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Fotos: Giverny

Giverny

Spiekerhof 25
48143 Münster
0251-511435

aktualisiert: 02 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 39-49 €,
Menüs: 89-130 €

Während sich allerorten immer mehr Restaurants auf dezidiertes Fine Dining fokussieren, nur ein einziges Menü anbieten und wenige Servicezeiten pro Woche am Abend öffnen, ist auf das Giverny im Zentrum von Münster weiterhin als schöne Ausnahme Verlass: hier wird in lockerem Bistro-Ambiente an fünf Tagen mittags wie abends dieselbe Auswahl an Gerichten à la carte geboten, die gehobene französische Küche verspricht. Mal ganz traditionell, so wie beim Hausklassiker Bouillabaisse, der gebratenen Gänseleber mit Armagnac-Pflaumen und Trüffel-Velouté oder dem Duett vom Wildhasen mit Wirsing und Sauce Rouennaise, mal auf Basis guter eigener, teils sogar maßvoll kreativer Ideen.

Zu letzteren würden wir zum Bespiel die vegetarischen Variationen vom Kürbis mit Apfel, Balumohn und Shoyu-Karamell zählen. Eher klassisch komponiert, aber dennoch kein bewährtes Traditionsgericht, waren zuletzt die gebratenen bretonischen Jakobsmuscheln: Von sehr guter Qualität und Frische, festfleischig und klararomatisch, mit einem Zweierlei von ebenfalls bretonischer Artischocke (gebratene Stücke und Püree) sowie einer cremigen Trüffelvelouté zum Besten gegeben. Im Gegensatz zu der frischen aromatischen schwarzen Trüffel, die final noch über die Vorspeise gehobelt wurde, war in der Sauce leider synthetisches Trüffelaroma zu schmecken – aber auch die nach unserer Auffassung in diesem Kontext unpassende Tahoon-Kresse mit ihrem sehr markanten Aroma störte ein wenig den grundsätzlich guten Gesamteindruck. Trotzdem ein erfreulicher Auftakt, nur eben aus unserer Sicht mit kleinen Schönheitsfehlern…

Auch sonst sind es oft nur Kleinigkeiten, die das Bild nicht ganz ebenmäßig wirken lassen. Bei den gebratenen Seeteufelbäckchen, die mit süßsäuerlich mariniertem Winterrettich auf Cocobohnen-Püree angerichtet und von einer milden Ingwersauce umgeben waren, ließen die etwas ungünstigen Proportionen das Gericht unnötig breit wirken: zu viel von der naturgemäß mehligen weißen Bohencreme und im Verhältnis dazu einfach zu wenig ausgleichende Frische. Da hätte schon allein mit verschobenen Proportionen und etwas mehr Säure und Ingwerschärfe in der recht zahmen Sauce ganz locker ein noch höheres Niveau erreicht werden können.

Grundsätzlich würden sowohl die Qualität der Produkte als auch die Ideen das nämlich durchaus hergeben. Dieselben Komponenten, nur etwas mehr handwerkliches und kompositorisches Feintuning, dann wären hier problemlos auch 7 Pfannen drin. Bei der gut auf den optimalen Punkt gebrachten rosasaftigen Challans-Entenbrust mit den Bitteraromen von geschmortem Radicchio und Kumquats sowie kleinen fluffigen Polentaknödelchen und einer gut ins Geschmacksbild passenden Prise Purple Curry waren es insbesondere die recht harten und faserigen Schwarzwurzeln, die dem prinzipiell attraktiven Gericht einen unnötig rustikalen Touch gaben.

Beim ebenfalls gut gelungenen Dessert aus festcremiger Jivara-Schokoladenmousse, Eis von gebrannten Mandeln und Komponenten von Quitte hätte man sich von letzteren mehr Präsenz und Durchschlagskraft gewünscht, um gegenüber Kakaowucht und Süße einen auflockernden Kontrast zu stellen. Mit Nadelstichen von auch hier wieder deutlicherer Frische (Säure, Frucht, Kühle…) hätte das Ganze spielend dynamischer und spannender wirken können.

Man kann hier sein Mahl im Giverny natürlich auch ganz brav und klassisch mit einer Crème brûlée oder mit dreierlei Fruchtsorbets an mit Cointreau mariniertem Obst abschließen, was in diesem frankophilen Konzept ebenso wenig fehlen darf, wie die Auswahl französischer Rohmilchkäse. Und natürlich anspruchsvolle Weine aus den meisten Anbaugebieten des Landes, die Gastgeber Jörg Winkler ebenso in der Hinterhand hat, wie hochwertige alkoholfreie Alternativen aus dem Hause Geiger.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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