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| Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 29-56 €, Menüs: 111-156 € |
Die Backsteine des unverputzten Mauerwerks, die dem Brikz seinen Namen eingebracht haben, stammen noch von dem Jazz-Club, der hier mal war, bevor Arne Anker in dem legeren Charlottenburger Lokal den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. Anker, der mal Souschef von Sergio Herman im weltberühmten Oud Sluis war und später im mondänen und mittlerweile geschlossenen Pauly Saal in Berlin-Mitte spektakulär aufkochte, schafft als eigener Chef etwas Besonders: Er serviert mit seiner kleinen Crew neben zwei im schnellen Takt wechselnden Fine-Dining-Menüs, von denen eines sogar vegan ist, auch noch eine gar nicht so kleine Auswahl an À-la-carte-Gerichten, die zwar aus weniger Komponenten, aber sehr guten Produkten bestehen. Etwa ein Tartar vom Rinderfilet mit Parmesan-Milch, ein Kaisergranat mit Sellerie und Knoblauch-Beurre-blanc oder ein Entrecôte mit Rote Bete und Kartoffel.
Anker zählt zu jener Gattung Köche, deren Teller man aus vielen herausschmecken kann. Sein Markenzeichen ist ein pronocierter Umgang mit Säure, was seinen Teller Frische und Temperament verleiht, sie auch gelegentlich durchaus fordernd macht. Außerdem setzt er gern seltene Kräuter ein. Und technisch macht ihm eh keiner was vor. Das zeigten auch zuletzt schon wieder die kleinen Snacks vorneweg, eine herrlich schaumige Dashi-Eiweiß-Mousse mit Sushi-Essig und einem Scheibchen eingelegter Navette, sowie eine filigrane Tarte aus eingelegter Rote Bete mit einem Tatar vom Granny Smith Apfel, getoppt von einem Baiser mit Apfelessig.
Ein wunderbares Löffelessen war der erste offizielle Gang des omnivoren Menüs: Der robust salzige Muschelflan mit Muschel-Kroepoek sorgte am Gaumen für maritime Noten in ganz gegensätzlichen Texturen, die Pastinake (einmal eingelegt, einmal als Tartar) außerdem für erdige Süße und der Kefirschaum mit Korianderöl spendierten dem Ganzen eine kräuterige Frische.
Zwei selten miteinander kombinierte italienische Frühlingsgemüse – Artischocke und Palmkohl – prägten den zweiten, vegetarischen Gang, der mit temperamentvollen Bitternoten ausgestattet war. Die Artischocke kommt hier als Mousse, als Blatt und als herzhafter, buttriger Barigoule-Schaum zu ihren Ehren, der Palmkohl in gebratener Form mit einem Kringel Lauch. Heimlicher Star des Tellers war aber die Nocke Sambal, die mit duftigem Zitronengras eine flirrende Leichtigkeit in das handfeste Ensemble brachte.
Brot wird im Brikz als eigener Gang serviert. Ob das nun albern ist oder nicht, darüber kann man lange streiten. Unstrittig aber ist, dass Ankers Sauerteigbrot nicht nur qualitativ sehr gut ist, sondern auch originell begleitet wird. Die Brotreste nämlich gibt Anker samt Traubenkernöl in ein Ultraschallbad und heraus kommt ein mit wohligen Röstnoten aromatisiertes Öl, das nebenbei zeigt, dass das Team achtsam mit Resten umgeht.
Den Detailreichtum der vorherigen Gänge zeigt der überraschend klassische Hauptgang nicht. Allemal solide und sehr schmackhaft ist er dennoch! Die 12 Stunden geschmorte Rinderbrust, die hier im Zentrum steht, hat feine Röstnoten, einen beherzten Biss, und kommt mit einer schön glänzenden, aromentiefen Jus auf den Teller. Begleitet wird sie von einer Praline Kartoffelpüree, gebratenem Cime di Rapa, Morcheln und – auf Wunsch und gegen Aufpreis – auch noch von etwas Trüffel.
Wenn nach dem Dessert, in unserem Falle einem Eis von Pekannuss mit Feigen, schwarzen Walnüssen und einem mit seiner laktischen Frische gewinnbringend auflockernd wirkenden Joghurtparfait, zusammen mit den Petit fours die Rechnung (in einem Backstein) kommt, darf man sehr zufrieden feststellen: Für sehr moderate 111 Euro, die aktuell für fünf Gänge inklusive Wasser aufgerufen werden, kann man hier eine ganze Menge erleben!
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