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| Mo-Sa ab 17.30 Uhr, So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 30-40 €, Menüs: 50-100 € |
Casa-Lodato-Chef Giovanni Mungiello und sein Team stehen in dem geschmackvoll in warmen Farbtönen mit schönem alten Ornament-Fliesenboden toskanischer Art gestalteten Gastraum des markanten Altstadthauses im Essener Stadtteil Kettwig für teils originell interpretierte, aber überwiegend sehr authentische Cucina Italiana. Gute Ideen, hochwertige Produkte, fundiert und schnörkellos zubereitet. Und nach unserem Gusto sind die Gerichte immer dann am überzeugendsten, wenn sich der in einem Vorort von Neapel aufgewachsene Küchenchef möglichst nah an den Aromen und Motiven der Landesküchen seiner Heimat bewegt.
Es gibt in der immer sehr animierenden Speisekarte vereinzelt ein paar ganz landläufige und weniger originelle Dinge wie eine Antipasti-Platte oder Vitello tonnato, doch die weniger alltäglichen, entweder authentisch italienischen oder vom Chef kreativ selbstkomponierte Gerichte sind klar in der Mehrheit. Und die machen einfach großen Spaß, weil sie einerseits konsequent an die Traditionen verschiedener italienischer Landesküchen anknüpfen, sie andererseits aber auch weltoffen weiterdenken – ohne sich irgendwelchen Trends zu unterwerfen oder anzubiedern.
Zu letzteren zählte beim jüngsten Besuch beispielsweise der gebratene Pulpo mit Salzzitrone, eingelegten Tropea-Zwiebeln, Gremolata, Taggiasca-Oliven und Kartoffelespuma. Oder das Tatar vom Fassona-Kalb mit Kürbis, eingelegten Pilzen, getrüffelter Eigelbcreme, piemontesischen Haselnüssen und frischen aromatischen Wintertrüffeln. Schon davor machten als kleine Appetizer ein mit Kreuzkümmel und Kräuteröl abgeschmecktes Blumenkohlsüppchen sowie ein Würfel Oliven-Focaccia mit Burratacreme, Lardo vom Fassone-Rind und gereiftem Balsamico Lust auf mehr.
Zum Beispiel auf ein hervorragendes Carpaccio von Gambero Rosso, dessen schmelziges, typisch süßlich-jodiges Fleisch ganz puristisch nur von kleinen Blutorangenfilet-Stückchen und Tupfen einer zitrusfruchtigen Mayonnaise akzentuiert und von einem Salat aus hauchdünn gehobeltem Fenchel eingefasst war. Viel roher Krustentier-Produktcharakter, leicht und frisch eskortiert – mit der hohen Qualität und dem gelungenen Purismus locker 7 Pfannen wert!
Im Degustationsmenü ging es norditalienisch und herzhaft weiter: mit Plin, jenen kleinformatigen piemontesischen Ravioli, die hier mit Schmorfleisch aus der Rehkeule gefüllt waren und zusammen mit Pecorino-Chips auf einem süffigen Bett aus Kürbiscreme, Salbeibutter und Rehjus platziert wurden. Süditalienisch und maritim machten die schon ob ihrer Güte schön festen und zudem auch richtig al dente gekochten Paccheri mit Ragout von verschiedenen Fischen, Meeresfrüchten wie Pulpo, Calamar, Garnelen und Vongolé auf einer kraftvollen, aber nicht zu intensiven Krustentiersauce mit Schmortomate und frischem Basilikum viel Freude. Einfach deshalb, weil auch hier alle wesentlichen Parameter passten.
So wie beim saftig-zarten Rochenflügel, der mit einem Topping aus Pantelleria-Kapern, Taggiasca-Oliven, Dörrtomaten, Kräutern, Baby-Leafs und Limone feinsäuerlich akzentuiert auf seinem Bett aus Fregola Sarda und einer cremigen Sauce aus dem Stängelkohl Cime di Rapa lag. Ein Vermutlich auf Basis von Fischfond zubereiteter kräftiger Sud verlieh dem Ganzen noch mehr Tiefe und Komplexität bei maximaler Transparenz und Leichtigkeit. Ein starker Fisch-Hauptgang, wie man hierzulande in italienischen Ristoranti viel zu selten bekommt.
Auch unter den Dolci findet man immer originelle Dinge wie beispielsweise Honigmousse mit kandierten Pellecchiella-Aprikosen und Eis von Joghurt und Olivenöl oder eine fluffig-cremige Tiramisù mit Pistazien in Kuppelform, erfrischend begleitet von Sorbet und Gel aus Mandarine. Top ist hier selbst der richtig heiß servierte Espresso und das dazu gereichte Mandelgebäck im Stile von Ricciarelli oder Mandorlini morbidi. Und der Blick in die Weinkarte, die viel Gutes aus den meisten relevanten Regionen Italiens zu moderaten Preisen zu bieten hat, macht ebenfalls Spaß.
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