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Die-Räucherei

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Fotos: Gasthaus Lege

Gasthaus Lege

Engenser Str. 2
30938 Burgwedel (Thönse)
05139-8233

aktualisiert: 12 / 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Fr ab 18 Uhr, Sa u. So von 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Menüs: 44-89 €

Das ländlich-elegante Gasthaus der Schulzes in Thönse bei Burgwedel im Nordosten von Hannover ist für uns seit vielen Jahren ein absolutes Musterbeispiel dafür, wie gut bodenständige und trotzdem sehr anspruchsvolle Gastronomie auf dem Lande funktionieren kann. Die Gäste werden in dem stilvollen Gasthaus ganz ohne Exklusivitätsdrang und Innovationsdruck einfach nur ausgesprochen zuvorkommend umsorgt und außergewöhnlich gut bekocht – und das zu einem erstaunlich moderaten Preis. Mit so viel Hingabe und unaufdringlichem Charme Claudia Hinrich ihre Gäste versorgt, so viel Sorgfalt, handwerkliches Know-how und Souveränität legt ihr Mann Hinrich für seine Gerichte an den Tag.

Sieht man sich die „13 Gebote“ des Gasthaus Lege an, ist man nicht überrascht, dass an erster Stelle „Geschmack“ steht. Man erkennt auf allen Tellern, dass der Chef niemandem etwas beweisen muss und sich deshalb voll und ganz auf den guten Geschmack seiner konsequent klassischen Gerichte konzentrieren kann. Die gibt es als bis zu fünfgängige Menüempfehlung und in Form verschiedener à la carte-Optionen, die von verfeinerter Regionalküche bis zu Kreationen aus internationalen Edelprodukten wie Hummer oder Steinbutt reichen.

Und sehr viel Geschmack gab es auch diesmal schon zum Menüauftakt mit der altmeisterlichen Geflügel-Terrine: Zum ebenso zarten wie aromatischen Brustfleisch von Wachtel und Taube, das in eine lockere, von Schnittlauch- und Karottenstreifen gemüsig akzentuierte Farce gebettet war, sorgte luftige Pfifferlings-Mousse für ein waldiges Umland, das vom Apfel-Balsamessig, mit dem sowohl einige Pfifferlinge, als auch kleine Feldsalat-Sträußchen mariniert waren, fruchtig aufgelockert wurde.

Laut und effektvoll geht es auf Hinrich Schulzes Tellern nie zu. Vielmehr sind es die leisen Nuancen und subtilen Phrasierungen, die entscheidend zum wohltönenden Gesamtbild beitragen. Zur korrekt gegarten und attraktiv gebräunten Tranche vom Steinbeißer lieferten diese beispielsweise jodig-weinfruchtige Miesmuscheln, die auch den angegossenen Sud maritim akzentuierten. Gehobelte Pastinaken- und Birnenstreifen konterten das Ganze von der Landseite aus mit ihrer natürlichen Süße und Erdigkeit und die mit Thymianöl kräuterfrisch nuancierte Sauce komplettierte das souveräne Geschmacksbild. „Tradition bewahren“ – noch so ein Gebot der Schulzes, das mit solchen Kreationen eindrücklich unterstrichen wird.

Ein recht individuelles „Surf’n‘Turf“-Gericht brachte der Chef mit der Kombination von Kaninchen und Garnele als weiteren Zwischengang zum Besten, der zudem eine mediterrane Brise in den Gastraum wehte. Der saftig-reintönige Kaninchenrücken und die zart geräucherte Garnele fanden sich nämlich zusammen mit säuerlichen Kalamata-Oliven, getrockneten Tomaten und Saubohnenkernen in einem leichten, klaren Kräutersud mit zarter Säure und satten Aromen wieder.

Durch hohe Produktqualität und besonders sorgfältige, fundierte Zubereitung werden unter der souveränen Hand des Könners auch Dinge zu überdurchschnittlichem Gaumenkitzel, von denen man nicht viel erwartet, so wie beim gediegen anmutenden Hauptgang um Kalb und Sommergemüse. Denn schon die beiden rosasaftigen Kalbsfilet-Tranchen boten auf einem Ragout von Bries und Zunge in eleganter Kalbsjus jede Menge Finesse und Produktcharakter und wurden von süßlich geschmorten Perlzwiebeln, ebenso eigenaromatischen wie individuell punktgenau gegarten Gemüsen und auflockernden Kräuterbrioche-Bröseln attraktiv umspielt. Wie gesagt: leise Töne, aber was für ein Sound!

Auch die süßen Sachen begegnen dem restlichen Programm auf Augenhöhe: flankiert von einer sauber abgedrehten, kakaosatten Nocke Mousse sowie einer vom Eis der Cru-Virunga-Schokolade durfte ein gedämpfter und dadurch ungemein saftiger Blaubeerknödel aus Semmelstücken, kleingestoßenen Cantuccini und Beeren Platz nehmen und dort im eingängigen Akkord für wohlige Stimmung sorgen. Ohne Dessert sollte man das Gasthaus Lege niemals verlassen!

Zu dessen positiven Gesamtbild trägt immer auch der Service von Claudia Schulze bei, die die Leidenschaft ihres Mannes auf sympathische Weise in den hellen, warmfarbigen Gastraum transportiert und dafür sorgt, dass man immer auch etwas Gutes im Glas hat. Selten erlebt man solch herzliche, ungekünstelte Gastfreundschaft.

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