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| Täglich von 12.30-14.30 u. ab 17.30, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 24-44 €, Menüs: 46-84 € |
Die Halde ist ein weltentrückter Gunstort. Wenn es unten in der Rheinebene drückend heiß ist, weht hier oben auf 1.147 Metern ein sanfter Wind, im Winter lockt ein Day Spa in Schnee und Eis – und Besucher aus allen Teilen der Republik finden ganzjährig idyllische Abgeschiedenheit und Ruhe bei bestem Komfort. Dazu gehört auch eine ambitionierte Küche, die in den wunderschön erhaltenen Stuben des alten Schwarzwaldhauses, am Kachelofen unter niedrigen Decken und auf der großen Sonnenterrasse auf den Tisch kommt. Vom Frühstück über die Kaffeestunde mit beeindruckenden Schwarzwälder Kirschtorten bis zum Menü am Abend. Letzteres ist auch für Gäste ohne Hotelzimmer reservierbar – aufgrund der durchgehend guten Buchungslage sind unangemeldete Walk-ins jedoch nicht möglich.
Wer aber vorab reserviert kommt in den Genuss einer naturnahen, regional verwurzelten Küche mit vielen heimischen Produkten. Das Wild stammt aus den umliegenden Jagden, das Wasser aus der Hausbergquelle, Gemüse aus dem Markgräflerland und vom Kaiserstuhl, Forellen aus dem Wutachtal, Ziegenkäse aus der Nachbarschaft, ebenso Kalb- und Rindfleisch. Aus all dem kreiert Küchenchef Harald Derfuß, einstiger Sous-Chef von Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach und Küchenchef im Adler in Asperg wie im Freiburger Colombi, zweimal täglich an sieben Tagen in der Woche eine ebenso zugängliche wie handwerklich sorgfältige, bodenständige Küche.
Von der Badischen Tafelspitzbrühe mit Flädle, Wurzelgemüse und Ochsenfleisch über gebratene Garnelen mit Mangochutney, Chinakohl, gerösteten Erdnüssen und Shiso-Kresse bis zum Wurstsalat mit Radieschen, Gurke und roten Zwiebeln oder dem klassischen Schwarzwälder Rehrücken, rosa gebraten, mit Aprikose, Brokkoli, Mandeln, Pfifferlingen und Mascarpone-Polenta. Bei unserem jüngsten Abstecher auf den Berg gab’s eine ambitioniert-moderne Vorspeise: Scheiben vom gebeizten Wolfsbarsch mit gebackenem „Gamba-Igel“, Fenchel und Avocadopüree. Ein wenig zu lang in der Beize, waren die abgeflämmten Tranchen etwas arg fest und salzig geraten, was ein kleiner Fenchelsalat – dem eine etwas stärkere Säurenote und feinere Schnitttechnik gutgetan hätten – sowie die ebenfalls ins Geschehen eingebrachten Avocado jedoch ausglichen. Handwerklich absolut stark dagegen: die kross in breiten Teigfäden ausgebackenen Garnelen von perfektem Biss, zart und knusprig zugleich.
Als Zwischengang bekamen wir rosa gebratenes Roastbeef aus der „Naturpark-Wirte“-Sektion der Speisekarte und freuten uns über eine üppige Portion perfekt gebratener Roastbeefscheiben. Etwas rustikal aufgehäuft und mit Rucola, Kresse, Sauerklee, Blutampfer und anderen Salaten bedeckt. Dazu eine schöne Sauce tartare, Pimientos und Pfifferlinge: wohlschmeckend, sauber gekocht, und mit 16 Euro gastfreundlichst kalkuliert.
Angesichts der sommerlichen Temperaturen bei unserem Testbesuch entschieden wir uns auch im Hauptgang nochmals für Fisch und wurden von zwei perfekt gebratenen – leicht mehlierten, auf der Haut krossen und sonst wunderbar saftig-zarten – Scheiben Branzino auf einer paprikawürzigen Peperonatasauce und jungem Blattspinat handwerklich wie geschmacklich restlos überzeugt. Aromatisch kraftvoll außerdem auf dem Teller: eine Nocke Auberginen-Salsa, würzig abgeschmeckt mit Ketchup, Balsamico, Essiggurkenwasser und Honig, sowie akkurat geschnittene und gebratene Parmesan-Gnocchetti, diese freilich ein wenig auf der festeren Seite.
Gleiches galt für die Karamellschicht auf der abschließenden gebrannten Orangencreme, die ihrerseits ganz erheblich an Temperatur gewonnen hatte, bevor der Zucker geschmolzen war. Abkühlung brachten marinierte Beeren sowie ein aromatisches Sauerampfereis. Sowie ein Schluck aus der mit gleich sechs offenen Gewächsen breit aufgestellten Süßweinkarte, die der freundliche Service so souverän erläuterte wie die übrige Weinauswahl.
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