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Fotos: Die Greisslerei

Die Greisslerei

Rathausplatz 9
61440 Oberursel (Taunus)
06171-9796836

aktualisiert: 11 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa von 12-13.45 Uhr u. ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 23-50 €,
Menüs: 87-107 €

Die lässige Greißlerei des aus Österreich stammenden Gastgebers Fabian Fuiko ist eine ganz besonders reizvolle Liaison aus modernem bodenständigem Gasthaus und Restaurant mit gehobenem kulinarischem Anspruch. Aufgrund der hohen Stammgastdichte an den blanken Holztischen und der geselligen langen Tafel in der Raummitte, könnte man auch von einem heiteren Nachbarschaftslokal sprechen. Hier bekommt man unverändert in lockerer Atmosphäre an fünf Tagen mittags und abends ein attraktives, mehrheitsfähiges Programm, das von traditioneller austriakischer Alpenküche bis zu kreativeren Eigenkompositionen reicht.

Und die Attraktivität ist unvermindert hoch, woran auch nicht im Geringsten die Tatsache etwas ändert, dass wir die Bewertung aktuell wieder etwas nach unten korrigieren mussten. Denn konzeptionell und rein qualitativ blieb alles wie gewohnt, die Gerichte wirkten zuletzt nur ein wenig einfacher gestrickt und etwas gröber in der handwerklichen Ausführung, waren insgesamt gegenständlicher und aromatisch nicht ganz so scharfgestellt, wie noch beim letzten Besuch, als wir die Bewertung auf 7 Pfannen erhöht hatten. Diese Feststellungen sollen aber die respektable aktuelle Leistung in keiner Weise schmälern, sondern nur den Grund für die angepasste Bewertung erklären.

Denn grundsätzlich gab es auch zuletzt an den Kostproben nicht das Geringste auszusetzen. Man kann hier nach wie vor überdurchschnittlich gut gekochte Traditionsgerichte wie eine kräftige Rindersuppe mit Frittaten und Wurzelgemüse essen, verschieden belegte Flammkuchen oder nach Belieben mit diversem Fisch, Fleisch, Krustentier oder Käse aufgepimpte Salate. Es gibt selbstredend auch Wiener Backhendl oder kälbernes Wiener Schnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat und einen weiteren Hausklassiker, den fluffigen Spinatknödel mit Nussbutter und Bergkäse. Daneben aber wie gehabt auch weltläufigere und etwas kreativere Dinge, die man à la carte bestellen kann und die auch im Menü vorkommen.

So wie die Vorspeise „Tomatenvielfalt“ zum Beispiel, für die große Stücke marinierter fleischiger Tomaten zusammen mit ebenfalls groben Stücken von der Gala-Melone, Tupfen von geräuchertem Ricotta, Kürbiskernen und Bachkresse kreisrund und kompakt auf einer Creme von Basilikum und Zucchini angerichtet waren. Das könnte man (hinsichtlich einer höheren Bewertung) sicher von den Tomaten-Varietäten her noch vielfältiger bestücken, etwas feinsinniger umsetzen und raffinierter abschmecken, aber an und für sich war es ein mit einfachen Mitteln pfiffig umgesetztes Gericht, bei dem rund um die Tomate mit Süße, herzhafter rauchiger Würze, Nussigkeit und Kräuteraromen sich gut gegenseitig ergänzende Komponenten aufgeboten wurden.

Viel Spaß machte zuletzt auch Ceviche vom Flusszander, für das der Fisch in nicht zu große, aber auch nicht zu kleine Würfel geschnitten war, so dass er trotz der für diese Zubereitung typische Säuregarung seinen frischen, festfleischigen Charakter noch voll ausspielen konnte. Gemeinsam mit den für Ceviche obligatorischen roten Zwiebeln, aber originellerweise auch mit Fruchtsüße spendenden eingelegten Mirabellen und Säure verleihendem Umeboshi-Gel, war das Ganze auf einem puffernden Fundament aus zart fließender Süßkartoffelcreme angerichtet und sehr zurückhaltend mit etwas Jalapeno-Öl gesprenkelt. Letzteres hätte nach unserem Gusto aromatisch und schärfetechnisch durchaus noch mehr durchschlagen können, trotzdem aber eine ansprechende Melange aus sich gegenseitig gut ergänzenden Bausteinen.

Auch warme Fischgerichte wie das von auf der Haut kross gebratener Wolfsbarsch-Tranche mit Cannellinibohnen, confierten Kirschtomaten und einem aromatischen Püree aus selbigen sowie Kalamata-Oliven auf einem kräuterwürzigen Sud gehen dem Team gut von der Hand: ein handwerklich sehr solides, kompositorisch stimmiges klassisches Gericht mit mediterranem Flair. Und wer dem authentischen Fleischgenuss nicht abgeneigt ist, wird mit auch neben Schnitzel und Backhendl mit zupackenden Gerichten wie dem „Teres Major“, dem kernig-aromatischen hinteren Schulterstück vom Rind glücklich, das mit Aioli, Mais und Aprikose sowie Kartoffel-Millesfeuilles einfallsreich kombiniert wird.

Einfallsreichtum zeigt neben klassischem Nachtisch wie Affogato oder Kaiserschmarrn auch mancher Nachtisch, so wie das schmelzig-rahmige Eis von Fior di Latte in einem Nest von cremigem Multivitamin-Schaum, umgeben von ausgestochenen Papaya-Kugeln und knusprig hinterlegt mit Cerealien. Die Weinkarte listet neben Hochklassigem auch gute, preiswerte Optionen und der Service agiert ebenso aufmerksam wie unkompliziert.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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