| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So | Mittags |
| Abends |
|
|
|
|
|
|
|
| Do-Di ab 17 Uhr, Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 23-38 € |
Mit seinem geschmackvoll und elegant gestalteten hohen Gastraum und der tollen Lage direkt an einem der Fleete, die das Bild der Speicherstadt prägen, wäre das Restaurant im dort angesiedelten Ameron Hotel schon allein einen Besuch wert. Doch hier wird darüber hinaus auch noch richtig gute italienische Küche geboten, die einerseits lohnenswerte Klassiker pflegt, andererseits auch recht originell variiert – alles im Sinne der typischen Cucina Casalinga, also authentisch auf Geschmack und Qualität fokussiert und ohne den eingedeutschten Firlefanz, den man in so vielen anderen italienischen Ristoranti hierzulande vorgesetzt bekommt.
Während sich die Küchenleistung in den beiden zurückliegenden Jahren handwerklich etwas schwächer präsentierte und auch die Gerichte nicht jenen Pfiff hatten, den wir von den Besuchen zuvor kannten, erlebten wir sie zuletzt wieder sehr erfreulich. Für die Cantinetta sprach beim jüngsten Besuch aus kulinarischer Sicht schon allein die hervorragende Focaccia, die warm, fluffig und ölig zusammen mit zweierlei Aufstrichen (sehr gut die von Olive, weniger die synthetisch getrüffelte…) aufgetischt wurde.
Umso schöner, dass der getrüffelte Schmand, mit dem das gebeizte Kalbstatar unter anderem betupft war, ganz natürlich und unaufdringlich nach Trüffel schmeckte. Die ebenfalls in der Karte annoncierten Balsamico-Perlzwiebeln waren auf dem Teller zwar nicht zu finden, dafür war das leider nicht grob gewürfelte, sondern fein gewolfte Rohfleisch, das aber durch das Beizen eine etwas kernigere Konsistenz hatte und deshalb nicht schmierig wirkte, außerdem mit ein paar Blättchen Rucola und Trüffelscheiben appliziert und mit einem Tomatenöl aromatisiert.
Wenngleich bei unserem letzten Besuch Fisch und Meeresfrüchte im Bereich der Vorspeisen- und Zwischengerichte Mangelware waren – ein paar entsprechende Hauptgänge wurden offeriert: gegrillte Calametti zum Beispiel, die mit Kräuterbröseln beflockt, von gebratenen Salatherzen eskortiert und mit einem Relish von Kapern akzentuiert zum Besten gegeben wurden. Oder auf der Haut gebratenes Doradenfilet mit sizilianischen Zwiebeln, geröstetem Sauerteigbrot und Oregano. In der Mehrzahl waren aber die vegetarischen oder mit Fleisch gekochten Gerichte – und teilweise überraschend raffiniert dargeboten!
Für die mit einem süffigen, schmorwürzigen Sugo von der Wildschweinkeule gefüllten Conchiglioni, die mit herrlich schmelzigen angebratenen Würfeln Guanciale-Speck auf einer mit Pecorino aromatisierten Rahmsauce angerichtet wurden, die außerdem noch mit etwas Jus und Kräuteröl marmoriert war, hätten wir beispielsweise ohne zu zögern 6 Pfannen vergeben. Genau wie für den fast mustergültigen Pilzrisotto mit richtig italienisch al dente gekochtem (aber natürlich nicht mehr hartkörnigem) Acquerello-Reis von hoher Qualität und in homogen cremiger Beschaffenheit, dessen elegant säuerlich ausbalancierte Sauce selbst schon kräftig nach Pilzrahm und Grana Padano geschmeckt hat, zudem aber noch mit gebratenen Pilzen durchzogen war. Getoppt mit vorbildlich saftiger, festfleischiger Brust von im Ofen geröstetem Hähnchen, akzentuiert mit etwas Chimichurri, war das ein schnörkellos klassisch italienisches Gericht der besseren Machart, an dem eigentlich nur die inflationäre Afillakresse und die Kerbelblättchen störten (aber den tollen Geschmack natürlich in keiner Weise trübten). Künftig einfach souverän weglassen!
Denn prinzipiell hat das Team ja kein Problem damit, die Gerichte in der für authentische italienische Küche puristischen Art auf die Teller zu bringen. So wie auch beim süßen Abschluss „Zitronencreme, Biskuit, Limoncello“, bei dem in die Form einer Zitrone gebrachte, mit Biskitstückchen durchzogene Zitronenmousse blank auf einem Spiegel aus Limoncellosud angerichtet und nur mit ein paar essbaren Blüten dekoriert war. Prinzipiell sehr gelungen, nur hätte die Mousse nach unserem Geschmack noch deutlich intensiver, herber, säuerlicher nach Zitrone schmecken können.
In der Weinkarte findet man zu fairen Kursen eine lohnende Auswahl meist italienischer Gewächse seriöser, oft namhafter Erzeuger aus den meisten Regionen des Landes. Den Service erlebten wir freundlich und flink, aber nicht ganz sattelfest.
Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.