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| Mo ab 17.30 Uhr, Di-Do von 11.30-13.30 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Fr u. Sa ab 17.30 Uhr, So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 15-50 €, Menüs: 45-65 € |
Der Löwen im Ortsteil Marschalkenzimmern ist ein Musterbeispiel dafür, wie man einen Landgasthof von Generation zu Generation nicht nur weiterführen, sondern auch weiterentwickeln kann. Er liegt zwar an der Durchfahrtsstraße, was man aber selbst im Außenbereich unweit davon schnell vergisst. Für den Urlaubsmodus bietet die großzügig angelegte Terrasse einen Fischteich, eine Kräuterspirale und einen Kinderspielbereich. Zusätzlich war bei unserem Besuch als eines der vielen saisonalen Specials eine Grillstation mit vier Geräten aufgebaut – und doch lieferte die Küche trotz des Trubels à la carte präzises Handwerk für Gäste, die nicht am Grillevent teilnahmen.
Auch im weitläufigen Innenbereich, der in verschiedene Zonen unterteilt ist, zeigt sich geradezu vorbildlich, wie man eine lange Tradition fortführen und dabei sowohl einer gewissen Heimeligkeit als auch modernen Komfortansprüchen gerecht werden kann. Dahinter steht Johannes Danner in inzwischen sechster Generation, der noch einen zweiten Küchenmeister im Team hat. Das versteht sich darauf, schwäbische und Schwarzwälder Spezialitäten bis hin zur rustikalen Vesper (Wurstsalat und hausgemachte Maultaschen!) in bewährter Manier zu bieten, aber auch für gelegentliche Ausflüge ins Asiatische oder Mediterrane zeigt man sich offen.
Als Gruß vorneweg gab es zu dreierlei Brot sanft-würzigen Tomatenfrischkäse. Als Vorspeise überzeugte das dekorativ im Halbkreis angerichtete „Vitello Tonnato auf Schwäbisch“ mit weißen Cremekugeln und -spuren von der geräucherten Lohmühler Forelle. Hauptbestandteil waren aber natürlich ganz klassisch zarte Scheiben vom rosa gegarten Kalbfleisch, Kapern(-äpfel) und als saisonales Extra grüne Spargelspitzen auf einer grünen, kräuterfrischen Creme. Wohl mehr, um die grün-weiß-rote italienische Optik zu bieten, waren noch angeschnittene Cocktailtomaten dazu angerichtet.
Einen guten Gasthof kann man auch schon am Beilagensalat erkennen, hier mit Brotchips und fünf verschiedenen Rohkostvarianten (Gurke, Karotte, Rotkohl, Kraut und Radieschenstifte) sowie Blattsalaten mit einem zitrisch-frischen „Löwen-Dressing“ und einem schmatzigen Kartoffelsalat. Bei den Hauptgerichten, die es alle auch als kleine Portion gibt, wählten wir erneut einmal eher schwäbisch-klassisch und einmal mit mediterranem Touch…
Zum Wildschweinrücken aus heimischer Jagd, fünf kompakte Scheiben in einer sämigen Wildrahmsoße, wurden Kräuterknöpfle gereicht, die allein schon wegen ihrer unterschiedlichen Form und Größe als hausgemacht zu erkennen waren. Die Gemüsebeilage war die gleiche wie zum Fisch, was aber völlig in Ordnung ist, weil man sich in der Küche eben lieber auf präzise Ausarbeitung fokussiert als ein Allerlei hinzuwurschteln. Knackig grüne Brokkoliröschen sowie kleine Nester von Ratatouille gab es also auch zum Saibling, der kross auf der Haut gebraten, aber trotzdem saftig war. Dazu ein leicht schaumiges Weißweinsößle und knusprig-fluffige Kartoffel-Liebstöckel-Krapfen.
Der Dessertteller „Lion-Style“ bot krachige, mit saftigem Erdnuss-Biskuit gefüllte Schokonuggets, die dem Namen des Hauses gemäß einem Lion-Riegel nachempfunden sein sollten. Dazu gab es Creme und Crumble, Kokos-Eis sowie Erdbeeren, die wir uns allerdings mariniert noch effektiver hätten vorstellen können.
Das insgesamt stimmige Angebot im Löwen spiegelt sich auch auf der Getränkekarte wider, deren Weinauswahl zwar überschaubar ist, die aber neben heimischen Gewächsen zu fairen Preisen auch ein bisschen international sein kann. Mit ein paar Renommiergerichten und dementsprechenden Produkten könnte der Löwen vermutlich lässig im Pfannen-Bereich mitspielen. Die Frage aber wäre, ob das überhaupt sein müsste. Denn eigentlich ist es so, wie es ist, genau richtig für eine entspannte Auszeit in einer Traditionsadresse, die für die Zukunft gut aufgestellt ist.
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