, die das Ganze ebenfalls näher in heimische Gefilde rückten als auf mediterranes Terrain.
Im Mittelpunkt des neben zwei vegetarischen Optionen und vier Fleischgerichten einzigen Fisch-Hauptgangs stand eine sehr schöne, festfleischige und zugleich zart aufblätternde Tranche vom Skrei, dem ausschließlich in den Wintermonaten in den Lofoten auftretenden arktischen Kabeljau. Der wurde auf einem zwar schön süffig-suppigen, aber im Korn noch zu bissfesten, körnigen Risotto angerichtet, der mit Jaipur-Curry aromatisiert war, und hatte neben dem in der Karte annoncierten gegrillten jungen Lauch auch noch glasierten wilden Brokkoli, Karotte und Romanesco zur Seite. Das ebenfalls dazu annoncierte Zwiebelconfit, das dem etwas eindimensional currylastig wirkenden Geschmacksbild eventuell noch eine weitere gewinnbringende Facette hätte zuteilwerden lassen können, war nicht auszumachen.
Unter den Fleisch-Hauptgerichten findet man von Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat über Zwiebelrostbraten mit Kässpatzen bis zur Kalbsleber „Berliner Art“ überwiegend traditionelle bodenständige Klassiker, zu denen man sicher auch den Hirschrücken „Baden-Baden“ mit Rosenkohl, Preiselbeer-Birne und Butterspätzle zählen kann. Und weil solche Traditionsgerichte hier fundiert und mit überdurchschnittlicher Sorgfalt zubereitet sind, wirken sie alles andere als alltäglich.
Dass sich in diesem Jahr ansonsten nicht nur die Speisekarte vor allem bei Vorspeisen und Zwischengerichten wieder deutlich ambitionierter und attraktiver präsentiert hat als bei unserer letzten Stippvisite, sondern auch die Qualität und die handwerkliche Ausführung wieder auf einem höheren Level angesiedelt waren, verdeutlichte schließlich auch das Dessert: ein mit Nusscrunch umhülltes Haselnuss-Nougat-Parfait, das in Kombination mit Schokoladen-Crumbles und den erfrischenden Komponenten Physalis-Kompott sowie Püree und Eis von Sanddorn einen kontrastreichen Auftritt hatte.
So können wir dieses Mal die Bewertung guten Gewissens schon wieder um einen Bonuspfeil erhöhen – die Vorspeisen bewegten sich im Grunde sogar schon fast wieder auf 6-Pfannen-Niveau. Und neben dem aufmerksamen und zugewandten Service lässt sich unverändert auch die gut sortierte und fair kalkulierte Weinkarte des ausschließlich mittags geöffneten Restaurants auf die Habenseite unseres in diesem Jahr wieder überwiegend positiven Resümees addieren.
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