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Fotos: Il Teatro²

Il Teatro²

Ettlingerstr. 2 c
76137 Karlsruhe
0721-356566

aktualisiert: 12 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do-Mo von 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, Di u. Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 39-55 €,
Menüs: 70-145 €

Der Name dieses italienischen Traditionslokals liegt nahe, denn auf der anderen Seite der großen Achse der Ettlinger Straße befindet sich das Badische Staatstheater Karlsruhe. Und auch das „hoch 2“ ist schnell erklärt: In dem 1984 von Giovanni Di Sario eröffneten Restaurant ist seit 2019 mit Daniele Di Sario die zweite Generation am Werk. Der Sohn führt die italienische Familientradition fort, aber auch zu neuen Höhen – dies besonders im Menü „Handschrift“, in dem gelegentlich auch die französische Klassik durchscheint. Kein Wunder, war Daniele Di Sario in seinen Lehr- und Wanderjahren doch in Topadressen unterwegs, bis hin zum Souschef-Posten im Le Cerf des Wald & Schlosshotels Friedrichsruhe.

Somit gibt es im Il Teatro² à la carte auch entsprechende Spitzenprodukte in frankophiler Hochküchen-Façon wie etwa Steinbutt in Champagnersauce, daneben aber weiterhin Klassiker der bodenständigen Cucina Italiana wie Vitello Tonnato, Tonno & Burrata oder Spaghetti Carbonara. Und auch der Mittagstisch mit seinen kleinen Menüs ist immer einen Besuch wert. Die Leidenschaft für gute, anspruchsvolle Küche ist ohnehin in allen Gerichten zu spüren. Bemerkenswert ist, wie auch im größeren Trubel der weitläufigen Räumlichkeiten, die sich eher als „normales“ Ristorante denn als exklusives Fine Dining präsentieren, das Team zu gut getimten Höchstleistungen auflaufen kann – und der Chef nebenbei noch Zeit findet, seine sehr durchdachten Kreationen am Tisch vorzustellen.

Bei unserem jüngsten Besuch war der Küchengruß zum Brot mit einem Karottentatar, Fetakäse, Pumpernickelbröseln, Sesam und Senfmajo in einem Schnittlauchöl zwar noch etwas verhalten – als Auftakt des durchaus originell und sehr eigenständig komponierten „Handschrift-Menüs“ folgte aber sogleich ein erster Kracher. Battuta di Manzo alla Carbonara war das Gericht getauft, das alle Zutaten einer klassischen Carbonara hatte, aber ohne Spaghetti auskam. Ein sehr gut angemachtes Rindertatar war die kreisrunde Basis für darauf gestreutes gebeiztes Eigelb mit Miso. Dazu wurde eine Pecorino-Zabaglione angegossen, die eine würzige Guanciale-Demi-Glace mit einer erstaunlichen Leichtigkeit ergänzte. Im Tatar waren noch knusprige Würfel des luftgetrockneten italienischen Specks versteckt.  

Im nächsten Gericht wurde ein Klassiker aus der Hotelküche dekonstruiert: Der Cocktail di Scampi & Melone bestand hier aus zwei roh marinierten Langustini, deren glasige, jodige Nussigkeit mit einer Creme von Tomate und Maracuja frische Fruchtsäure an ihrer Seite hatte und von Honigmelonenkugeln on top auch etwas süße Akzentuierung. Von enormer Tiefe war dazu eine mit Kräuteröl umrandete dunkle Hummerbisque, deren Würze durch einen knackigen Fenchelsalat mit Fenchelpollen aufgefangen wurde.

Natürlich durfte als Zwischengericht dann doch die Pasta nicht fehlen. Hausgemachte Cappelletti waren mit einer Creme aus Topinambur und Maronen gefüllt. Als nicht auf der Karte geschriebene Zugabe gab es dazu großzügig eingesetzte Stücke vom Kalbsbries, sanft eingebettet in eine ausgewogene Kalbsjus. Kaum sichtbar, aber von spürbarer Wirkung blitzten dazwischen immer wieder ein Quittengel und Granny-Smith-Apfel auf, die der an sich herzhaften Komposition zusätzliche Frische und Leichtigkeit bescherten.

Einen ähnlich positiven Effekt hatten weiße Trauben in einem Ragout mit Stücken aus der Keule vom Schwarzfederhuhn und Fregola Sarda. Auf dem Hauptteller fanden sich zwei saftige und perfekt gewürzte Bruststücke des französischen Geflügels in einer Pistaziensauce und Tajine-Auberginen-Creme, die gar nicht schwer, sondern durch Zitronensaft und Basilikumöl ätherisch aufgelockert war. Eine schön herbe Ergänzung gab es außerdem durch eingelegte Poveraden, die mit Peperonata gefüllt waren. 

Auch das Dessert präsentierte sich zweigeteilt: auf dem Teller cremig dicht eine falsche Mandarine mit Kakaobutterhülle, Mandarinenmousse und einem Kern aus Bergamottegel. Im Schälchen daneben erfrischend leicht ein Mandarinensalat mit einem Sorbet von Mandel und Bergamotte und für einen leicht würzigen Kick confierte Olivenstücke.

Mit der gleichen Leidenschaft wie die Gerichte werden im Il Teatro² die Weine präsentiert. Die Auswahl nicht nur an italienischen, sondern ebenso badischen und französischen Gewächsen ist beachtlich – und wird mit einer äußerst fairen Kalkulation auch in der Begleitung zum Menü eingesetzt. So gab es zur Pasta einen Château Fuissé Bourgogne Blanc, zum Schwarzfederhuhn dann doch einen Rosso di Montalcino von Gianni Brunelli. Dass der Espresso im Haus außerordentlich gut ist, versteht sich von selbst.

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