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Fotos: Genussschmiede

Genussschmiede

Rathausplatz 6
92712 Pirk
0961-48026600

aktualisiert: 03 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi u. Do ab 17 Uhr, Fr-So von 12-14 Uhr u. ab 17 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 17-32 €, Menüs: 54-84 €

Was sich im letzten Jahr bereits andeutete, hat sich heuer voll bestätigt: Mit Peter Mauritz hat ein vielversprechendes Talent die Regie am Herd der Genussschmiede in Pirk übernommen! Der unter anderem in Obendorfers Eisvogel und als Sous-Chef von Thomas Kellermann auf Burg Wernberg bestens für diese Position vorbereitete Chef macht einen Besuch in der ohnehin attraktiven Location der ehemaligen Dorfschmiede und ihrem hohen hellen Gastraum noch einmal spannender. Trotz der nicht eben einfachen letzten Zeit für die Gastronomie kocht das Team nicht auf Sparflamme, sondern verbindet sehr gekonnt eine lässige, unkomplizierte Grundlinie in den Gerichten mit klug gesetzten individuellen Akzenten und wird damit einerseits niemanden überfordern oder abschrecken, bietet aber andererseits dennoch hohen Genuss- und Unterhaltungswert.

Perfekt illustriert wurde das bereits zum Auftakt durch ein insgesamt eher auf der erfrischenden Seite gehaltenen Tomateneis mit gelungenem Süße-Säure-Spiel, ergänzt von saftigem Tomaten-Kerngehäuse und einem gelbfruchtigen Gelee, das ausgleichende Süße, aber unter dem Anstrich dann doch ein klein bisschen zu viel Zucker ins Spiel brachte. Trotzdem ein guter Einstieg!

Und schon bei der nächsten Kostprobe zeigte sich das Potential des Teams so richtig: Gebeizter Saibling wurde hier als eine Art Roulade aus gebeizten Scheiben mit Füllung aus zarten Saiblings- und Fenchelwürfeln ins Zentrum des Tellers gestellt und herrlich schwebend und klar zwischen Aromen von Anis, Zitrone und Fenchel gestellt – unter anderem durch Fenchelsalat und Fenchelgranité, ein Pernod-Gel, Zitronensauce und Zitronenmayonnaise in gut durchdachten Proportionen, die im Nachklang noch von einer feinen pfeffrigen Schärfe ergänzt wurden. Super!

Beim folgenden Gang rund um Erbse, Curry und Mango wurde es etwas verdichteter und schmeichelnder, aber kaum weniger überzeugend. Bereits die teils als leichte Creme, teils als Stücke mit perfekter knackiger Frische und als Sprossen präsente Erbse zeigte eindrücklich, was in einem scheinbar profanen Gemüse stecken kann. Dazu schafften blumige Exotik und Mangofrucht einen harmonischen Rahmen, während frittierter Reis und Cashewkerne für Crunch und geflämmte Perlzwiebeln für kleine Säurekicks sorgten.

Generell zeigt sich in jedem Gericht, dass genau über jedes Detail nachgedacht wird und so gelingt es auch mit moderatem Aufwand für Spannung und Abwechslung zu sorgen. Wobei „moderater Aufwand“ relativ ist. Denn wenn man genau hinschaut, finden sich auf den Tellern doch erstaunlich viele Feinheiten. So auch beim saftig-festfleischigen und nur minimal faserigen Störfilet, das von verschiedenen Blumenkohl-Zubereitungen und einer leichten Muskatblütensauce begleitet wurde. Dabei brachte insbesondere der als Creme, geröstete Stückchen, rohe zitrisch-ätherische Späne und als blattgrüner Salat servierte Blumenkohl für immer neue Eindrücke.

Im Hauptgang präsentierte das Team Kaninchen in einer pfeffrigen Gewürzmischung nebst zartem Karottenpüree, einer im Ganzen geschmorten Karotte inklusive keckem Ingwer-/Senfkorn-Chutney sowie Blättern und Emulsion vom Kerbel und einer erneut leicht gehaltenen Sauce, die an dieser Stelle und zu dem insgesamt leichten und duftig gehaltenen Arrangement viel besser passte als eine stark reduzierte Jus.

Und auch zum Dessert blieb die Küche ihrer Linie mit Erfolg treu und stellte pochierten Pfirsich mit duftiger vollreifer Frucht neben einem zartfruchtigen rosa Pfirsichsorbet ins Zentrum des Nachtischs, kontrastreich ergänzt von einer intensiv nussigen Sesamcreme, Sesamknusper und säurefrischem Melissegel. Der milde „Prisecco“-Schaum und ein deutlich zu festes Gelee (vermutlich ebenfalls Melisse) hätte es da gar nicht unbedingt gebraucht…  Sicher ist jedenfalls: die Genussschmiede ist eine kulinarische Bereicherung für die Oberpfalz! Woran auch der aufmerksame Service und eine nicht überbordende, aber klug zusammengestellte Weinauswahl ihren Anteil haben.

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