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Fotos: Gasthof Hasen

Gasthof Hasen

im Hotel Hasen
Hasenplatz 6
71083 Herrenberg
07032-2040

aktualisiert: 02 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo u. Di ab 18 Uhr, Mi-So von 11.45-14 Uhr u. ab 18 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 17-36 €,
Menüs: 32-72 €

Der Gasthof von Familie Nölly, zu dem auch ein Vier-Sterne-Hotel mit 66 Zimmern gehört und der in zentraler Herrenberger Lage direkt an einer der Hauptdurchfahrtsstraßen des Städtchens liegt, besteht seit mehr als 400 Jahren. Man sieht dem Hasen mit seinem historischen Stammhaus und den moderneren Anbauten auch von drinnen an, dass er ein langsam und gesund gewachsener Traditionsbetrieb ist. Hier sind seit geraumer Zeit drei Geschwister der jungen Generation nach ihren jeweiligen Ausbildungen in guten Häusern ins elterliche Unternehmen zurückgekehrt: Gerhard Nölly als Küchenmeister, sein Bruder Arnold als Restaurantleiter und deren Schwester Margit als Rezeptionsleiterin.

Die etwas verwinkelten Gasträume wurden erst vor wenigen Jahren behutsam modernisiert, ohne den alten Charakter des Hauses zu kaschieren. Und auch auf der Speisekarte sind die Übergänge von Tradition zu Moderne sichtbar, wirken aber ebenfalls harmonisch. Neben den regionaltypischen Klassikern wie Maultaschen, Rostbraten, Hirschgoulasch oder einer hausgemachten groben Bratwurst mit Zwiebelsauce, Apfel-Sauerkraut und Kartoffelpüree – im Hasen immer einen Versuch wert! – gibt es immer auch etwas kreativer klingende Gerichte in weniger traditioneller Art, die à la carte unter der Überschrift „Kulinarischer Spaziergang“ firmieren und zudem auch ein regelmäßig wechselndes Menü in vier Gängen umfassen.

Das begann zuletzt mit einer recht vielgestaltigen und auch sehr ansprechenden vegetarischen Vorspeise rund um Büffelmozzarella, Rote Bete, Granatapfel und Haselnüsse, bei der rund um den feinsäuerlich-aromatischen Käse vom renommierten Erzeuger „Büffel Bill“ die Bete als gegartes ganzes Stück, als Mousse und mit Senfsaat vermengtes kleingewürfeltes Ragout, der Granatapfel als Kerne und Sorbet und die Haselnuss als geröstete Nüsse und als intensives Nusspüree drapiert waren. Und das schmeckte in Summe vielseitiger und raffinierter als gedacht, denn bis auf das ziemlich süße Sorbet (das aber sparsam dosiert auch seinen Reiz hatte…) waren hier sämtliche Komponenten sehr akkurat zubereitet und das jeweilige Aroma klar herausgearbeitet.

Ein wenig zu viel Süße empfanden wir auch an der für sich genommen ausgesprochen guten, weil mit etwas Säure und akkurater Würzung gekonnt ausbalancierten Kürbissuppe. Die rührte einerseits von der Joghurtespuma her, die auf das Süppchen gespritzt war, noch mehr aber vom Apfel-Johannisbeeren-Ragout, auf dem auf einem weiteren Tellerchen ein Stück geräucherte Forelle platziert war. Insgesamt schon ein durchaus stimmiges Miteinander von rauchiger Würze, Erdigkeit, Frucht und Süße, nur eben nicht optimal ausbalanciert.

Und letztlich war auch im Hauptgang das einzige kleine Manko die zu stark präsente und dominante fruchtige Süße, die hier von (außerdem seltsam dumpf schmeckender) Ananas herrührte. Denn ansonsten wirkte das, was da um die mit einer Glasur auf Basis von Honig-, Zitrus- und Pfefferaromen eingelassene rosa Entenbrust aufgeboten wurde nämlich ziemlich proper. Eine geschmeidige Karotten-Ingwer-Creme, intensives Erdnuss-Püree, eine hausgemachte und sehr gut gelungene klassische Frühlingsrolle… Von der Yuzu-Sauce auf Entenfondbasis kam eigentlich schon genug fruchtige Spritzigkeit ins Spiel, die auch bestens mit der Erdnuss korrespondierte, so dass man die Ananas nach unserem Dafürhalte getrost hätte weglassen können. Aber auch so ein sehr schmackhaftes Hauptgericht!

Sehr schmackhaft und überdies auch wieder überraschend ambitioniert in seiner Vielgestaltigkeit, war auch das Geschehen auf dem Teller des Desserts, auf dem sich verschiedene Apfel-Komponenten – unter anderem geschmort und als Bratapfel-Eis – mit Baumkuchen, Tonkabohnenmousse und Mandelkaramell tummelten. Das bewegte sich zweifellos auf 6-Pfannen-Niveau!

So können wir auch dieses Mal resümieren, dass wenn sich die Präzision konsequent so wie beim Dessert durchziehen würde, einer Aufwertung nichts im Wege stünde. Aber auch auf dem etwas heterogeneren Durchschnittsniveau kann man im Hasen immer wieder schöne und genussvolle Mittage und Abende verbringen. Im „Haus der Baden-Württemberger Weine“ gibt es zudem nicht nur solide heimische Tropfen zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch Weine darüber hinaus, die von Sommelier Arnold Nölly kompetent ausgesucht und präsentiert werden.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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