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| Täglich ab 18 Uhr, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 28-69 €, Menüs: 99-125 € |
Während das einstmalige, kulinarisch „baugleiche“ Berliner Heritage im Restaurant Luc am Gendarmenmarkt unlängst nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein anderes Konzept bekommen hat, war dessen Hamburger Alter Ego, das sich dort im siebten Stock des Hotel Le Méridien befindet, im Jahr 2026 zunächst über ein paar Monate wegen Umbau geschlossen und wurde dann in neuem Glanz wiedereröffnet. Da wir in der diesjährigen Testsaison zum ersten Mal da waren, wissen wir zwar nicht, was genau verändert wurde – man sitzt hier jedenfalls auf einer recht großen Fläche auf zwei Ebenen in unterschiedlichen Bereichen, die von etwas erhöhten Tischen und intimeren halbrunden Nischen bis zu den Panoramaplätzen mit Alsterblick an der vollverglasten Frontseite reichen, sehr angenehm in einem schicken Ambiente. Und man wird nicht nur aufmerksam umsorgt, sondern auch überdurchschnittlich bekocht.
Konzeptionelles Mastermind hinter dem Ganzen ist der Berliner Koch Florian Glauert, der als kulinarischer Direktor die übergeordnete Leitung innehat. Ausführender Küchenchef ist Patrick Weber, der hier mit seinem Team ein weltoffenes Programm finalisiert, das für viele kulinarische Bedürfnisse und Gelegenheiten gewappnet und trotzdem nicht beliebig ist. Irgendwo zwischen Neo-Bistro und Fine Dining angesiedelt, ohne die ganz große Verfeinerung der Gerichte anzustreben. Im Gegenteil, ist vieles relativ gegenständlich und unverkünstelt und damit auch in hohem Maße zugänglich.
Eines der forcierteren Gerichte war zuletzt sicherlich der Auftakt des Menüs mit gebratenen Jakobsmuscheln, die zusammen mit Wassermelone, gepickelten Radieschen, Gurke und Apfel als frische, leichte, wohlproportionierte, aber auch aromatisch etwas undefinierte Vorspeise zusammenfanden. Die Qualität der eher kleinen Cocquilles war erwartungsgemäß nicht high-end – die Vorspeisenpreise liegen zwischen 20 und 25 Euro –, aber trotzdem noch überdurchschnittlich, was das Ganze unterm Strich zu einem sehr soliden Auftakt werden ließ.
Ein bisschen mehr noch als das, war der geduldig lang geschmorte und satt mit Hoisin-Sauce glasierte Schweinebauch, dessen Tranchen mit Flakes von gepuffter Schweineschwarte und Zwiebellauch getoppt auf einem Bett aus Kimchi und grünen Spargelstangen angerichtet war – untermalt von einer pikanten, nicht zu aufdringlichen Sauce. Man kann à la carte auch solche unkomplizierten Wohlfühlgerichte wie die mit einem schön dünnen und zugleich festelastischen Teig gefertigten Pfifferlingsravioli mit Blattspinat, halbierten Schmortomaten (leider nicht enthäutet), kleinen sautierten Pfifferlingen und gerösteten Pinienkernen bekommen, oder ein Rotes Thai-Curry mit Brokkoli, Aubergine und Champignons, was auf fernöstliche Art in eine ähnliche Richtung tendiert.
Im Hauptgang des Menüs bekamen wir es mit einem ähnlich gegenständlichen, ohne große gestalterische Ambitionen kreierten Gericht zu tun, dass seine Stärken aus der sehr guten Qualität des trockengereiften Rinderfilets sowie der handwerklichen Substanz der dunklen, aber aromatisch transparenten Sauce generierte. Ansonsten war das mit angebratenen grünen Spargelstangen und halbierten Champignonköpfen sowie (sehr trockenen) getrockneten Tomaten von überschaubarer kochtechnischer und aromatischer Raffinesse, weil auch der annoncierte Thai-Basilikum in frittierter Form als Topping hier keinen nennenswerten geschmacklichen Mehrwert geben konnte und auch sonst eher unauffällig blieb. Ein schmackhaftes Gericht auf grundsolidem 5-Pfannen-Niveau war das aufgrund der sonstigen Vorzüge aber durchaus.
Eine Etage höher waren die beiden Desserts „I love chocolate“ und „I hate chocolate“ angesiedelt. Ersteres mit Valrhona-Schokolade in Texturen wie gebackener Kuchen, Mousse und Ganache mit dem blumigen Aroma der Tonkabohne und erfrischender Belüftung seitens Passionsfrucht, Yuzu und Litschi in Gel- und Geleeform sowie naturbelassener Himbeere – das Anti-Schoko-Dessert hingegen mit Erdbeere als Eis und marinierte Früchte und Rhabarber als eingelegte Stücke und Gelee, die auch in einem Sud zusammenfanden und von einer Schmand- oder Mascarponecreme, in der auch ein paar Kräuter und etwas knuspriges Brioche steckten, harmonisch miteinander verbunden wurden.
Mit der überwiegend mit den Gewächsen populärer Erzeuger bestückten Weinkarte lässt sich auf Weltreise gehen, wenngleich das Hauptaugenmerk auf Gewächsen aus Deutschland, Österreich und Frankreich liegt.
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