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| Di-Fr u. jeden 1. Sa im Monat ab 12 Uhr duchgehend, Sa-Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 25-45 €, Menüs: 35-125 € |
Zählen wir kurz nach: Der umtriebige Spitzenkoch und angehende Multigastronom Jürgen Wolfsgruber betreibt mittlerweile nicht nur das Fine-Dining-Restaurant Sparkling Bistro, sondern auch das Fischrestaurant Fogosch, das Obers mit moderner Südtiroler Küche und, vis-à-vis vom Stammlokal in der Amalienpassage im Münchner Uni-Viertel, das Tschecherl, ein smartes Lokal mit grauen Wänden, offener Küche und schöner Terrasse. Östro nennt Wolfsgruber dieses Konzept, also österreichisches Bistro, was hier im besten Sinne eine geradlinige, gehobene und doch bodenständig bleibende Produktküche bedeutet.
Bestellt wird à la carte oder, preislich attraktiver, in fünf Gängen als „Ö-Makase-Menü“, bei dem die Küche nach japanischer Tradition auswählt, was gerade am stimmigsten erscheint (85 Euro). Den Auftakt bildete etwa ein herrlich mürber, kalt und sauer marinierter Tafelspitz mit Marillenkernöl, Brunoises aus eingelegten Essiggurken und halbierten Silberzwiebeln, serviert auf zwei Scheiben Semmelknödel.
An den steirischen Wurstsalat angelehnt war danach das „Ö-Viche“, bei dem grob gewürfelte, schön festfleischige und saftige Stücke vom Zander, zuvor in einer Art Leche de Tigre mariniert, von der röstig-nussigen Süße des Kürbiskernöls zart umschmiegt wurden. Kürbiskerne, feine Streifen von roter Zwiebel und herrlich süße Käferbohnen gaben dem Gericht Substanz, Sauerklee und feine Streifen roter Paprika setzten auch farblich maßvolle Akzente.
Minimalistische Teller leben naturgemäß von der Qualität der Produkte, und besonders markant zeigte sich das bei den Tomaten, hier natürlich Paradeisern, die das Team vom burgenländischen Spezialisten Erich Stekovics bezieht. Die sommersatte Süße der umamireichen Fleischtomaten wurde von ein paar Stücken Weinbergpfirsich aufgehellt, ein Gupferl aus Schafsmilchfrischkäse verfugte den Salat mit zart rezentem Schmelz, was in seiner unangestrengten Art tatsächlich nach einem Gericht schmeckte, das man den ganzen Sommer essen möchte.
Der besondere Akzent der saftig geschmorten, rosa Kalbsfledermaus, also eines gut marmorierten Hüftstücks, lag in einer Mayonnaise aus süßem Senf, die den gehobelten Meerrettich, knusprige Pankobrösel sowie Rahmgurken mit Dillöl und Johannisbeeren stimmig einbettete. Das hatte Charme, blieb dabei aber erfreulich nah am Produkt und wirkte nicht auf Effekt gearbeitet – ganz grundsätzlich eine der hervorragenden Eigenschaften dieser Küche.
Sommerfreuden dann auch zum Nachtisch: Die ebenso empfindlichen wie aromatischen Edelerdbeeren „Mieze Schindler“, die schmeckten, als seien sie gerade im Wald gepflückt worden, kamen in eingelegter Form zusammen mit einer Nocke Vanilleeis, luftig aufgeschlagener Crème Chantilly und karamelligen Keksbröseln obendrauf auf den Teller. Ein Finale ohne große Geste, sondern mit klarem Produktvertrauen und entsprechendem Nachhall.
Auch die Weine im offenen Ausschank passen in dieses Bild, zumal sie schwerpunktmäßig aus großen Flaschen kommen und viele Positionen aus Österreich stammen.
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