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Fotos: Grüner Wald

Grüner Wald

Hauptstr. 2
75242 Hamberg
07234-8069510

aktualisiert: 07 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do-Sa ab 17.30 Uhr, So von 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo-Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 21-36 €, Menüs: 65 €

Das Restaurant Grüner Wald ist quasi das Herzstück des federführend von Gastgeber und Koch Claudio Urru betriebenen Gastronomieensembles im Herzen der Ortschaft Hamberg, das in einem schmuck hergerichteten Anwesen beheimatet ist und neben dem modern-ländlichen Restaurant auf zwei Ebenen auch das bodenständige und sehr populäre Braustüberl und das anspruchsvolle Gourmetrestaurant im Erdgeschoss umfasst.

Die Küche hier oben in den mit viel Holz geradlinig gestalteten Räumlichkeiten mit freigelegtem Giebel bewegt sich stilistisch und qualitativ irgendwo dazwischen. Die meisten Gerichte sind mediterran oder international angehaucht, Regionalbetontes findet eigentlich nur auf Produktebene statt, weniger bei den Rezepturen. Da gibt es den Yellowfin-Thunfisch mit geschmortem Fenchel, Bärlauchemulsion und Gartenkresse genauso wie das Entrecôte von der deutschen Färse mit Risotto von Carnaroli-Reis, geschmorten Kirschtomaten und kräftiger Lembergersauce.

Der Trumpf der Küche sind dann auch die überdurchschnittlich guten Produkte und eine natürliche, handwerkliche Zubereitung. Bei den Details, den Feinheiten und insbesondere beim Abschmecken sahen wir zuletzt noch Luft nach oben. Etwa bei der Vorspeise um Zweierlei vom Rind, dessen zwei kleine Scheiben vom gebeizten Filet neben einem zwar frisch zubereiteten, aber leider nicht sauber von Hand geschnittenem, sondern breiig gewolftem Tatar (fruchtig abgeschmeckt) zum besten gegeben wurden – begleitet von süßsäuerlich eingelegten Artischocken und Lauchzwiebeln auf einer etwas diffusen, lieblich-milden Cremesauce von Parmesan und Buttermilch.

Ob das fehlende Aroma der cremigen Spargelsuppe, in der als Einlage kleine Würfel von gebeiztem Lachs schwammen, auf das Ende der Spargelzeit zurückzuführen war, oder darauf, dass es nicht entsprechend substanziell zubereitet war, können wir nicht sagen. Jedenfalls schmeckte es vorwiegend ausdruckslos sahnig und so blieb das Bärlauchöl, mit dem das Süppchen verfeinert wurde, das tonangebende Element.

Beim Zander mit Polenta, Brokkoli und Zitronensauce verbuchten wir das schön hohe gebratene Filet des Wildfangs, das unter seiner gebratenen Haut festfleischig in seine einzelnen Lamellen aufblätterte, klar auf der Habenseite. Leider wieder relativ zurückhaltend schmeckte die rahmige Zitronensauce, deren fehlendes Zitronenaroma durch ein ziemlich schroffes Zitronengel kompensiert wurde. Der von allen Seiten knusprig braun angebratene Polenta-Quader war leider eine sehr trockene und massige Angelegenheit und denkbar weit von zartkross-fluffiger Polenta in Idealform entfernt.

Solide wirkte die aus der Form gestürzte Panna Cotta von Rhabarber und Himbeere nebst einzelnen Himbeeren, einer Kugel Vanilleeis und süßem Basilikumpistou, was aber mehr die Summe seiner ordentlichen Teile als ein homogenes Ganzes war. Unterm Strich reicht das durchaus für knappe 5 Pfannen, ist aber, gemessen am Eigenanspruch und auch am Können, das hier fraglos vorhanden ist, eigentlich etwas zu wenig.

Die nach Rebsorten untergliederte Weinkarte listet eine sehr ansprechende Auswahl ausschließlich deutscher Weine arrivierter Weingüter, aus dem Nahbereich Württemberg auch Gewächse aufstrebender noch unbekannterer Erzeuger.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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