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Fotos: Gänsbauer

Gänsbauer

Keplerstr. 10
93047 Regensburg
0941-29021897

aktualisiert: 09 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-So ab 17 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 7-20 €, Menüs: 70 €

Altbekannter Genussort, neue Betreiber, neues Konzept: Mitten in der Coronakrise haben Elena und Michael Kreuzer sowie Küchenchef Johannes Gareis das bekannte Traditionslokal in der Regensburger Keplerstraße mit einem mutig unkonventionellen Konzept neu eröffnet und setzen hier fortan auf eine kreative Verbindung von bayerischer Küchentradition und spanischem Tapas-Format. Das heißt konkret: Die Speisekarte listet von „Magentratzerl“ über „Vorweg“, „Schmankerl“ und „Klassiker“ bis zu „Desserts“ jeweils kleine markante Zubereitungen, die teils mit bekannten bayerischen Geschmacksbildern spielen, teils eine Prise Fernweh einstreuen, aber in jedem Fall mit verhältnismäßig einfachen Mitteln markante Eindrücke schaffen.

Auch das Ambiente hat ein Facelift erhalten und bietet mit warmem Naturholz in dem weiß getünchten Gewölbe des Restaurants und moderner Bestuhlung an schlichten Balkentischen eine ebenso einladend-heimelige wie stylische Umgebung. Und in der wärmeren Jahreszeit locken sowieso weiterhin der idyllische Innenhof oder die Terrasse. In jedem Fall wird es den Besuchern sehr leicht gemacht anzukommen und sich auf das etwas ungewöhnliche Konzept einzulassen. Aber auch die kleinen Gerichte selbst, von denen etwa vier bis fünf für einen genussvoll magenfüllenden Eindruck empfohlen werden, machen das sehr einfach. Denn obwohl die durchweg frisch und natürlich zubereiteten Teller durchaus in Richtung Fine Dining zeigen, wirken sie allesamt erfreulich unkompliziert schwungvoll.

So auch bereits der kleine Würfel von in Soja gebeiztem Rinderfilet, der schon sehr gut die Marschrichtung der Küche anzeigte, weil neben der dunkel-salzigen Würze am gut gereiften Fleisch sowohl Kimchi, Gurkenwürfel und Crème fraîche als auch ein Quinoachip für ordentlich Radau auf dem Teller sorgten – das aber ganz im positiven Sinn, mit mutig markanten Aromen, bei denen nur durch die beinahe mikroskopische Portionierung ein wenig Potential verschenkt wurde.

Mengenmäßig überzeugender gelang die folgende Kuppel aus zartem Wirsing mit Garnelenfüllung aus einer Art Farce, in der große klararomatische Stücke eine hohe Grundqualität zeigten, die zwiebelige Note dagegen für eine deutliche Rustikalität sorgte. Ein sanft rahmiger Fond, gegrillte und sauber enthäutete Pfirsichspalten und grüner Wildspargel lieferten dazu Leichtigkeit und Eleganz.

Letztere brachte auch die auf ascheschwarzer Brioche applizierte Gänselebercreme mit, die von glasierten Apfelwürfeln und Röstzwiebeln peppig akzentuiert wurde. Die drei identischen Quader auf einem länglichen Teller eigneten sich dabei vor allem für eine Sharing-Bestellung ganz prima. Für Alleinesser hätte beispielsweise mit variierten Toppings für noch mehr Abwechslung gesorgt werden können. Aber dies nur am Rande, denn grundsätzlich war auch dies eine sehr stimmige und ansprechende Sache.

Unter den quasi als Hauptgerichte konzipierten „Schmankerln“ zeigte ein rosa gegrilltes Kalbsherz lobenswerten Mut zu intensiven Charakterprodukten, wurde in seinem kräftigen Aroma mit produkttypisch straffer Konsistenz durch eine elegante Kalbsjus gestützt und erhielt außerdem eine adäquate knallige Umgebung aus wärmend scharfem spicy Brokkoli, Artischocke, Pistazie und saftig gegrillter roter Paprika. Einer der stärksten Eindrücke des letzten Besuchs!

Bei den Desserts widmet sich das Team vor allem der kreativen (und erfolgreichen!) Dekonstruktion bekannter Evergreens. Sei es mir einem „Bienenstich“ mit Met-Creme, Rhabarber, Salzzitrone und Rose oder einer Interpretation von „Joghurette“ mit einem luftigen Erdbeermousse-Törtchen auf Kokosboden neben einem erfrischenden Joghurteis und dunklen Schokoladen-Akzenten. 

Passend zum modern und funky daherkommenden Gesamtkonzept liegt der Schwerpunkt bei den Getränken auf kreativen Cocktails und ausgefallenen Gin-Tonic-Varianten, ergänzt von einer kleineren Weinauswahl im gehobenen Einstiegsbereich, mit der clever viele verschiedene Weinstile abgedeckt werden und sicher für jeden Gast und Geschmack etwas Passendes geboten wird.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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