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| Mo u. Di u. Do u. Fr von 12-13.30 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Sa ab 17.30 Uhr, Mi u. So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 25-38 €, Menüs: 48-84 € |
Das hübsch herausgeputzte Fachwerkhaus mit seiner bis ins Jahr 1806 zurückreichenden gastronomischen Historie, in dem das Hotel und Restaurant Einhorn beheimatet ist, illustriert beispielhaft, wie eine so lange Tradition erfolgreich ins Hier und Heute geführt werden kann. Das gesamte Haus hat einerseits viel historischen Charme, wurde aber andererseits geschmackvoll modernisiert, und bietet nun sowohl für Hotelgäste als auch für Restaurantbesucher viel Komfort in einem freundlichen und hellen Ambiente.
Darüber hinaus gibt es aber auch noch eine überdurchschnittlich gute Küche, was all jene, die Ute Wagner und Alexander Munz schon seit ihrer langen und erfolgreichen Zeit im nahegelegenen Landgasthof Waldhorn in Däfern kennen, natürlich wissen. Schon damals haben die beiden mit Jan Decker (damals Souschef) und dessen Ehefrau zusammengearbeitet, mit denen sie heute gemeinschaftlich das Einhorn führen. Wie damals gibt es auch heute hier in Oppenweiler eine Küche, die sich – genau wie das Ambiente – ebenso erfolgreich wie entspannt zwischen Tradition und Moderne bewegt.
Die Karte bietet einerseits Klassiker wie den Schwäbischen Zwiebelrostbraten nebst Lembergersauce, Maultäschle und handgeschabten Spätzle in überdurchschnittlich guter Qualität auf den Tisch, daneben aber auch viele moderat-kreative Gerichte, die dann oft eher mediterran inspiriert sind. Das kann dann beispielsweise eine mediterrane Fischsuppe mit Fenchel, Jakobsmuschel und Safrandip sein, oder die Kombination von gebratener Rotgarnele mit einem knusprigen kleinen Garnelenröllchen, pikant-feurigem Chorizoöl und Bulgursalat.
In jedem Fall sind die Gerichte durchweg in einem natürlich-klaren Stil gehalten, mit cleveren Pointen, ohne dabei übermäßig kompliziert zu sein. Das zeigte sich zuletzt auch bei einer abwechslungsreichen und frischen Vorspeise rund um ein Duo vom Lachs: Einmal als mild und pur gehaltenes Tatar mit leichter Dillwürze und daneben ebenfalls milde Lachsröllchen mit Frischkäse, wurden hier gemeinsam mit feinsäuerlich marinierte Gurkenstreifen, Lachskaviar und einem prononcierten, kühl würzenden Senfeis arrangiert – zusätzlich aufgelockert von filigranen knusprigen Hippen. Und genau auf diese Art, nämlich blitzsauber zubereitet, aber ohne bis aufs Letzte zugespitzt zu sein, war auch das ein hervorragendes Beispiel für den Stil der Küche.
Deren Stärken kommen allerdings bei noch geradlinigeren, weniger verspielten Gerichten noch besser zum Tragen. Das gilt für substanzstarke Fleischgerichte wie das Kalbsrückensteak mit Kalbszungenstreifen, Morcheln, Estragon-Schalottensauce und Rahmpolenta genauso wie für ein saftig-knusprig auf der Haut gebratenes Filet vom Wolfsbarsch, das maßvoll gewürzt auf einem cremig fließenden Kräuterrisotto mit fein eingebundener Parmesanwürze angerichtet war. Gerösteter Wildbrokkoli und sautierte Cocktailtomaten lieferten dazu eine gewisse Frische und eine harmonische leichte Krustentiersauce den passenden Rahmen und aromatischen Tiefgang.
Auch der süße Abschluss in Form einer zart gestockten Crème brûlée von der Tonkabohne neben Passionsfruchtsorbet und einem ebenfalls mit Passionsfrucht aufgefrischten Mangoragout inklusive filigranem Knusperdekor gelang zuletzt rundum souverän. Und bestätigte, dass es sich hier in jedem Fall lohnt, ein bisschen Appetit für den süßen Teil der Karte aufzusparen.
Das bis hin zur überaus fairen Kalkulation rundum stimmige Gesamtbild, welches das Einhorn abgibt, wird von einer vor allem mit Gewächsen aus Württemberg und Italien gut aufgestellten Weinkarte und dem entspannt und zuvorkommend agierenden Serviceteam abgerundet.
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