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Fotos: Hafenrestaurant Zum kleinen Leuchtturm

Hafenrestaurant Zum kleinen Leuchtturm

im Hafenhotel zu Putbus
Hafenstr. 1
18581 Putbus
038301-6620

aktualisiert: 06 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo u. Mi-Fr ab 13.30 Uhr durchgehend, Sa u. So ab 12 Uhr durchgehend, Di Ruhetag
Hauptgerichte: 22-36 €,
Menüs: 41-65 €

Das Hafenrestaurant Kleiner Leuchtturm direkt am Hafen von Putbus ist ohne Frage ein Lichtblick auf der Insel Rügen, die trotz imposanter Lage und viel Wochenendtourismus aus kulinarisch reichen Städten wie Berlin oder Hamburg vergleichsweise wenig hochwertige Gastronomie zu bieten hat. Restaurants mit einem erhöhten Anspruch an sich selbst, wie die von Küchenchef Sascha Krahe bekochte Gastronomie des Hafenhotel zu Putbus, sind daher eine willkommene und dringend notwendige Abwechslung. Dass man hier ein möglichst breites Publikum abholen möchte, zeigt schon der erste Blick auf die Speisekarte, die neben norddeutsch angehauchten Gerichten auch Wiener Schnitzel, Elsässer Flammkuchen oder Trüffelpasta listet.

Bei unserem jüngsten Testbesuch entschieden wir uns unter anderem für die Fischsuppe, die sich sowohl als Vorspeise als auch als Hauptgang wählen lässt. Diese hocharomatische Suppe möchte keine Bouillabaisse kopieren, sondern taucht mit Dill und Sahne bewusst in die nordische Richtung ab. Dank guter Paprikawürze und grünem Kräuteröl wirkte der Teller aber trotzdem angenehm sommerlich und kurzweilig. Natürlich könnte man solche Gerichte immer und bis ins Unendliche verbessern, zum Beispiel mit hochwertigerem, sorgsamer auf den Punkt gegartem Fisch, aber unterm Strich hinterließ der Teller einen sehr positiven Gesamteindruck.

Im Grunde überzeugte auch die Vorspeise mit unter Parmesan gratiniertem Spargel und Wildkräutersalat. Etwas Anpassungsbedarf sahen wir allerdings noch wir im Zusammenspiel der Temperaturen und Texturen, denn der auf dem warmen Spargel angerichtete Wildkräutersalat wurde schnell lasch und weichte zudem die krosse Parmesanschicht auf. Aber von dieser nicht ganz idealen Anrichteweise mal abgesehen, war auch das ein gelungenes Gericht auf sehr solidem 5-Pfannnen-Niveau.

Eine echte Überraschung fand sich übrigens auf der Weinkarte, die das hochspannende Projekt des Rügener Weinguts Hohmann listet, sowohl als Sekt als auch als Stillwein. Vor allem, weil der Wein auch über die Kuriosität hinaus eine überraschend hohe Qualität bietet. Eine Benchmark im kleinen, aber wachsenden norddeutschen Weinbau.

Zum Hauptgang servierte die Küche unter anderem Zander aus der Ostsee, der in den Küstenregionen aufgrund des niedrigeren Salzgehalts auch als Süßwasserfisch einen Lebensraum findet. Dazu wurden Spargelgemüse sowie ein Erbsenpüree und ein Kartoffel-Schnittlauch-Püree serviert – der Service goss am Tisch außerdem noch eine Buttermilch-Beurre-Blanc hinzu. Das an sich sehr stimmige und ausgewogene Gesamtbild aus frischen, natürlichen Aromen und feinsäuerlicher Sauce wurde lediglich durch den Fisch getrübt, der am Gaumen recht mürbe war und einen unvorteilhaften Bitterton aufwies, vor allem auf der Haut.

Ein ähnliches Bild bei der Scholle mit Krabben und Gurkensalat: An den sehr natürlich zubereiteten Beilagen war überhaupt nichts auszusetzen, und auch das Zusammenspiel aus Fisch, sahnigem Gurkensalat und intensiven Krabben funktionierte theoretisch. Doch auch hier wies ausgerechnet der Fisch wieder eine seltsam mürbe, fast grieselige Textur auf – in unseren Augen traf einmal mehr eine zu weite Garung auf einen Fisch von eher durchschnittlicher Qualität. Denn auch wenn Schollen von Natur aus nicht die Festigkeit eines Steinbutts oder einer Seezunge haben, lassen sich dennoch Exemplare mit deutlich mehr Spannkraft finden…

Doch schon die Desserts konnten die kleine Delle wieder ausgleichen: Bei einer Sanddorn-Crème-Brûlée traf die typisch nordische Frucht auf einen französisch-internationalen Klassiker. Dem Spitznamen „Zitrone des Nordens" wurde die Beere hier mehr als gerecht und konnte der Crème Brûlée eine sommerliche Frische verleihen. Einen großen Effekt bei kleinem Aufwand erzielte ein Vanilleeis mit Kürbiskernöl, das das Menü überraschend kreativ abrundete.

So ist der Kleine Leuchtturm also nach wie vor eine Empfehlung, und das nicht nur, weil die Auswahl in der Umgebung überschaubar ist. Um das Niveau von 5 Pfannen weiter zu stabilisieren und vielleicht sogar noch auszubauen, sehen wir nach unserer jüngsten Stippvisite vor allem mehr Sorgfalt bei Auswahl und Zubereitung der Hauptprodukte geboten.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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