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Fotos: Freihardt

Freihardt

Hauptstr. 81
90562 Heroldsberg
0911-5180805

aktualisiert: 07 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Fr ab 18 Uhr, Sa u. So von 11.30-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 30-45 €,
Menüs: 55-90 €

Das Freihardt liegt im fränkischen Ort Heroldsberg, vor den Toren der Stadt Nürnberg. Weil die wohlhabende und kulinarisch sehr affine Gegend genügend Gourmets für Tagesausflüge aufs Land treibt, verschafft das Hans-Jürgen Freihardt und seinem Team den Freiraum, sich durchweg hochwertigen Produkten zu widmen. Irgendwo im Übergangsbereich zwischen Gasthaus und Gourmet-Restaurant hat sich das Freihardt so einen Namen gemacht und steht seit Jahren für ein stets zuverlässiges Handwerk in allen Facetten.

Die Speisekarte listet neben mehreren kreativeren, internationaleren Gerichten und zwei Menüs in drei und vier Gängen auch die üblichen Klassiker, denen man hier sehr viel Zuneigung schenkt. Da Familie Freihardt im selben Haus auch eine Metzgerei betreibt, ist zudem die Steak-Auswahl stattlich, die gleich mehrere Cuts und Herkünfte umfasst, was in einem normalen Restaurant dieser Größe wohl kaum in dieser Tiefe aufrechtzuerhalten wäre.

Klar aus der kreativen Ecke kam ein Thunfischtataki, das leicht lauwarm und in sehr guter reintöniger Qualität auf den Tisch kam. Dazu gab es ein sehr raffiniertes Arrangement aus klirrend kaltem Kimchi-Sorbet, Wakame-Salat und weißem, also nicht scharfem Kimchi mit intensiver probiotischer Würze. In seiner Strahlkraft naturgemäß etwas beschränkter, aber ebenfalls sehr sorgfältig und überdurchschnittlich zubereitet, war ein klassischer, aber behutsam frankonisierter Caesars Salad, für den die Anchovis im Dressing durch Räucherforelle ersetzt wurden.

Der Zwiebelrostbraten konnte vor allem wegen guter Fleischqualität und saftiger Garung in Medium überzeugen. Sehr gelungen waren auch die kross frittierten Zwiebelringe und die appetitlich dunkel gerösteten Bratkartoffeln. Auf ein noch höheres Level könnte man das Gericht mit einer besseren Sauce heben, die hier eher den Geschmack einer angedickten, ordentlich zubereiteten Brühe als einer eingekochten Demi-glace hatte.

Deutlich moderner, aber auf dem gleichen guten Niveau war ein gedämpfter Steinbutt mit Erbsen, Zuckerschoten und Saubohnen und einer Weißweinsauce, die mit Lachskaviar verfeinert wurde. Spannung erhielt der Teller durch aromenintensive Salzzitronen, die man nach Belieben selbst dosieren konnte. Ansatzpunkte für einen noch besseren Gang bot auch hier die Sauce, die wieder einen zu angedickten Eindruck machte und damit das ansonsten sehr frische, leichte und sommerliche Gericht unnötigerweise etwas erschlug.

Dem Dessert gelang es vorbildlich, die immanente Schwere eines Schokoküchleins mit flüssigem Kern durch exotische Aromen aufzulockern. Ein Tutti-Frutti-Sorbet aus Mango, Orange und Maracuja war schön cremig und frisch, genauso eine Maracuja mit schaumiger Füllung, die sich auf angenehme Weise mit den knackigen Kernen vermengte.

Gemeinsam mit dem herzlichen, professionellen Service und der gut gestückten Weinkarte bestätigte das Freihardt auch bei diesem Besuch unseren guten Eindruck der vergangenen Jahre.

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