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| Mo u. Do u. Fr ab 18 Uhr, Sa u. So von 12-13.15 Uhr u. ab 18 Uhr, Di u. Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 21-31 €, Menüs: 45-75 € |
Dass das von den jungen, weinaffinen Wirten Markus Hirschler und Stefan Grabler vor rund zwei Jahren im Münchener Glockenbachviertel eröffnete Gasthaus Waltz insbesondere bei Gastronomen und Sommeliers hoch im Kurs steht, hat längst nicht nur damit zu tun, dass es montags geöffnet hat, wenn die meisten ambitionierten Restaurants geschlossen und deren Teams Zeit haben. Es liegt auch daran, dass hier im Rahmen einer bodenständigen Gastwirtschaft, die vom sympathisch unkomplizierten Team lässig und dennoch anspruchsvoll bespielt wird, hohes kulinarisches Niveau geboten wird. Und zwar sowohl auf den Tellern als auch und in den Weingläsern!
Die insbesondere mit Gewächsen aus Österreich, Frankreich, Deutschland und Italien reich bestückte Weinkarte ist erfrischend individuell und beeindruckt bei nicht wenigen Erzeugern sogar in beachtlicher Sortimentsbreite und Jahrgangstiefe. Die Speisekarte offeriert dazu eine zeitgemäße Alpenkulinarik mit Traditionellem sowie frischen, eigenen Ideen, die sich durch überdurchschnittlich gute Produkte und sehr gekonnt ausgeführtes Handwerk definiert. Und die bewusst nicht die Grenze zum Fine Dining überschreitet, aber auch nicht weit davon entfernt liegt.
Besonders im Bereich der Vorspeisen und Zwischengerichte, die allesamt auch so portioniert und proportioniert sind, dass man sich daraus selbst ein mehrgängiges Menü basteln kann. Und das ist auch durchaus erwünscht, denn die Karte führt sämtliche Gänge nicht nur à la carte auf, sondern lädt dazu ein, sich daraus zum äußerst fairen Preis ganz nach Gusto vier (69 Euro) oder fünf (75 Euro) Gänge zusammenzustellen.
Das könnte dann, wie in unserem Fall, mit einer Mousse von Geflügelleber starten, die mit mariniertem Rhabarber unter einem Geleedeckel von Madeira angerichtet waren und ihren aromatischen Background von Kürbiskerncrunch und einer Kürbiskernöl-Vinaigrette verliehen bekam. Oder mit einer etwas irreführend als „Roulade von der Lachsforelle“ annoncierten Melange aus Tranchen von dem gebeizten Fisch samt seines eigenen Kaviars, säuerlich eingelegtem Rettich und Bittersalaten, auf einer laktischen Schalottenvinaigrette. Alles von leichter Hand arrangiert und harmonisch abgeschmeckt.
So wie auch die Variationen von teilweise geräuchertem Knollensellerie, voluminös und schmelzig von einem Nussbutterschaum eingelullt und von Apfel und eingelegter Senfsaat adäquat erfrischt. Herzhafter und zupackender, aber alles andere als plump und schwer, kam ein fluffiger gebackener Polentaknödel auf geschmortem Paprikakraut mit schaumiger Bärlauchcreme auf Topfen-Basis daher. Sehr originell, nicht nur wegen des mittlerweile sehr selten anzutreffenden Hauptprodukts, war der mit Kürbiskernöl-Remoulade lasierte gebackene Karpfen auf Senfgurken und Erdäpfelsalat samt kleinem Side-Dish.
Wer als Hauptgang gerne Fleisch isst, bekommt hier den Klassiker Wiener Backhendl in einer beispielhaft guten Fassung mit festem, saftigem Fleisch und locker soufflierter Panierung oder kommt in den Genuss verfeinerter bodenständiger Regionalküche wie dem rosa Kalbsrücken à la Stroganoff mit Paprika, Essiggurken und Spätzle. Und wer sich bis zum Schluss noch genug Kapazitäten aufspart, wird mit etwas Glück mit ebenfalls mustergültigen Marillen-Topfenknödeln auf Vanillesauce verwöhnt, samt erfrischend herbem Marillensorbet im Schälchen à part. Aber auch weniger traditioneller Nachtisch wie der frühlingshafte Dreiklang aus zwei Nocken luftiger Ruby-Schokoladenmousse, eingelegtem Rhabarber und säuerlichem Kräutersorbet, gekrönt mit feinstreifig geschnittenem frischem Kräutersalat darüber, sind jederzeit einen Versuch wert.
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