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Chalet am Kiental

im Romantik Hotel Chalet am Kiental
Andechsstr. 4
82211 Herrsching
08152-982570

aktualisiert: 12 / 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do-Mo 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Di u. Mi Ruhetag

Hauptgerichte: 25-38 €, Menüs: 42-138 €

Der Besuch in dem kleinen aber feinen, ruhig und idyllisch im Herzen des Ammersee-Städtchens Herrsching gelegenen Romantik-Hotels war im letzten Jahr einer der Abende mit etwas größerer Differenz zwischen Erwartung und Realität, wie sie immer wieder mal vorkommen. Allerdings hatten seinerzeit Küchenchef Rene Maluck und Serviceleiterin Katja Wruck aus dem Schwesterhotel in Grainau auch eben erst die Nachfolge des Teams um Küchenchef Fabian Höckenreiner angetreten.

Die kleineren und größeren Holprigkeiten in dem sichtbar ambitionierten Programm waren im letzten Jahr deshalb zwar nicht zu ignorieren, aber auch nicht überzubewerten, zumal mal auch durchwegs viel Potential erkennbar war. Und tatsächlich, soviel schon vorab: heuer präsentierte sich alles geschmacklich deutlich ausgewogener und handwerklich souveräner umgesetzt.

Geblieben sind die schlicht elegante, mit liebevollen Details dekorierte Einrichtung und die charmante Art der Gastgeberin. Und natürlich die durchweg attraktive Optik der stylisch und akkurat gestalteten Teller. Nach einer auffallend guten Auswahl an knusprigem Brot, Butter und Öl zeigte beispielsweise eine samtig-cremige Petersilienwurzelsuppe durch ihren dichten Geschmack, eine feine Säureader und die Akzentuierung mit Kräuteröl und hauchdünnen Schinkenscheiben schon die handwerkliche Sorgfalt, mit der das Team hier zwischenzeitlich unterwegs ist.

Dieses richtet aber genauso gekonnt – und optisch sogar noch deutlich stylischer! – ein Hirschtatar mit Walnuss an und verbindet die feine Fleischwürze mit dem bewährten Zusammenspiel aus schneidiger Meerrettich-Schärfe und zarter Apfelfrucht.

Und selbst wenn das Team um Rene Maluck mal die ganz bewährten Pfade verlässt und etwas mutiger vorgeht, blieben die Ergebnisse zuletzt erfreulich klar auf Kurs. Bei der Kombination von goldknusprig gebratener Seezunge mit dünnen zarten Kalbszungen-Scheiben etwa gaben letztere dem Plattfisch eine stimmige fleischige Würze mit, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Auch die milden und auch nicht zu „breiten“ Kürbiszubereitungen fügten sich hier sehr charmant ein. Nur der kräutergrüne Fond dazu hatte durch leichte Oxidation schon etwas von seiner Frische verloren.

Beim rosa gebratenen Hirschrücken setzte das Team mit der Kombination aus im Ganzen geschmortem (und cremig getupftem) Wurzelgemüse, zartem Rosenkohlblättern und kräftiger Wildjus wieder mehr auf Bewährtes. Das aber mit einer recht guten Balance zwischen intensiven Röstnoten und sanfter Cremigkeit, zwischen tiefer Power und leichtfüßiger Frische.

Auch im Finale bleiben Anspruch und Sorgfalt auf gleichem Niveau und entsprechend lohnt es sich auch, etwas Platz für Süßes zu lassen, wie etwa eine elegante Interpretation der „Birne Helene“, oder aber für Herzhaftes in Form gut gereifter Waltmann-Käsesorten. Zu diesen, aber auch zu sämtlichen anderen Gerichten schlägt Katja Wruck korrespondierende Weine von guten Ortsweinen bis zum Großen Gewächs vor und berät auch zu der mehr als ausreichenden Auswahl interessanter Flaschen. Kompetent.