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Fotos: Eisvogel

Eisvogel

im Landhotel Birkenhof
Hofenstetten 55
92431 Neunburg v. Wald (Hofenstetten)
09439-9500

aktualisiert: 12 / 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18.30 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 40 €,Menüs: 80-138 €

Es ist immer wieder erstaunlich, mit wieviel Engagement die Familie Oberndorfer hier in der ländlichen Abgeschiedenheit der Oberpfalz zugange ist. Im Grunde stellt sich bei jedem Besuch schon vorab die Frage, was wohl diesmal an dem schmucken Landhotel schon wieder angebaut, umgebaut oder völlig neu errichtet wurde. Irgendetwas Neues gibt es hier immer zu bestaunen. So hat das Genießer-Landhotel Birkenhof seinen Gästen längst nicht mehr nur den schönen Blick übers Land zu bieten, sondern ein beeindruckendes Wellness- und Spa-Portfolio, moderne Zimmer und überhaupt sehr viel Komfort. Und dazu zählt dann auch ein attraktives kulinarisches Angebot, das bereits im à la carte-Restaurant Turmstube ein hohes Niveau erreicht und im Gourmetrestaurant Eisvogel auf die Spitze getrieben wird.

Hier hat sich das Niveau mittlerweile auf ein wirklich beeindruckendes Level gesteigert! Das Team um Hubert Obendorfer und seine rechte Hand Christian Schider überrascht von den ersten Kleinigkeiten bis zu den Petits Fours mit feingliedrigen, durchdachten Kreationen und zelebriert Klassik voll auf der Höhe der Zeit. Und weil dabei auch immer reichlich originelle Ideen im Spiel sind, hat das Gebotene nicht nur hohes Niveau, sondern auch einigen Unterhaltungs- und Spannungswert.

Zuletzt gab es besonders bei den ersten Miniaturen viele spannende Akzente: das Shiso-Sorbet beispielsweise zur Melone mit Burrata-Schaum (feines Süße-Säure-Spiel), die Kombination von spicy glasiertem Pfaffenschnittchen mit Tamarillo oder ein Bananen-/Auberginen-Tatar im Wan-Tan, dessen Cremigkeit von einer säurefrischen Creme obenauf gekontert wurde. Und viel animierende Frische, passend zur Einstimmung, gab es auch bei der Verbindung von Kopfsalat mit Joghurt und knusprig getrockneten Krabben.

Das eigentliche Menü startete dann in Form von mit Fenchelsaat geröstetem Pulpo auf feinstreifigem Fenchelsalat im Kraut-Style. Beides wurde kombiniert mit einer ätherischen Kräutercreme und einer separaten, knackig zugespitzten kalten Kirsch-Gazpacho. Das Ergebnis: Starke Kontraste mit wenigen Komponenten. Top!

Der Titel „Tomatenvielfalt“ war beim folgenden Gang dagegen schon fast Understatement, denn was das Team hier aus verschiedenen Varietäten und technisch modernen Zubereitungen herausholte, war ebenso beeindruckend wie aromatisch präzise: Auf einer saftigen Ochsenherztomaten-Scheibe wurden unter anderem dunkel confierte, helle (Abtropfsaft...) gelierte und geeiste Tomaten-Komponenten sowie eine umamisatt konzentrierte Tomaten-Creme appliziert. Dazwischen etwas Ziegenfrischkäsecreme (in Tomatenflocken gepudert) und verschiedene Estragon-Texturen. Und weil das alles nicht nur handwerklich, sondern auch aromatisch sehr präzise gearbeitet wurde, legte das Team die Latte gleich zu Beginn schon mal ziemlich hoch.

Deutlich kompakter und noch klarer aufs Produkt abgestellt folgte ein mit Lardo überschmolzener Langustino mit Granny Smith-Apfel sowie einem crunchy-flaky Erdnuss-Topping, den nur geeistes Joghurtpulver (erst kühle, stumpfe Frische, dann Schmelz…) und ein fein abgefederter Kimchi-Sud mit feiner Schärfe ergänzten. Sehr gut auf dem Punkt gebracht! Etwas trockener Rücken vom Kaninchen, parfümiert von duftigem Zitronenmelissen-Schaum und begleitet von gebratenem wilden Brokkoli, kam sodann neben Sanddorn und Karotte (als Cremes) auf den Teller, die hier für ein zugespitztes Süße-Säure-Spiel sorgten. Die Idee sowie die aromatische Umsetzung waren auch hier gewohnt präzise umgesetzt, nur das Hauptprodukt konnte nicht ganz überzeugen.

Als etwas improvisiert wirkende Einstimmung auf den Hauptgang schickte das Team dann eine kleine Frühlingsrolle mit Steinbutt-Füllung auf einem Sockel aus Steinpilztatar (mild zwiebelig), sowie Erbsen und Buttermilch – und damit quasi die Komponenten des folgenden Gangs schon mal zur Einstimmung. Dabei fehlte es dem Ganzen aber merkbar an einem tragenden Säuregerüst und die Frühlingsrollen wirkten etwas frittierdeftig. Im Hauptteller wurde die gleiche Idee dann allerdings deutlich besser transportiert! Hier glänzte der goldknusprig gebratene Butt neben kleinen festen Steinpilzen und knackigen Erbsen mit seiner tollen Qualität und war auch noch sehr harmonisch eingefasst. Einziges (kleines!) Problem dabei: der frische, straffe Buttermilchsud mit Schnittlauchöl wurde von der Erbsencreme etwas zu sehr „verbreitert“ und durch die Temperatur zum Ausflocken gebracht. Das änderte an der gelungenen aromatischen Komposition zwar wenig, sah aber nicht so charmant aus...

Apropos charmant: Die Damen aus der Pâtisserie grüßten schließlich mit einem Joghurt-/Yuzu-Sorbet neben mildsüßem Nussmus, gerösteten Nussplittern, Rucola und Mango angenehm erfrischend – ein Prädikat, das uneingeschränkt auch für das verspielt in einer längs halbierten und in Heu gebetteten Champagnerflasche servierte Hauptdessert zutraf. Hier sorgten luftige Buttermilch- und Heucreme mit eingelegten Brombeeren und Brombeer-Sorbet zu perfekt zart gelierter Heu-Panna-Cotta mit etwas Crumble für einen enormen Frische-Impact.

Für die passende Ergänzung in den Weingläsern bietet die markante ovale Wein-Klimakammer in der Raummitte mehr als ausreichend Optionen: das Weinsortiment ist eine Fundgrube für Liebhaber, vor allem auch gereifter Weine. Es finden sich darunter viele spannende Flaschen und auch glasweise wird hochwertig und treffsicher ausgeschenkt.



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